Hundefutter Deklaration | Rat Hund Tat
Hundefutter Deklaration

Hundefutter Deklaration

Viele Hundehalter achten beim Kauf von Hundefutter auf »geprüft durch XY mit der Note …«. Stiftung Warentest ist in Deutschland wohl die bekannteste Organisation für Tests jeglicher Art.

Doch ihre Tests analysieren oftmals nicht die Qualität der Bestandteile. Die Überprüfungen gelten der Verpackung, dem Preis-Leitungs-Verhältnis oder, wie im Februar 2015, der Deklaration der Inhaltsangaben, was vorn auf dem Emblem des Produkts nicht erkennbar ist.

Bei der Kontrolle von Hundefutter nahm das Unternehmen einmal die Inhaltsangaben genauer in Augenschein. Dabei stellten sie fest, dass viele Futtersorten sogar Falschangaben in ihrer Inhaltsangabe zeigen. Dennoch wird auch hierbei weder die Fleischqualität überprüft, noch woher das Fleisch stammt.

Für den Hundehalter wird der Markt an Trocken-, Dosen- und Nassfutter immer unübersichtlicher.

Jeder Hersteller preist sein Futter mit Schlagworten wie getreidefrei, frei von Gluten, mind. XY Prozent Fleischanteil, ohne Konservierungsstoffe, enthält Mineralien, gesunde Öle, Spurenelemente und Vitamine und Ähnlichem an. Der Hundehalter liest es und schenkt dem Glauben – leider. Denn viele Zusätze sind zwar für eine ausgewogene Ernährung relevant, doch sie sollten in den natürlichen Zutaten des Futters enthalten sein und nicht »künstlich« zugefügt werden.

Bei der Aufschrift »ohne Konservierungsstoffe« dürfte das Haltbarkeitsdatum sechs bis acht Monate kaum überschreiten.

Trockenfuttersorten sollen Öle, aber vor allem ja Fleisch enthalten. Nun stellt sich die Frage, wieso viele Futtersorten ohne Konservierung über Jahre hinweg nicht einmal den Geruch verändern. Jeder Verbraucher kann sein Trockenfutter einem kurzen Test unterziehen. Stellt man ein Handvoll Futter in einem Töpfchen einige Tage in die Sonne und es passiert nichts - keine Geruchsveränderung, kein Schimmel, nicht ranzig - müssen doch Antioxidantien zugesetzt sein.

Ein weiterer Trend in der Fütterung ist derzeit die Aussage, dass Hunde hervorragend Getreide verdauen können.

Sicherlich gibt es einige Hundetypen, denen die Verdauung von Getreide, und dazu zählen Süßgräser wie Weizensorten, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse und Reis, keine Probleme bereiten. Und ob ein Hund das Gen für die Verdauung von Getreide in sich trägt, bedeutet noch nicht, dass es auch aktiv ist. Die Kohlenhydrate, die ein Hund benötigt, sollten zudem nicht aus Getreide, sondern aus dem Gemüseanteil der Futterportion kommen. Es ist also ein Trugschluss zu glauben, dass Getreide für eine gesunde Ernährung wichtig sei.

In puncto Fleisch stimmen die Angaben auf den Futtersorten nur selten.

Rechnet man die Prozentangaben einmal nach, kommen die wenigsten Futtersorten auf die Prozentangaben an Fleisch, mit denen sie vorn auf der Verpackung werben. Zudem ist Fleisch nicht gleich Fleisch. Kaum ein Hersteller gibt seine Fleischquelle bekannt.

Es gibt sogar Futtersorten mit so wenig Fleischanteil, dass es mit 19% (Genussmittel) statt mit 7% (Lebensmittel) Mehrwertsteuer besteuert wird.

Dosen- oder Nassfutter

Dosen- oder Nassfutter

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Zutatenliste in der Reihenfolge der Menge im Futter anzugeben ist.

Bei der Beschreibung »Zusammensetzung« müssen keine Prozentangaben stehen, es sei denn, der Hersteller weist auf einen bestimmen Bestandteil besonders hin. Die Prozentangaben von Fleisch, Gemüsesorten und anderer Bestandteile sind freiwillig. Jedoch müssen Hersteller die prozentualen Anteile der Bestandteile angeben, wenn der Kunde danach fragt.

Bei der Beschreibung »Inhaltsstoffe« ist eine prozentuale Angabe gesetzlich vorgeschrieben. Die Inhaltsstoffe (Rohproteine, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, etc.) geben keine Auskunft über ihre Quelle. Beispielsweise bedeutet ein hoher Anteil Rohproteine (Eiweiß) nicht, dass der Fleischanteil hoch ist, denn es könnte sich auch um pflanzliche Eiweiße handeln.

Ob nun ein Hundefutter von guter Qualität ist oder nicht, kann vor allem an der Zusammensetzung erkannt werden.

Dort sollte als erste Position eine Fleisch Proteinquelle mit Prozentangabe stehen. Fleisch muss bei Trockenfutter zu Mehl verarbeitet werden, damit überhaupt ein Pellet entstehen kann. Es sollte sich dennoch um Fleisch, also um Fleischmehl, Rindfleischmehl, Muskelfleischmehl, Geflügelfleischmehl, etc. handeln. Nicht aber um Tiermehl, Rindermehl oder Geflügelmehl, denn dazu zählen auch Federn, Schäbel, Hufe, Hörner und andere minderwertige Proteinquellen. Danach sollten die Gemüseanteile folgen, wobei hier Süßkartoffeln den normalen Kartoffeln vorzuziehen sind. Reis, Weizen, Mais und andere Kohlenhydratträger sollten vermieden werden, wenn Hunde zu Blähungen und Hautproblemen neigen. Gluten dienen als Klebemittel, damit die Einzelzutaten sich zu einer Masse verbinden. Dem ist nicht grundsätzlich etwas Negatives zuzuschreiben, verursacht aber bei einigen Hunden eine Futtermittel Allergie.

Nur sehr wenige Hersteller geben den Energiegehalt, also die Kilokalorien (kcal) / Kilogramm (kg) an. Diese Angabe sagt aus, wie viel von dem Futter tatsächlich verwertet wird. Eine Angabe, die durchaus als Qualitätsmerkmal angesehen werden kann.

Ein Punkt sollte bei allen Recherchen über Hundefutter in die Überlegung des Hundehalters noch mit einfließen.

Bei der Menge an Hundefutter die in unserem Land auf dem Markt ist, darf sich jeder die Frage stellen: »Woher kommen die Tiere, die für das Hundefutter verwendet werden.« Insbesondere, wenn das Fleisch nicht aus Deutschland stammt, fallen Kosten u. a. für Transport, Kühlung, etc. an. Dementsprechend müsste das Futter einen Mindestpreis haben, um wenigstens kostendeckend zu wirtschaften. Wie rechnet sich das bei Billig-Futter, was zu zig Tonnen in Deutschland, teilweise sogar Europa, angeboten wird?

Frisch zubereitetes Hundefutter

Frisch zubereitetes Hundefutter

Frisch zubereitet ist Hundefutter gesund.

Beachtet der Hundebesitzer alle Kriterien und informiert er sich großflächig, bleibt ihm nur das Ausprobieren und Beobachten, um festzustellen ob sein Hund das Futter verträgt oder nicht.

Alternativ dazu kann das Futter selbst zuzubereiten werden. Ob dabei das Fleisch roh, was artgerechter wäre, oder gekocht verfüttert wird, ist insofern sekundär, weil der Hund faktisch nur das bekommt, was der Mensch beifügt. Ohne Konservierung, Farb- und Aromastoffe, Verdickungsmittel oder künstliche Zusätze.

Zurück zu Hundeernährung

Diese Seite teilen

  • Facebook

  • Twitter

  • google+

Rat und Tat

Hundenachrichten

Besuchen Sie uns auf

  • facebook

    facebook
  • google+

    google+
  • twitter

    twitter
  • youtube

    youtube