Leinenführung | Rat Hund Tat
Leinenführung

Leinenführung

Für eine gute Leinenführung an lockerer Leine ist viel Fingerspitzengefühl und ein hohes Maß an Konzentration notwendig.

Die Übungen verlaufen nonverbal, die Kommunikation findet ausschließlich über Körperbewegungen statt. Dadurch entsteht ein intensives „Gespräch“ zwischen Mensch und Hund. Der Hund wird während der Übungen kaum angesehen. Der Mensch konzentriert sich auf seine Bewegungen und darauf, durch die Bewegung der Leine zu spüren, wohin sich der Hund als nächstes bewegen möchte. Dieses Fingerspitzengefühl beugt einem Leinenruck vor und der Mensch kann seine Signale - ein leichtes Zupfen an der Leine - setzen, bevor der Hund die Richtung wechselt. Damit handelt der Mensch vorausschauend, was viele Hunde zunächst verunsichern kann.

Das Ziel der Übungen ist dem Hund verständlich zu machen, dass der Mensch führt und er folgen soll.

Die folgenden Videos sind in Abständen von ca. 10 Minuten aufgenommen worden. Die Pausen zwischen den Aufnahmen waren notwendig um Mensch und Hund Ruhephasen zu gönnen, um die Konzentration aufrecht zu erhalten.

Hinweis

Bei Hunden mit extremen Leinenfür-Problemen sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Starten Sie nicht mit Leinenführübungen solange noch nicht geklärt ist, warum der Hund an der Leine ein auffälliges Verhalten zeigt.

Leinenführung 1. Durchgang

Der Hund in diesem Video konnte ursprünglich sehr viel Freilauf genießen. Die Besitzerin merkte zunehmend, dass dies nicht mehr möglich war, da sich der Hund immer schlechter abrufen lies und er vermehrt Auffälligkeiten gegenüber Spaziergängern und anderen Hunden zeigte. Das Verhalten des Hundes entspricht seiner normalen persönlichen Entwicklung, aufgrund der fehlenden Führung seitens der Besitzerin.

In den vergangenen 3 Monaten wurde der Hund während Spaziergängen beschäftigt und so geistig ausgelastet.

Wie man sehen kann, hat der Hund gelernt und achtet nun deutlicher auf seinen Menschen und zeigt vermehrt ein Folgeverhalten.
In der Leinenführung gibt es bisher keine Schwierigkeiten durch Fehlkonditionierungen und einer, für den Hund, missverständlichen Kommunikation.

Für dieses Video erhielt die Besitzerin die einzige Anweisung sich wegzudrehen und die Richtung zu wechseln, sofern der Hund an ihr vorbeilaufe. Es ist gut zu erkennen, dass die Besitzerin in jeder Sequenz zu spät reagiert. Dadurch ist sie passiv an der Übung beteiligt - sie lässt die Aktionen ihres Hundes geschehen und reagiert darauf.

Leinenführung 2. Durchgang

Nach etwa 10 Minuten Pause und einer genauen Einweisung des Menschen wie er sich verhalten soll, änderte der Hund sein Verhalten. Obwohl der Hund durchgehend Konfliktsignale zeigt, wie Hecheln, Ohren nach hinten gedreht, leichter Rundrücken, Züngeln, teilweise eingeknickte Beine und tief schwänzelnde Rute, konnte er seinem Menschen besser folgen. Die Konfliktsignale entstehen, weil der Mensch die Führung übernimmt, was für den Hund ganz neu ist. So hat er seinen Menschen zuvor nicht erlebt, was zunächst für Unsicherheit beim Hund sorgt.

Die Besitzerin erhielt die Anweisung sich nur auf sich und ihre Bewegungen zu konzentrieren.

Die Trainer beobachteten den Hund und gaben der Besitzerin zeitgenau die Handlung vor, z.B. wegdrehen, zupfen, Leine geben, Leine aufnehmen, stehen bleiben. Dadurch kann sich der Mensch auf das Erfühlen der Leinenbewegung konzentrieren. Er lernt zu spüren, was sein Hund als nächstes tun wird. Die Leine kann locker in der Hand des Menschen liegen, der Hund bekommt weiche Signale am Halsband. Es entsteht keinen Leinenruck mehr.

Bei dieser Übung zeigt sich das stete Aufnehmen und freigeben der Leine. Die Besitzerin schaut ihren Hund dabei nicht an. Sie lernt zu fühlen, wann es möglich und nötig ist die Leine aufzunehmen oder freizugeben.

Leinenführung 3. Durchgang

Im dritten Durchgang des kurzen Leinenführspiels ist die Hundebesitzerin bereits genügend instruiert, so dass sie nur noch verfeinerte Anweisungen vom Trainer erhält.

Zwischen Mensch und Hund erfolgt keine verbale, aber eine sehr intensive wortlose Kommunikation. Es wird ausschließlich über Hand- und Körpersignale kommuniziert.

 

Der Hund hat bereits im dritten Durchgang verstanden, dass sein Mensch die Richtung wechselt, wenn er an ihm vorbei läuft.

Der Hund folgt aufmerksamer, auch wenn er das nähere Umfeld weiterhin beobachtet. An der Körperhaltung des Hundes ist zu sehen, dass er sich in einem Konflikt befindet, denn das Verhalten seines Menschen ist neu für ihn, was ihn verunsichert.

Die Konfliktsignale des Hundes können an den nach hinten gezogenen Mundwinkeln und vermehrtem Hecheln, den nach hinten gedrehten Ohren, den leicht gekrümmten Rücken und der tief gehalten Rute erkannt werden. Das gelegentliche stupsen des Menschen ist eine zarte Form der Korrektur von Hund zu Mensch. Zwischendurch niest der Hund, was ein Zeichen von Unsicherheit ist.

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