Interpretation der hündischen Sprache | Rat Hund Tat
Interpretation der hündischen Sprache

Interpretation der hündischen Sprache

Die hündische Sprache ist ein Produkt aus Körperhaltung, Mimik, Bewegung, Positionierung und Lautäußerungen.

Für einen inhaltlich korrekten Informationsaustausch zwischen Mensch und Hund benötigt der Mensch Kenntnisse über die hündische Sprache. Denn Hunde können die menschlichen Worte erst verstehen, wenn diese für sie gedolmetscht wurden. Es liegt also in der Verantwortung des Menschen, für eine kongruente Sprache zu sorgen.

Betrachtet man die hündische Sprache als wortlose Fremdsprache, bedarf es der genauen Beobachtung von Hunden für eine fehlerfreie Interpretation ihrer Aussage. Grundsätzlich muss ein Hund immer in der Gesamtheit angesehen werden.

Anhand des folgenden Beispiels ist zu erkennen, wie komplex die Sprache der Hunde ist. Der Spielraum der Interpretation aus diesem, nur kleine Auszug der hündischen Sprache, ist groß.

Begegnen sich zwei Hunde frontal, ist diese Form der Annäherung wenig freundlich gemeint.

Derartige Begegnungen eskalieren nicht, wenn einer der beiden Hunde sich submissiv zeigt. Dieser Hund wird durch seine Körperhaltung und -stellung und mit Hilfe seiner Mimik seinem Gegenüber zeigen, dass er kein Interesse an einem Konflikt hat. Der auf diese Weise kommunizierende Hund ist dabei nicht automatisch der Schwächere. Er könnte der Klügere sein, der durch seine Erfahrungen souveränes Konfliktmanagement betreibt.

Weiß der Mensch, dass eine Frontalbegegnung für den Hund keine Nettigkeit ist, versteht er auch, warum sein Hund bei einem Spaziergang in einer Frontalbegegnung eines anderen Mensch-Hund-Teams möglicherweise ungehalten oder ängstlich reagiert.

Vergleichbar damit ist die Frontalbegegnung zum Menschen. Möchte der Mensch, dass sein Hund frontal vor ihm sitzt, begegnen sich die beiden auf unfreundliche Art und Weise.

Vergleicht man dieses Beispiel mit einer freundlich gemeinten Hundebegegnung, lassen sich eindeutige Unterschiede erkennen. Unbekannte Hunde blicken sich nicht in die Augen. Sie lernen sich über Kopf und Hinterteil kennen. Das heißt, die Hunde beschnüffeln erst den Kopf-Hals-Bereich, dann den hinteren Körperbereich des anderen Hundes, wobei sie evtl. umeinander herumkreisen. Bei Sympathie kann eine Spielsequenz folgen, bei Interesselosigkeit trennen sie sich voneinander und gehen ihrer Wege.

Ein direkter Blick in die Augen verlangt einen Stillstand.

Treffen zwei Hunde aufeinander, der eine starrt den anderen mit einem unausweichlichen Blick an, wird der andere in seiner Bewegungssequenz innehalten. Er erstarrt gewissermaßen unter dessen Blick.

Diese Kommunikation praktizieren Hunde bereits auf größere Distanzen, beispielsweise im Stadtpark oder auf Hunde-Spiel-Wiesen. Der erstarrte Hund darf sich also nicht bewegen, behält dabei aber den fixierenden Hund im Blickfeld.

Einen in der Weise positionierten Hund sollte der Mensch nicht abrufen.

Hier findet ein intensives und klärendes Gespräch zwischen zwei Hunden statt. Der eine, der die Situation regelt und der anderen, der die Anweisungen auszuführen hat. Folgt der Ausführende dem Rufen seines Menschen, könnte der Fixierende seiner Anweisungen mehr Ausdruck verleihen, indem er den Weglaufenden durch eine Korrektur, einen kurzen Vorstoß oder die T-Stellung (bedeutet räumliche Begrenzung) erneut zum Stillstand zwingt. 

Für eine fehlerfreie Interpretation der hündischen Sprache in dieser, nicht selten vorkommenden Situation, braucht der Mensch ein geschultes Auge und Beobachtungsgabe.

Zunächst sieht es so aus, als ob der angegriffene Hund sich korrekt verhalten hat und der Angreifer der Übeltäter ist. Aus hündischer Sicht ist das jedoch genau andersherum. Hätte der Mensch seinen Hund nicht gerufen, wäre es zu keiner Eskalation gekommen.

Eine andere Handlungsvariante in dieser Situation ist die Ignoranz des gerufenen Hundes. Ein Hund, der dem Rückruf seines Menschen nicht folgt, könnte erfahrungsgemäß die Situation richtig einschätzen. Bevor er eine Eskalation provoziert, bleibt er lieber stehen und ignoriert seinen Menschen. Der Mensch interpretiert hierbei die Handlung oder das Nicht-Gehorchen seines Hundes als Gehorsamsverweigerung.

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