Hunde artgerecht korrigieren | Rat Hund Tat
Hunde artgerecht korrigieren

Hunde artgerecht korrigieren

Nahezu jeder Hund muss, im Laufe seines Zusammenlebens mit Sozialpartner Mensch, eines Tages einmal korrigiert werden.

Bei einem angemessenen und artgerechten Tadel wird der Hund es akzeptieren, möglicherweise auch verstehen, denn in der intraspezifischen Kommunikation gehören Korrekturen und Tabus zur Erziehung. Belobigungen gibt es jedoch nicht, zumindest nicht so, wie Menschen es praktizieren. Etwas gut und richtig zu machen, ist in einem Hunderudel selbstverständlich, denn darauf zielt die innerartliche Erziehung ab.

Ob, wann, wie und warum getadelt oder gelobt wird, oder ob ein Tabu notwendig ist, steht im Zusammenhang mit dem Erziehungsverlauf und Alter des Hundes.

Erwachsene Hunde leben durch und mit Erfahrungen und Erinnerungen. Sie haben ihre Verhaltensweisen bereits gefestigt oder verinnerlicht. Die Erziehung nimmt einen untergeordneten Rang ein. Zeigen sie unerwünschtes Verhalten, sollte zunächst geklärt werden, woher es rührt.

Bei Welpen, die noch nicht wissen können, wie sie sich bei ihrem Menschen verhalten dürfen, hat die Erziehung noch oberste Priorität. Auch wenn es nicht gerne gehört wird: Erziehung kann nicht nur freundlich sein. Ein gewisser Grad an Autorität gehört zum Leben. In der hündischen Sprache finden sich eine Vielzahl unterschiedlicher Korrekturformen. Wir beschränken uns zunächst auf zwei, die der Mensch einfach lernen und umsetzen kann.

Welpen und Junghunde testen Grenzen aus und versuchen, persönliche Vorteile zu erwirken.

Diesen natürlichen Entwicklungsprozess sollte der Mensch lenken und leiten. Erobert sich ein Welpe beispielsweise ein Platz auf dem Sofa, kann der Mensch beim ersten Versuch ein Tabu setzten. In dem Fall gibt er seinen Welpen, zeitgleich mit dem Sprung auf das Sofa, mit den Fingern einen Stups (auch Nackenstoß genannt) im seitlichen Schulter-Hals-Bereich.

Dabei zwickt er den Welpen leicht, knurrt und zeigt dem Welpen seine Zähne. 

Mensch setzt Tabu beim Hund

Mensch setzt Tabu beim Hund

Dieses Vorgehen einer Korrektur klingt möglicherweise befremdlich.

Ein Welpe jedoch versteht diese Form des Korrigierens sofort und es ist ihm anzusehen. Nun folgt eine sofortige Kommunikation in Form von Fellknabbern (der Mensch krabbelt mit seinen Fingern über den Nacken und Rücken des Welpen) und ein Angebot zur Handlungsalternative, beispielsweise das Signal Decke, Körbchen oder Bench (Box).

Tabus sollten so selten wie möglich erfolgen, denn hierbei handelt es sich um die Aussage: »DAS will ich von dir niemals wieder sehen!« Wird bei allen lapidaren Fehltritten immer gleich ein Tabu gesetzt, verliert es seine Wirkung. 

Bei einer artgerechten Korrektur verzichtet der Mensch darauf, körperlich zu agieren.

Er knurrt und zeigt die Zähne, vergleichbar zu Hunden untereinander. Und auch hier erfolgt die Vorgabe einer Alternativhandlung, denn die Aussage ist: «Lass DAS, tue dies.« Tiefes kehliges Knurren kann der Mensch lernen, er muss es halt einfach üben. Wem es nicht gelingt es zu lernen, ohne seine Stimmbänder zu quälen, kann es mit einem tiefen Räuspern oder einem tiefen, gepressten NO probieren. Wurde die Korrekturform etabliert, reicht später auch ein menschliches Brummen zur situativen Klärung aus.

Loben ist in der hündischen Sprache nicht vorgesehen.

Das Loben ist ein emotionales Bedürfnis der Menschen, dass für eine positive Stimmungsübertragung sorgt. Und genau diese positive Ausstrahlung motiviert Hunde, weiter zu kooperieren.

Die Emotionen des Menschen bei Lob, Tadel und Tabu fördern oder verhindern erwünschte Lernprozesse. Bei Korrekturen und Tabus sollte der Mensch nicht aus einem Wutgefühl heraus vorgehen, denn es geht um das Verhalten des Hundes und nicht um ihn persönlich.

Beim Loben darf es dafür etwas mehr sein. Von einer positiven Stimmung ihrer Menschen lassen sich Hunde gerne anstecken und mitnehmen.

Nackengriff ist Tabu

Nackengriff ist Tabu

Absolut Tabu für den Menschen:

Das Nackenschütteln eines Welpen. Das ist weder eine Korrektur noch ein Tabu, sondern eine Tötungssequenz. Niemals würde eine Hundemutter das mit ihren Welpen machen.

Fremde Hunde anknurren. Hunde verstehen diese Aussage. Einige von ihnen akzeptieren kein Anknurren von unbekannten Personen, bzw. reagieren offensiv darauf.

Hinweis:

Korrekturen gehören zur Kommunikation und sind nicht als Bestrafung anzusehen. In der intraspezifischen Kommunikation werden dabei weder Schreck noch (beabsichtigt) Schmerzen ausgelöst. Orientiert sich der Mensch daran, kann er die kommunikativen Korrekturformen von Hunden in seine »Sprache« integrieren.

Eine Korrektur sollte immer nur dann erfolgen, wenn eindeutig sichergestellt ist, dass der Hund Alternativhandlung kennt und bereits damit agierte. Zuvor ist eine stetige Wiederholung vorangegangener Signale anzustreben.

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