Prägephase | Rat Hund Tat
Prägephase

Prägephase

Die Prägung des Hundes beginnt mit der 4. und endet ca. mit der 8. Lebenswoche. Eine der intensivsten Lernzeiten für den jungen Hund.

Erlebt und lernt der Welpe in dieser Zeit wenig bis gar nichts und erhält noch nicht einmal Basissicherheit der Mutter, zeigt sich die mangelhafte Prägung bis ins hohe Alter. Die Verluste sind kaum auszugleichen, auch wenn Hunde bis ca. 1,5 Jahren einiges nachholen können.

In der Prägephase lernt der Welpe zunächst, was und wen es in seinem Umfeld alles gibt, aber noch nicht, wie er damit agieren soll.

Ein verantwortungsvoller Züchter nimmt in dieser Phase bewusst Einfluss auf die Lernprozesse, um die sensorische und motorische Entwicklung des Welpen zu fördern und ihn auf sein zukünftiges Leben in einer neuen Sozialgemeinschaft vorzubereiten.

Der Bewegungsapparat wird über das Reflexverhalten gesteuert.

Dadurch sind die Bewegungen der Welpen in der Prägephase noch unbeholfen und tapsig.

Lernen die Welpen unterschiedliche Untergründe wie Sand, Kiesel, Wasser, Teppich, Gras, bewegliche Böden oder Ähnliches kennen, stellt das Gehirn neuroyale Verknüpfungen dazu her. Der Welpe lernt, jede Pfote bewusst aufzusetzen. Dadurch wird seine Beweglichkeit feiner und zielgerichteter.

Tapsige Welpen

Die Sinneswahrnehmung, die sensorischen Fähigkeiten, entwickelt der Welpe über Reize wie Bewegung, Berührungen, Gerüche und Geräusche.

Er verinnerlicht die Stimuli und lernt sie zuzuordnen. Ebenso beginnt eine gezielte Kommunikation mit seinen Sozialpartnern, wie dem Züchter und seinen Geschwistern.

Die Prägephase eines Welpen ist eine überaus sensible Zeit, da sich Erlebtes für immer in das Gedächtnis des Hundes verankert. Bei vielen negativen Erlebnissen, in denen der Schreck- und Schmerzreflex ausgelöst wird, ist die Gefahr eines Traumas entsprechend hoch. Erlebt er jedoch viele positive Erfahrungen, insbesondere durch einen oder sogar seinen Menschen, ist die Wahrscheinlichkeit für einen optimistischen Hund gegeben.

Die Erstkontakte der zukünftigen Hundebesitzer finden ungefähr ab der 6. Lebenswoche statt.

Ihre Einflussnahme auf Lern- und Prägungsprozesse ist gering. Mit ein wenig Fachwissen können sie dennoch jetzt schon erkennen, wie sich ihr Welpe tendenziell entwickeln könnte.

Rassenspezifische Eigenschaften

Rassenspezifische Eigenschaften

Die rassenspezifisch dominierenden Instinkte und der Charakter des Welpen setzen die Priorität des Lernens.

Bei ausgeprägten sozialen Rudelinstinkt wird der Welpe bereits jetzt Kooperationsbereitschaft zum Menschen zeigen, wenn er mit ihm spielen möchte. Das Sozialverhalten sollte bei allen Welpen gefördert werden, vor allem bei den Charakteren, die weniger Teamwork zum Menschen zeigen.

Erkundet ein Welpe im Alleingang furchtlos seine Umwelt und lässt sich mit einem Spielangebot davon nicht abbringen, sollte darauf Einfluss genommen werden.

Die Neugier eines Welpen ist zwar erfreulich, doch wenn er sich

  1. jetzt schon aus dem Sicherheitsbereich seiner Mutter entfernt und
  2. nicht mit einer sozialen Interaktion davon abbringen lässt,

wird seine Erziehung kein Kinderspiel.

Fast alle Welpen zeigen in diesem Alter bereits Jagdsequenzen. Sie reagieren auf Bewegungsreize und laufen denen nach. Wird dieses instinktive Verhalten in diesem Alter gelenkt und geleitet, beugt es einem späteren unerwünschten Jagdverhalten vor.

Welpen, die sich bei Besuchern zurückziehen und weniger gern berühren lassen, sollten sanft aus ihrem »Schneckenhaus« geholt werden.

Mit ihnen sollte viel Körperkontakt, Holding und Schmusen, geübt werden. Denn Menschen fassen Hunde an, auch ungefragt. Der Welpe sollte frühzeitig, mit viel Einfühlungsvermögen lernen, dass Berührungen »normal« sind.

Bei sorgfältiger Prägung wird der junge Hund auf das kommende Leben unter Menschen vorbereitet sein. Welpen entwickeln sich nicht von allein in die menschliche Gesellschaft. Sie brauchen Anleitung, Erziehung und einen verbindlichen Sozialpartner.

Werden die jungen Hunde frühzeitig auf die Umwelt und menschliche Führung geprägt, entwickeln sie soziale Kompetenz, was ihnen eine Integration erst ermöglicht.

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