Borreliose | Rat Hund Tat
Borreliose

Borreliose

Bakterielle Infektion

Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit, bei die Zecke selbst infiziert sein muss. Sie trägt die Bakterien in ihrem Darm. Beißt sich die Zecke fest, saugt sie Blut, das durch seine Wärme für die Vermehrung der Bakterien im Darm sorgt. Diese Bakterien können die Darmwand durchdringen und in die Speicheldrüsen der Zecke wandern. Mit dem Speichel überträgt die Zecke die Bakterien auf seinen Wirt. Sie selbst infizieren sich meist bei Wildtieren, die gegen die Borreliose immun sind.

Da es verschiedene Arten der Borreliose gibt, ist eine Impfung umstritten.

Werden die Bakterien auf einen gesunden, immunstabilen Hund übertragen, startet sein Organismus sofort sein Abwehrsystem. Er bildet Antikörper, die die Erreger umschließen, wodurch ein Antigen-Antikörper-Komplex gebildet wird. Im Normalfall erkrankt ein Hund damit nicht an Borreliose.

Ein Ausbruch der Erkrankung kann mit Fieber, vergrößerte Lymphknoten, Mattigkeit, Muskelschmerzen und Appetitlosigkeit einhergehen. Doch nur ca. 1% aller Hunde erkrankt tatsächlich daran, obwohl sie nahezu das 100-fache die Erreger in sich tragen. Hunde scheinen demnach fast immun dagegen zu sein.

Doch die Borrelien sind trickreich und besitzen die Fähigkeit, sich verstecken zu können.

Sie dringen in Zellen ein, wo sie von den Antikörpern nicht aufgespürt werden können. Oder sie verändern ihr Erscheinungsbild, womit sie »unsichtbar« für die Antikörper werden. So kann es passieren, dass sich Symptome erst nach einigen Monaten zeigen.

Zeigt ein Hund Symptome von Gelenkentzündungen oder Lahmheit, kann sein Antigen-Antikörper-Komplex die Ursache dafür sein, wenn dieses sich in den Organen abgelagert hat. Dieser Verlauf ist wiederkehrend und tritt schubweise auf, ähnlich der Malaria.

Eine Übertragung auf Artgenossen oder den Menschen kann praktisch ausgeschlossen werden.

Der Nachweis von Borrelien erfolgt durch ein Blutbild. Bei einem sehr häufig vorkommenden positiven Befund wird nur der Erreger nachgewiesen, was nicht gleich bedeutet, dass der Hund auch eine entsprechende Klinik zeigt. Das heißt, dass er den Erreger zwar in sich trägt, die Erkrankung aber nicht ausbricht.

Eine Behandlung erfolgt über die Langzeitgabe von Antibiotika, um möglichst viele im Körper befindlichen Erreger zu eliminieren. Der Einsatz dieser Medikamente sollte wohl überlegt sein. Sie sollten nur verabreicht werden, wenn Hunde Symptome zeigen oder eine chronische Borreliose durchlaufen.

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