Futter-Aggression | Rat Hund Tat
Futter-Aggression

Futter-Aggression

Ist Kommunikation

Die hündische Kommunikation ist komplex und in den meisten Fällen eindeutig, wenn Mensch sie denn versteht. Bei der intraspezifischen symmetrischen Kommunikation verdeutlichen Hunde binnen weniger Sekunden ihre Angelegenheiten. Inwieweit sie einander übereinstimmen ist von ihrer Erfahrung und ihrem sozialen Status abhängig.

Der Begriff Futter-Aggression wird in der Hundewelt häufig benutzt, doch oftmals in einem nicht korrekten Zusammenhang.

Aggression ist ein Verhalten des Hundes, was zur Rückgewinnung einer für ihn friedlichen Situation führen soll. Der Hund zeigt also aggressives Verhalten, weil er sich in einer Situation befindet, die er nicht kompensieren kann. Um für sich einen neutralen Zustand zu erlangen, reagiert er mit Aggression, die immer an einen Gegenpart gekoppelt ist.

Spricht man von Futter-Aggression ist vielmehr die Ressourcen-Verteidigung gemeint. Zu den Ressourcen gehören alle Dinge, an denen der Hund einen Besitzanspruch stellt oder stellen kann. In erster Linie ist es Nahrung, da sie für ihn existentiell ist. Hunde kommunizieren beeindruckend über Futter und das bereits im Welpenalter.

Hundeeltern nutzen die Ressource Futter zur Erziehung beim Kreieren von Tabus.

Aber auch erwachsene Tiere demonstrieren ihren Status über Futter, unabhängig davon, ob ihre Konversation mit einem Artgenossen oder Menschen stattfindet.

Ein Tabu bedeutet, in Zusammenhang mit Futter, dass der Hund seinem Gegenüber einmalig, eindeutig und endgültig erklärt, dass es sich um sein Eigentum handelt. Sein Gegenüber sollte niemals Hand oder Schnauze daran legen. Und falls doch, wird er seinen Besitzanspruch aktiv durchsetzen.

Ein beeindruckendes Beispiel für eine solche Konversation konnte Vroni Effner mit der Kamera einfangen. Freundlicherweise stellte sie uns das Video ihres 4-jährigen Tamaskan Rüde Jack zur Verfügung, indem er seinem eineinhalb Jahre alten Artgenossen erklärt, dass er sich von seinem Futterstück fernhalten soll. Sogar, als Jack den Raum verlies, akzeptierte der Shiba Inu Rüde Jim das Tabu. Ansonsten, so teilte uns Vroni mit, sind die zwei ein Herz und eine Seele.

Wir weisen darauf hin, dass die beiden Hunde zu einer Sozialgemeinschaft gehören. Ein solch souveränes Tabu sieht man nur innerhalb einer Gruppe.

Jack wäre sicherlich nicht so ruhig, würde ein Gruppenfremder an sein Futter herantreten. Der Mensch darf demnach nicht davon ausgehen, dass Hunde untereinander grundsätzlich auf diese ruhige Weise ihre Ressourcen beanspruchen.

Mit diesem Video möchten wir verdeutlichen, dass Zähne blecken, Nase kräuseln, Knurren und eine leichte Scheinattacke nicht mit der alltagssprachlich genutzten Aggression zu verwechseln ist.

Es handelt sich also nicht um »Futter-Aggression«, sondern um eine Kommunikation, die das Eigentumsrecht, angepasst an die Rangposition, klärt.

Futter Aggression

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