Hundesteuer | Rat Hund Tat
Hundesteuer

von User:Mattes (Eigenes Werk) [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons

Hundesteuer

Die Besteuerung von Hunden ist eine im Grundgesetz Art. 105 Abs. 2a GG verankerte Steuer, die als »örtliche Verbrauch- und Aufwandsteuer« beschrieben wird.

Die Bundesländer dürfen ihre Gemeinden dazu verpflichten, Hundesteuer einzufordern. Gewerblich genutzte Hunde dürfen nicht besteuert werden. Als Aufwandssteuer, die nicht zweckgebunden ist, obliegt es den Gemeinden, die Einnahmen für jedwede kommunale Ausgabe zu nutzen.

Bereits im Mittelalter zahlten die hundehaltenden Lehnsbauern an ihre Herren das »Hundekorn«. Und auch die Frondienstler der Jagd mussten entweder den Adligen ihre Hunde zur Jagd auf Großwild zur Verfügung stellen oder eine »Bege« leisten.

Die ersten Aufzeichnungen zur Hundesteuer finden sich ab dem 13. Jahrhundert, wobei die damaligen Regionen heute zu den Niederlanden oder Dänemark gehören. In Deutschland wurde die Hundesteuer erstmalig 1807 in der Grafschaft Isenburg verordnet. Sie bestand aus einem Reichstaler pro Jahr. Ziel der Abgabe war es, die Kriegsschulden abzutragen.

Mit Beginn der Industrialisierung verlor der Hund immer mehr seinen Gebrauch. Innerstädtische Hundehaltung barg die Gefahr von Seuchen wie die Tollwut. Durch die Einführung der Hundesteuer sollte der Bestand der Hundepopulation in Grenzen gehalten werden. Gebrauchshunde wie Wach- und Schutzhunde, Jagdhunde und Hütehunde waren von der Steuer befreit.

Und schon damals versuchten die Städte und Gemeinden die Zahl der »unnützen« Hunde, durch eine Besteuerung, gering zu halten. Scheinbar eine erfolgreiche Praxis, die sich, als Relikt aus vergangener Zeit, bis heute durchsetzt. Durch die rechtlichen Freiheiten der Kommunen bezüglich der Aufwandsteuern, obliegt es ihnen, die Höhe der Hundesteuer festzusetzen. Auch wenn heute keine Kriegsschulden damit ausgemerzt oder die Armenkassen aufgebessert werden, nutzen die Kommunen fragwürdig hohe  Beiträge zur Dezimierung der Listenhunde.

Einige wenige Gemeinden in Deutschland wie Eschborn erheben überhaupt keine Hundesteuer. Die Stadt Hürth erhöhte im Jahr 1991 die Hundesteuer für »Kampfhunde« von 108,- DM auf 2160,- DM pro Jahr.

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