Eine besondere Form des Missbrauchs | Rat Hund Tat
Eine besondere Form des Missbrauchs

Symbolbild

Eine besondere Form des Missbrauchs
18. Februar 2015

Der Bernhardiner ist der Nationalhund der Schweiz. In Zermatt warten täglich sechs bis sieben Hunde auf ein Fotoshooting mit Touristen. Ihre Haltung jedoch grenzt an Tierquälerei.

Sylvia Nanzer vom Tierschutz Oberwallis kämpft schon seit Jahren, gemeinsam mit Julika Fitzi vom Schweizer Tierschutz, gegen diese Einrichtung. Es sei sicherlich eine nette Erinnerung, ein Foto im Schnee, bei strahlender Sonne, in den Bergen, mit einem Bernhardiner. Doch den Hunden gehe es nicht gut, sagt sie.

Der Gemeindepräsident Zermatts sieht in der Haltung der Hunde keine Verfehlung gegen das Tierschutzgesetz. Nach mehrfachen Kontrollen durch das Veterinäramt liege kein Regelverstoß vor, so seine Aussage.

Die Bewohner Zermatts stellen sich auf die Seite der beiden Tierschützerinnen. Denn sie haben die Erfahrungen sammeln müssen, dass die Foto-Bernhardiner bereits wiederholt ungewöhnlich aggressiv reagieren. Anfang des Jahres töteten sie sogar einen kleinen Hund.

Frau S. Nanzer, ausgebildete Tierpsychologin, wundert das nicht, denn, so sagt sie: »Durch die Abschottung und den Foto-Drill zeigen die Bernhardiner ein auffälliges Verhalten. Sie haben zu wenig Bewegung und sind stark unterbeschäftigt. Ein Fotoshooting kann einen ganzen Tag dauern. Lange Zeit im Schnee und Sonne führen dann zu tränenden und entzündeten Augen.«

Mehrfach versuchte Frau Nanzer vergeblich die Besitzer der Hunde, die zu verschiedenen Foto-Unternehmen gehören, zur Einsicht zu bekehren. Solange es Touristen gibt, die ein Shooting buchen, werden die Hunde weiterhin allein in einem leerstehenden Haus oder einer Zwingeranlage mit zu wenig menschlicher Betreuung gehalten.

Da die Verantwortlichen zu keiner Änderung bereit sind, raten die Tierschützerinnen dringend von diesen Hunde-Fotoshootings ab.

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