Revieren | Rat Hund Tat
Revieren

Revieren

Nehmen Hunde beim Spaziergang die Nase kaum vom Boden und dazu gerne Gegenstände wie Holzstöcke o. Ä. auf, kann das Revieren eine geeignete Beschäftigung für Mensch und Hund sein.

Mit diesen Handlungen versucht der Hund seinem Menschen beizubringen, was es in ihrer direkten Umgebung wichtiges zu riechen gibt und wie man Beute machen kann. Die Bedürfnisse des Hundes können für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden.

So werden Spaziergänge mit sinnvollen Aufgaben für den Hund kombiniert. Daraus entstehen gemeinsame Unternehmungen, die zu einer intensiven Mensch-Hund-Beziehung führen. Der Hund erkennt die Qualitäten seines Menschen und wird verstärkt auf ihn achten.

Zielsetzung

Der Mensch zeigt sich auf eine hündische Art, die den Hund dazu veranlasst, seinen Menschen ernster zu nehmen. Der Hund lernt, dass sein Mensch immer für eine Überraschung gut ist. Das macht neugierig und schult die Konzentration auf den Menschen. Ablenkungsreize wie Wild, freilaufenden Hunde, Mäuselöcher oder Ähnliches werden zur Nebensache. Die Möglichkeit des Freilaufs für den Hund wird verstärkt.

Das Ziel der Übung ist das systematische Absuchen einer großen Fläche nach zu apportierenden oder anzeigewürdigen Gegenständen. Kann der Hund nicht apportieren, kann er sich an einem Zielobjekt absetzen oder ablegen, um so seinem Menschen zu signalisieren, dass er etwas gefunden hat.

Hinweis

  • Um einen unkontrollierten Freilauf des Hundes zu verhindern sollte er abrufbar sein oder mittels einer 10 bis 20 Meter Feld- bzw. Trainingsleine gesichert werden. Wenn bereits möglich kann die Leine als Schleppleine genutzt werden.
  • Reagiert der Hund jedoch gar nicht auf den Rückruf oder auf Leinenzupfer, ist diese Übung für ihn noch nicht geeignet.
  • Das Übungsgelände sollte reizarm und wenig frequentiert sein. Fremde Menschen und Hunde würden den Hund bei seiner Aufgabe zu sehr ablenken.
  • Eine geeignete Übungsfläche wäre ca. 20 Meter breit und 40 Meter lang. Bei Hunden die bereits sicher revieren, darf die Fläche auch größer sein. Für Hunde die noch eine Trainingsleine benötigen, sollte die Breite der Übungsfläche höchstens der doppelten Länge der Trainingsleine entsprechen.
  • Richtungseinweisende Signale sollten bekannt sein, so dass der Mensch seinen Hund auf Distanz lenken kann.
  • Für die Übung werden mehrere Apportl benötigt. Bei Hunden die sich nur bei sinnvollen Aufgaben kooperativ zeigen, kann der Einsatz von Futterbeuteln hilfreich sein. Das Umfeld sollte genauestens beobachtet werden, da ein plötzlich auftauchender fremder Hund ein Anlass zu Besitzstreitigkeiten sein könnte.
  • Für noch ungeübte Mensch-Hund-Teams können Markierungshilfen dienlich sein. Sie zeigen vor allem dem Menschen an wo ein Apportl abgelegt wurde. Sie sollten neben, nicht auf der Spur stecken. Ansonsten könnte das zu einer Fehlkonditionierung führen.
  • Der Mensch achtet darauf, dass der Hund die Richtungsanweisungen befolgt, um eine Verselbstständigung in der Suche zu vermeiden.
  • Für unerfahrene Hunde dienen Hilfsspuren der besseren Orientierung.
  • Während des Übungsaufbaus wartet der Hund im Auto oder wird in Sichtweite, wenn notwendig mittels der Leine für den Moment festgebunden, abgelegt.

Übungsaufbau

Der Mensch steht in der Mitte der kurzen Seite der Übungsfläche, dies ist der Startpunkt der Suche. Die Laufrichtung ist die Mittellinie der Fläche. Von dieser abgehend werden die Apportl im Wechsel nach rechts und links verteilt.
Der Mensch geht entlang der Mittellinie. Nach einigen Metern geht er von dieser einige Schritte nach links weg, setzt die Markierung und wirft von da aus das Apportl etwa einen Meter hinter diese. Nun kehrt der Mensch auf gleichem Weg zur Mittellinie (Kreuzpunkt) zurück und geht weiter entlang der Mittellinie. Wiederum nach einigen Metern geht er nach rechts weg, setzt die nächste Markierung und platziert das Apportl dahinter.

Skizze Übungsaufbau

Skizze Übungsaufbau

Entsprechend werden alle Apportl, gemäß der Skizze, auf der Fläche verteilt.

Sind alle Apportl verteilt, kehrt der Mensch über einen Bogen, damit er nicht erneut über die gelegten Spuren geht, zu seinem Hund zurück.

Mensch und Hund gehen vom Startpunkt aus die Mittellinie entlang. An jedem Kreuzpunkt wird der Hund mit anweisenden Signalen Such oder Revier links bzw. Such oder Revier rechts oder Signalen eigener Wahl zum Apportl geschickt. Der Mensch bleibt während der Anweisung kurz stehen.
Der Hund apportiert das Apportl zu seinem Menschen, der nun der Mittellinie weiter gefolgt ist, so dass er am nächsten Kreuzpunkt dieses entgegennehmen kann. Von dort aus wird der Hund mit entsprechendem Signal zur rechten Seite geschickt, der Mensch geht zum nächsten Kreuzpunkt.
Mit dieser Vorgehensweise werden alle Apportl eingesammelt. Nach dem letzten Apportl wird der Hund lohnend bestätigt und evtl. gefüttert.

Mögliches Verhalten und Optionen

Der Hund sucht selbstständig die Fläche ab, ohne auf die Anweisungen des Menschen zu achten

  • Der Hund hat die kooperative Arbeit noch nicht gelernt.
  • Er braucht seinen Menschen bei der Ausführung nicht.
  • Er nimmt andere Gerüche wahr, die für ihn interessanter sind.

Bei allen drei Verhaltensweisen sollte die Übung abgebrochen werden. Für den Hund muss ein erkennbarer Grund geschaffen werden, der ihn dazu veranlasst seinen Menschen als Initiator zu akzeptieren. Damit steigt die Kooperationsbereitschaft. Revieren ist in diesen Fällen ein verfrühter Übungsansatz.

Der Hund möchte die Anweisungen ausführen, sucht stets den Blickkontakt zum Menschen, findet aber weder Spur noch Apportl

  • Der Hund hat das gezielte Verfolgen der Spur noch nicht verinnerlicht und sucht nicht strategisch. Hier kann der Mensch Hilfestellung geben, indem er seinen Hund über die Übungsfläche begleitet. Dabei trägt der Hund das Apportl bis zu einem Kreuzpunkt, an dem er dieses seinem Menschen übergibt.

Der Hund findet den Apportl, nimmt es jedoch nicht auf

  • Dem Hund sollte zuvor das Apportieren beigebracht werden.
  • Der Hund apportiert generell ungern bis gar nicht. Hier kann dem Hund beigebracht werden den Apportl anzuzeigen, indem er sich hinsetzt und Blickkontakt zum Menschen aufnimmt. Der Mensch geht zu seinem Hund, nimmt den Apportl auf und schickt von dieser Position aus den Hund auf die andere Seite zur Suche.
  • Der Hund findet das Apportl unwichtig oder unsinnig. Der Mensch könnte den einfachen Apportl durch einen Futterbeutel ersetzen um den Sinn in der Aufgabe zu erhöhen.

Der Hund läuft von Markierung zu Markierung ohne tatsächlich zu Revieren

  • Die Apportl wurden immer direkt an der Markierung abgelegt. Der Hund sucht nicht, sondern orientiert sich optisch an den Markierungen. Zukünftig wird das Apportl einen halben Meter hinter oder seitlich von der Markierung abgelegt.

Der Hund sucht nicht mit tiefer Nase und findet vorschnell die Apportl

  • Die Übung ist zu einfach, der Hund benötigt keine Hilfsspuren mehr. Die Apportl werden in der nächsten Übung vom Kreuzpunkt aus nach rechts und links geworfen. Bleibt der Mensch an einem Kreuzpunkt stehen, hinterlässt er dort einen Duftpool. Daran orientiert sich ein geübter Hund und weiß, dass es von dort nach rechts oder links abgehen muss.

Fehlkonditionierungen

  • Lässt man den Hund die Fläche nicht systematisch absuchen sondern frei nach seinem Empfinden, wird er sich bei dieser Übung verselbstständigen. Er wird später richtungsweisende Signale ignorieren.
  • Werden die Apportl immer direkt an den Markierungen platziert und diese auf die Hilfsspuren gesteckt, orientiert sich der Hund daran. Er lernt dadurch nicht mit tiefer Nase die Fläche abzusuchen oder den Geruch der Apportl aus dem Wind aufzunehmen.

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