Suchspiele mit Gerüchen | Rat Hund Tat
Suchspiele mit Gerüchen

Suchspiele mit Gerüchen

Mit Hilfe unterschiedlicher Geruchsstoffe kann das Training des Hundes abwechslungsreich und spannend gestaltet werden. Die einzige Voraussetzung die ein Hund mitbringen muss, ist das Interesse an Nasenarbeit und Suchaufgaben. Mit jedem Hund, in jedem Alter und jeder Konstitution können Suchspiele ausgeübt werden.

Die Übungen fordern den Hund eher geistig als körperlich. Durch die ruhige und konzentrierte Ausführung der Aufgabenstellung, sind die Übungen besonders gut für Hunde mit Handicap geeignet. Sie werden über die geistige Arbeit gut ausgelastet, es ist gelenkschonend, aber fördert den Muskelaufbau. Sehr unruhigen und nervösen Hunden bringt das Abwarten mehr innere Ruhe.

Zielsetzung

Die Teamarbeit dieser Übung sorgt bei Hund sukzessive für mehr Aufmerksamkeit gegenüber seinem Menschen. Die Talente und Bedürfnisse des Hundes werden geschult und befriedigt. Der Mensch lehrt den Hund seine Nase strategisch einzusetzen, so dass er weniger Energie aufwenden muss. Durch die immer gleich bleibende Vorgehensweise erhält der Hund mehr Struktur, was wiederum die Ausgeglichenheit und Disziplin fördert.

Hinweise

  • Damit der Hund sich bei Übungsaufbau und während der Ausführung nicht verselbstständigt, sollte er, sofern notwendig, eine 5m Leine tragen. Diese Länge gibt dem Hund genügend Freiraum bei der Suche und erlaubt dem Mensch aus der Distanz Einfluss zu nehmen.
    Der Mensch achtet darauf, dass der Hund erst mit der Suche beginnt, wenn er das entsprechende Signal bekommen hat.
  • Während des Übungsaufbaus kann eine kleine Decke für den Hund hilfreich sein, die als Platzzuweisung dient. Dort darf er warten bis die Suche freigegeben wird.
  • Gelingt es dem Hund nicht ruhig abzuwarten bis der Mensch die Übung vorbereitet hat, kann mittels einer Leine jener kurz festgebunden werden.
  • Die höchst mögliche Konzentration kann ein Hund aufbringen, wenn er sich auf dem Übungsgelände sicher fühlt und keine bis wenige Ablenkungsreize seine Aufmerksamkeit einfordern.
  • Um der Übung einen artgerechten Sinn zu geben, kann sich der Hund hierbei seine Futterportion erarbeiten.
  • Die Verwendung von verschiedenen Ölen (Olivenöl, Babyöl, Sesamöl, o.ä.) haben sich bewährt. Öle haften gut, hinterlassen sichtbare Markierungen und der Geruch ist beständig. Die Ölflasche dient als Referenzduft.

Übungsaufbau

Variante 1 - einfach

Als Übungsgelände wird eine Wiese gewählt, auf der mehrere Bäume stehen. Die Bäume dienen hierbei als Zielobjekte, wobei nur ein Baumstamm mit einem Tropfen Öl, in Kopfhöhe des Hundes, versehen wird.
Während der Mensch einen Baum mit dem Öl präpariert, wartet der Hund ruhig auf seiner Decke. Der Mensch kehrt zu seinem Hund zurück, lässt ihn an der Ölflasche riechen, diese dient als Referenzduft, und schickt den Hund auf die Suche. Die Aufgabe des Hundes besteht darin den präparierten Baum zu finden und den Ölfleck anzuzeigen, indem er sich dort absetzt und Blickkontakt zu seinem Menschen aufnimmt.
War der Hund erfolgreich, geht der Mensch zu seinem Hund und bestätigt ihn am Zielobjekt, z.B. mit etwas Futter oder einem Lob der eigenen Wahl.
Um einen weiteren Baumstamm präparieren zu können, kann der Hund an Ort und Stelle sitzenbleiben oder er wird zurück auf seine Decke gebracht. Die Übung wird erneut aufgebaut, der nächste Baum dient als Zielobjekt.

Variante 2 - einfach

Die Übung wird mit Pylonen, Eimern oder anderen Gefäßen aufgebaut. Unter den Gefäßen befindet sich der Öltropfen oder ein Apportl, das den Duft des Öls trägt. Der Hund wird auf die Suche geschickt. Er soll entweder das entsprechende Gefäß umdrehen oder anzeigen oder den richtigen Apportl zu seinem Menschen bringen. Der Aufbau der Übung entspricht der Variante 1.

Variante 3 - erhöhter Anspruch

Die Vorgehensweise entspricht der Variante 1. Jedoch kann diese dadurch schwieriger gestalten werden, dass nun ein Blatt oder ein Ende eines herabhängenden Zweigs präpariert wird. Durch die Luftbewegungen verbreitet sich der Duft des Öls. Der Hund lernt hierbei der höchsten Geruchsdichte zu folgen, um das Ziel zu erreichen. Die höchste Geruchsdichte ist der Öltropfen auf dem Blatt.

Variante 4 - Hund sollte Apportieren können

Es werden 3 bis 5 gleiche Gegenstände (Apportl, Tennisbälle, Holzlöffel, o.ä.) eingesetzt. Einer der Gegenstände wird mit dem Öl präpariert. Alle Gegenstände werden zur Auswahl ausgelegt. Der Hund erhält den Referenzduft und wird auf die Suche geschickt. Er soll den präparierten Gegenstand selektieren und zu seinem Menschen apportieren.

Optionen

Der Hund bellt und springt um seinen Menschen herum

  • Er hat die Übung nicht verstanden. Der Mensch zeigt Vorbildverhalten und macht ihm die Übung so vor, wie sein Hund sie ausführen soll. D.h. der Mensch riecht selbst an dem Referenzduft, erzeugt nun Schnüffelgeräusche und bewegt sich dabei zu dem Zielpunkt. Dann bietet der Mensch dem Hund den Referenzduft an und fordert ihn auf es ihm gleich zu tun.
  • Der Hund versteht denn Sinn der Übung nicht. Hier könnten Futterbrocken hilfreich sein. Diese werden am Zielpunkt, an dem der Ölfleck sich befindet, platziert. Hat der Hund den Ölfleck gefunden, findet er auch den Futterbrocken. Nach wenigen Wiederholungen werden die Futterbrocken am Zielpunkt weg gelassen. Der Hund bekommt seine Bestätigung wieder von seinem Menschen.

Der Hund startet direkt zu dem ersten Zielobjekt durch und setzt sich dort

  • Die Übung war zu einfach. Der Hund hat sich gemerkt wie sein Mensch die Übung vorbereitet hat und wiederholt nun dessen Verhalten. Die Übung wird erneut vorbereitet. Der Mensch geht dabei großzügig über die Wiese und an mehreren Bäumen vorbei, wobei nur einer präpariert wird. Der Hund wird erneut auf die Suche geschickt.

Der Hund beginnt die Suche nicht, er fiept

  • Er hat die Übung nicht verstanden und zeigt seine Unsicherheit. Der Mensch leitet ihn über Vorbildverhalten an. Er zeigt ihm durch eigenes Verhalten, wie die Übung aussehen soll.
  • Der Hund empfindet das Übungsgelände als unsicher. Er kann sich nicht auf die Übung konzentrieren. Diese wird unterbrochen und in einem sichereren Umfeld erneut begonnen.

Der Hund startet die Suche nicht und beschäftigt sich aber mit anderen Dingen

  • Das Übungsgelände ist nicht passend gewählt. Die Übung wird beendet und auf einem sichereren oder reizärmeren Gelände erneut aufgebaut.
  • Der Hund hat kein Bedürfnis und Interesse an Suchspielen. Für ihn wird eine andere Beschäftigung gesucht.
  • Der Hund hat nicht gelernt mit seinem Menschen zusammenzuarbeiten

Der Hund apportiert das Zielobjekt nicht

  • Der Hund kann noch nicht apportieren oder findet den Apportl als unangenehm wenn er es aufnimmt.

Mögliche Fehlkonditionierungen

  • Sofern der Hund die Übungen stets alleine starten durfte, fehlt dem Hund Steadiness. Er wird nicht auf die Freigabe zur Suche warten.
  • Regt der Hund sich auf und bellt, während er auf der Decke warten soll und sein Mensch sich von ihm entfernt, traut er seinem Menschen nicht zu, sich frei bewegen zu können. Er verliert die Kontrolle über seinen Menschen und signalisiert dies durch sein Verhalten.
  • Der Hund springt seinen Menschen an, nachdem dieser nach dem Übungsaufbau zu ihm zurückkehrt. Er korrigiert seinen Menschen, weil er diesem nicht erlaubt hat, sich von ihm zu entfernen.
  • Falls der Hund nicht still sitzenbleibt, hibbelig ist, fiept oder quietscht, kann es sein, dass bisher zu wenig gemeinsame Beschäftigung mit dem Hund praktiziert wurde. Die Handlungsweisen des Menschen sind neu für den Hund. Das verunsichert ihn und damit ist er unfähig sich zu konzentrieren.

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