Suchspiele mit Futter | Rat Hund Tat
Suchspiele mit Futter

Suchspiele mit Futter

Bei einem Hund, der permanent durch ein Leckerchen aus der Hand gelobt wird, kann sich mit der Zeit ein abverlangendes Verhalten zeigen.

Er könnte sich zu einem Bettler und frechen Hund entwickeln, der darauf besteht sofort sein Leckerchen zu bekommen. Zudem kann es sein, dass der Hund bei größerer Distanz zu seinem Menschen ungehorsam erscheint, weil er die Signale seines Menschen nicht ausführen will. Der Abruf klappt ebenso wenig wie das Signal Sitz! oder Platz!.

Ein Grund dafür könnte die Distanz sein, in der das Leckerchen nicht gegeben werden kann. Ein anderer Grund könnte sein, dass der Hund das Leckerchen als bedeutungslos empfindet - er holt es sich später ab.

Das Leckerchen übt keinen positiven Reiz mehr auf den Hund aus.

Futterbrocken bzw. Leckerchen können ihren Reiz wieder entwickeln, wenn sich der Hund anstrengen muss, um es zu bekommen. Werden zudem noch die Leckerchen durch sein eigentliches Futter ersetzt, werden verschiedene natürliche Komponenten im Leben eines Hundes miteinander vereint: Spurensuche, Beute machen, Fressen, satt werden.

Zielsetzung

Bei den Übungen zur Futtersuche wird der Hund sowohl körperlich, als auch geistig ausgelastet. Mensch und Hund sind gemeinsam unterwegs, was das Teamgefühl fördert. Der Hund wird nahezu artgerecht beschäftigt, wobei der Mensch die Vorgehensweise bestimmt. Der Hund lernt dadurch, dass sein Mensch ähnliche Fähigkeiten besitzt wie er selbst. Es lohnt sich demnach ihm zu folgen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

Hinweise

  • Damit der Hund sich bei den Übungen nicht verselbstständigt, sollte er eine Leine tragen, deren Länge ihm den notwendigen Freiraum lässt, mit der der Mensch aber noch sein Verhalten beeinflussen kann.
  • Es sollte in einem reizarmen Umfeld gearbeitet werden. Vor allem aber sollten keine Artgenossen in der Nähe sein. Da mit Futter gearbeitet wird, können Futterstreitigkeiten aufkommen, wenn sich ein Artgenosse nähert.
  • Der Untergrund sollte für den Hund reizarm sein.
  • Der Mensch achtet darauf, dass der Hund erst mit der Suche beginnt, wenn er das entsprechende Signal, z.B. Such!, gegeben hat.
  • Die Übungen erfordern viel Konzentration vom Hund. Wird der Radius um den Futterbrocken beim Suchen immer größer, sollte die Übung pausiert oder sogar beendet werden. Der Hund ist hiermit bereits ausgelastet. Das noch übrige Futter kann dem Hund nach einer kurzen Pause aus einem Beutel oder einer Dose gefüttert werden, so dass er seine gesamte Futtermenge erhält.

Übungsverlauf

Variante 1 - einfach

Die Futterportion befindet sich in einem Futterbeutel, einer Dose oder einem Futtersäckchen. Der Mensch behält die Handschlaufe der Leine in einer Hand, in der sich auch die Futterbrocken befinden. Diese lässt der Mensch auf den Boden fallen und weist den Hund mit zielorientierter Körperhaltung und Wortsignal Such! an, diesen zu suchen. Hat der Hund den Futterbrocken gefunden, wird der nächste fallen gelassen und die Suche wird erneut gestartet.

Sobald der Hund diesen Verlauf verstanden hat, kann der Mensch sich dabei gehend vorwärts bewegen und das Spiel in einen Spaziergang einbauen. Damit sich der Hund anstrengen muss, wird ein nächster Futterbrocken erst fallen gelassen, wenn der Hund gerade einmal nicht zu seinem Menschen schaut.
Nach ein paar Wiederholungen hat der Hund diese Übungsform verstanden: Signal Such! mit zielorientierter Körperhaltung des Menschen bedeutet Futterbrocken suchen, finden und fressen.

Variante 2 - erhöhter Anspruch

Nun können in diese Übungen die Grundsignale Sitz!, Platz!, Bei! und Stopp! mit eingebaut werden.
Der Hund wird abgesetzt und sieht wohin der Futterbrocken fällt. Er darf erst mit der Suche beginnen, wenn der Mensch ihm das entsprechende Signal gibt. Dabei kann der Mensch den Futterbrocken seitlich von sich werfen, zusätzlich einen Abstand zu seinem sitzenden Hund aufbauen, so dass der Hund der Futterbrocken und der Mensch im Dreieck aufgestellt sind.

Der Hund erhält erst das Signal Bei! und wird dann zur Suche geschickt.
Alternativ erhält der Hund das Signal Bei!, wird erneut abgesetzt, der Mensch vergrößert noch einmal die Distanz zu seinem Hund und dann erst wird die Suche gestartet.
Durch den Einbau der Grundsignale kann die Übung sehr abwechslungsreich gestaltet werden.

Mögliches Verhalten und Optionen

Der Hund beginnt nach Aufforderung die Suche nicht

  • Er weiß nicht was er tun soll, er kennt das Wortsignal Such! und das dazu gehörige Körpersignal nicht. Der Mensch erzeugt selbst ein Schnüffelgeräusch und nähert sich dem Futterbrocken mit dem Handsignal. Beginnt der Hund mit der Suche, wird das Wortsignal wiederholt. Nach einigen Wiederholungen wird der Hund das Wortsignal mit seiner Handlung in Verbindung bringen.

Der Hund beginnt zu suchen, aber nicht den Futterbrocken

  • Der Untergrund bietet zu viele Ablenkungsreize. Die Übung wird hier beendet und auf einem reizärmeren Untergrund erneut gestartet.
  • Der Hund ist fehlkonditioniert. Es wurde ihm zu oft und zu schnell bei der Suche geholfen. Die Aufgaben sollten schwieriger gestaltet werden und weniger Hilfestellungen gegeben werden, damit der Hund sich mehr anstrengen muss, um sein Futter zu bekommen.
  • Der Hund mag die Futterbrocken nicht oder ist bereits satt. Übung beenden, eine Pause einlegen oder am nächsten Tag erneut starten.
  • Der Hund fühlt sich unsicher in der Umgebung. Dadurch versucht er von dem Futter abzulenken. Das Übungsgelände wird gewechselt. Eventuell in den heimischen Garten verlegen.
  • Der Hund möchte nicht mit seinem Menschen zusammenarbeiten. In so einem Fall sollte professionelle Hilfe zu Rate gezogen werden.

Der Hund wartet nicht auf die Freigabe zur Suche

  • Die Leine wird verkürzt, so dass der Hund nicht sofort zu dem Futterbrocken laufen kann. Er wird abgesetzt und erst wenn er ruhig sitzt darf er die Suche beginnen.

Der Hund bellt unablässig, beißt in die Leine, rupft Gras oder zeigt eine andere Form von Protest

  • Der Hund versteht die Anweisungen des Menschen nicht. Die Kommunikation zwischen Beiden ist ungenau. Die Übung wird unterbrochen; der Mensch durchdenkt erneut die Vorgehensweise und achtet auf eindeutige und genaue Signalgebung. Evtl. sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
  • Der Hund signalisiert damit, dass er seinem Menschen nicht zutraut diese Übung zu meistern. Es geht hier immerhin um sein Futter. Die Übung wird zunächst abgebrochen und in ein sichereres Umfeld verlegt. Zeigt der Hund dort das gleiche Verhalten, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Der Hund hat kein Vertrauen zu seinem Menschen. Das bedarf einer genaueren Analyse.

Der Hund ist über- oder unterfordert. Die Übung wird dem Leistungsstand des Hundes angepasst

  • Der Hund ist bereits müde vom Suchen. Die Übung wird beendet. Nach einer Pause darf er das restliche Futter fressen ohne es zuvor suchen zu müssen.
    Der Hund zeigt eine Fehlkonditionierung.

Der Hund springt an seinem Menschen hoch und zeigt abverlangendes Verhalten

  • Der Mensch sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Hierbei wäre eine genaue Analyse des Verhaltens hilfreich, da es ansonsten zu Futterstreitigkeit zwischen Hund und Mensch kommen kann.

Mögliche Fehlkonditionierungen

  • Darf der Hund stets ohne Aufforderung die Suche beginnen, wird er sich im Laufe der Zeit verselbstständigen. Er lernt nicht geduldig abzuwarten bis eine Übung aufgebaut und die Suche freigegeben wird.
  • Hat er die Übung verstanden aber der Mensch hilft ihm dennoch zu schnell bzw. zu früh, muss sich der Hund nicht besonders anstrengen, um sein Ziel zu erreichen. Die Übung könnte sich schnell als langweilig für den Hund erweisen und er geht anderen Interessen nach.
  • Der Hund springt an die signalgebende Hand des Menschen. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Hund früher regelmäßig mit Leckerchen aus der Hand bestätigt wurde. Er ist seinem Menschen gegenüber distanzlos und zeigt keinen Respekt vor dessen Körper.
  • Wurde bisher nie etwas Sinnvolles und Artgerechtes, wie z.B. Arbeiten für Futter, mit dem Hund geübt, kann es sein, dass er sich bei dieser Übung den Anweisungen widersetzt. Er zeigt Protest, wie in die Leine beißen, Buddeln, Gras rupfen oder bellen. Hier wäre zunächst ein Vertrauensaufbau hilfreich. Der Mensch braucht viel Geduld, um dem Hund klar machen zu können, dass nur er die Spielregeln des gemeinsamen Lebens bestimmen wird.

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