Jagdverband in NRW besteht auf Abschussrechte | Rat Hund Tat
Jagdverband in NRW besteht auf Abschussrechte

Jagdverband in NRW besteht auf Abschussrechte
13. Juni 2014

Eine konfliktgeladen Kontroverse zwischen dem Jagdverband, dem Umweltministerium, dem Naturschutzbund BUND und einigen Tierschutzorganisationen erhitzt zurzeit die Gemüter in Nordrhein-Westfalen.

Der Diskussion zugrunde liegt die Überarbeitung des Jagdrechts in NRW, die Ablehnung, den Jagdverband als Tierschutzverein anzuerkennen und die Pläne des Umweltministeriums, einige Wildtiere unter Artenschutz zu stellen.

Der Landesjagdverband besteht hartnäckig auf ein Abschussrecht wildernder Hunde und Hauskatzen. Angeblich sei durch die Streuner heimisches Wild gefährdet. Ralph Müller-Schallenberg, Verbandspräsident des Landesjagdverbands, lässt verlauten, dass Katzen bis zu eintausend Vögel, Kleinsäuger und Amphibien im Jahr rauben. Deutschlandweit müssen es zu Brut- und Setzzeiten Millionen Niederwildtiere sein, die dadurch ums Leben kommen. Die Jägerschaft sieht sich jedes Jahr aufs Neue gezwungen, wildernde Haustiere zu erschießen. So sterben jährlich bis zu 50 Hunde und knapp 10.000 Katzen durch eine Kugel.

Holger Sticht als NRW Vorsitzender des BUND hingegen meint, das Abschießen von Haustieren sei »grober Unfug«. Dass so ein Vorgehen mit Naturschutz zu tun habe gehöre in das »Reich der Fabelwelt« und definitiv abgeschafft. Insbesondere Hauskatzen stellen keine Gefahr für bodenbrütende Vogelarten dar. Der Bestand bliebe konstant und das in einer Gegend mit der zahlreichsten Katzenpopulation. Hier sei allerdings die Jagd verboten.

Johannes Remmel, Umweltminister der Grünen, strebt eine Modernisierung alter Gesetzesvorlagen an. Zu diesem Zweck lädt er die Verbände von Jagd, Natur-, Tier- und Umweltschutz und Waldbesitzer ein. „Ziel des neuen ökologischen Jagdgesetzes wird eine zeitgemäße Modernisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Jagd in NRW sein. Dazu müssen Tierschutz, Naturschutz und naturnahe Waldwirtschaft Hand in Hand gehen“, sagt Remmel.

Ebenfalls auf dem Prüfstand des Ministeriums stehen die Liste der jagbaren Wildtiere und die Ausbildung von Jagdhunden, die momentan noch an lebendem Wild trainiert werden. »Alternativlos« behauptet die Jägerschaft. Zudem wurde von ihnen bereits eine Klage gegen die Ablehnung als Tierschutzverein anerkannt zu werden, eingereicht. Jagd und Tierschutz widerspreche sich nicht. Vielmehr verstehe sich der Jagdverband als Interessenvertreter der wild lebenden Tiere.

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