Verdauungsprozess | Rat Hund Tat
Verdauungsprozess

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Verdauungsprozess

Magen

Der Magen ist ein Hohlmuskel und wird als Sackmagen beschrieben. Seine extreme Dehnbarkeit lässt eine immense Nahrungsaufnahme zu, die er portioniert an den Darm abgibt. Bis zu 24 Stunden kann der Hund seine Nahrung im Magen deponieren. Das erklärt, wieso frei lebende Kaniden ihren Welpen erst in der Wurfhöhle gefressene Beute unverdaut vorwürgen können.

Die Produktion der Verdauungssäfte steht im direkten Zusammenhang mit dem Fleischanteil in der Nahrung.

Je höher der Fleischanteil ist, umso mehr Säure wird produziert, umso eher wird der Speisebrei an den Dünndarm abgegeben, um so weniger Gärung entsteht. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass Nahrung mit einem geringen hochwertigen Eiweißanteil, den Hund unnötig belastet. Denn durch die reduzierte Magensäureproduktion ruht das Gefressene länger im Magen, wodurch Gase entstehen, die Blähungen verursachen.
Der Magensaft setzt sich aus Salzsäure, die Bakterien abtötet, Schleim, der die Magenwand vor einer Eigenverdauung schützt, und Enzymen, die für die Proteinspaltung erforderlich sind, zusammen. Die Salzsäure aktiviert das inaktive Enzym Pepsinogen, damit es in Pepsin umgewandelt wird. Das Pepsin spalten nur in einem stimmigen sauren Milieu tierische Proteine der Nahrung. Durch Muskelkontraktionen wird der entstandene Speisebrei portionsweise an den Darmtrakt abgegeben.

Darmtrakt

Die Darmlänge liegt, im Verhältnis zur Körperlänge, bei Allesfressern (Omnivoren) ungefähr bei 6,8 zu 1 (Mensch, Hund), bei Pflanzenfressern (Herbivoren) zwischen 10:1 bis 23:1 (Schafe, Pferde, Kühe) und bei Fleischfressern (Karnivoren) bei 3:1 (Katzen).  Die Kürze des Darms und der hier kurzzeitige Verbleib der Nahrung erklären, warum Hunde keine komplexen Kohlenhydratverbindungen verdauen können. Sie benötigen, durch Vorverdauung, Pürieren oder Erhitzen aufbereitete pflanzliche Nahrung. Denn erst hier kommen aus der Bauchspeicheldrüse, der Darmwand und der Leber die Verdauungsenzyme hinzu, die es ermöglichen, den Pflanzenteil der Nahrung aufzuspalten.

Während der Dünndarmpassage werden die Nährstoffe über die Darmwand in das Blut abgegeben.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist dabei der Katalysator zur Umwandlung für Aminosäuren, Fettsäuren und Glukose. Ihr Sekret enthält ein Enzym zur Verdauung von Eiweiß, Kohlenhydraten und Stärke. Zudem sorgt es für die Insulinproduktion. Ist die Bauchspeicheldrüse gestört, kann kein basisches Milieu entstehen und es kommt zu Verdauungsstörungen. Der aus der Leber kommende Gallensaft lässt Fette spalten und steigert deren Löslichkeit zur besseren Diffusion durch die Darmwand. Am Ende der Dünndarmpassage ist die Verdauung weitestgehend abgeschlossen.

Im Dickdarm werden unverzichtbare Vitamine produziert, u.a. Vitamin C, die Bakterien der Darmflora sorgen für die Spaltung bisher unverdaute Ballaststoffe und es werden Wasser, Mineralstoffe und Elektrolyte resorbiert.
Die Darmflora ist für die Gesunderhaltung überaus entscheidend. Sie steuert einen Großteil zu einem stabilen Immunsystem bei. Werden die wertvollen Darmbakterien durch Wurmkuren oder Antibiotika abgetötet, verhindert dies die Produktion von Vitaminen, die das Immunsystem begünstigen.

Am Ende des Dickdarms gelangt der Speisebrei in das Rektum  und wird als Kot ausgeschieden.

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