Dem Kochtopf entkommen | Rat Hund Tat
Dem Kochtopf entkommen

Dem Kochtopf entkommen
20. Mai 2016

Januar 2016 ließ die Tierschutzorganisation »The Humane Society of the United States« 23 Hunde von Südkorea in die Vereinigten Staaten fliegen. Für sie soll ein neues Leben beginnen.

In einigen asiatischen Ländern landen auch heute noch viele Hunde im Kochtopf.

Südkorea nimmt dabei eine bizarre Stellung ein. Hier werden Hunde für die Fleischproduktion gezüchtet. Andere Länder bedienen sich eher an den streunenden Straßenhunden, berichtet die Tierschutzorganisation »The Humane Society of the United States« auf ihrer Website.

Von der koreanischen Bevölkerung essen noch ca. ein Fünftel der jungen Leute Hundefleisch. Für die Generation 50plus ist es vielmehr ein Überbleibsel aus der Nachkriegszeit, in der Hunde häufig die einzig bezahlbare Proteinquelle waren. Den Handel jedoch zu stoppen, bedeutet mehr, als ein Verbot auszusprechen.

Die 23 geretteten Hunde stammen aus der Zwingeranlage des 54-jährigen Gong In-Yeong. Er selbst ist wenig stolz auf sein Geschäft, doch hielt ihn der Verkauf der Tiere monatlich über Wasser. Die meisten seiner Hunde, 270 insgesamt, wurden bereits in der Anlage geboren. Unter ihnen sind u.a. Golden Retriever, Rottweiler, Huskys und Bernhardiner.

Bei der Rettung vor dem Kochtopf begrüßte Gong In-Yeong die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation freundlich begrüßt.

Die Übergabe der Hunde verlief problemlos, wie auf dem Video der Organisation zu erkennen ist. Zudem wirken die Anlage und die Hunde in dem Bericht überraschend ordentlich. Bevor die Hunde in die Vereinigten Staaten fliegen, genießen sie vorerst ihre Quarantäne in adäquaten Unterkünften, ärztliche Versorgung und ein Sozialisierungsprogramm.

Rettungsaktionen dieser Art erfordern eine umfangreiche Vorbereitung.

Das internationale Rettungsteam der Humane Society of the United States muss zunächst die Bauern bekehren. Immerhin bedeutete es für sie einen erheblichen finanziellen Verlust bis hin zum Bankrott, wenn sie Hunde nicht mehr für den Kochtopf verkaufen. Dank intensiver Aufklärung, alternativer Programme und großzügiger Hilfestellung gelingt es immer häufiger, die Landwirte zum Umdenken zu bewegen. Wer sich beruflich neu orientiert und auf Gemüsebau umstellt, erhält eine Finanzspritze im fünfstelligen Bereich. »Es ist zwar eine kostspielige Maßnahme«, erklärt Andrew Plumbly, »aber es lohnt sich.«

Herr Gong In-Yeong sicherte zu, seine Tore für Hundefleisch für immer zu schließen. Er beginnt mit dem Anbau von Blaubeeren.

Da die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea vor der Tür stehen, befindet sich das Land gerade unter Zugzwang. Ein Vorteil für eine problemlose Ausfuhr der Tiere in die Vereinigten Staaten. Denn das Land wird zum globalen Schaufenster, wo Hundeschlachtungen kontrovers zur Moderne stehen. Ein Makel aus Sicht der westlichen Welt, den sich das Land weder leisten kann, noch will.

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