Streicheln und Berührungen | Rat Hund Tat
Streicheln und Berührungen

Streicheln und Berührungen

Innige Fürsorglichkeit durch Körperkontakt und Streicheln ist eine Intimität, auf die fremden Personen keinen Anspruch haben.

Hundefreundliche Menschen lieben es, Hunde zu streicheln. Hinzu kommt, dass viele Menschen davon ausgehen, dass Hunde es ebenso genießen, wie sie selbst. Sie fassen unaufgefordert fremde Hunde an und streicheln ihnen über den Kopf. Knurrt der Hund oder beißt ihnen in die Hand, sind sie entsetzt oder sogar verärgert.

Bedenkt der Mensch, dass Berührungen für Hunde Innigkeit und Fürsorglichkeit bedeuten und diese ausschließlich den Hundehaltern zusteht, braucht er sich nicht über ein unfreundliches und korrigierendes Verhalten des Hundes zu wundern.

Sicherlich gibt es zahlreiche Hunde, die gleichgültig wirken, wenn sie angefasst werden. Doch ob der Schein hier trügt, kann nur der Hund entscheiden.

Leider ist es in unserer Gesellschaft üblich, dass Hunde sich von Fremden berühren lassen müssen. Aus hündischer Sicht und bei allem Respekt auch aus menschlicher Sicht, kommt das einem Missbrauch des Hundes gleich. Denn Körperkontakt, wie Schmusen und über den Kopf streicheln (eine Dominanzgeste), wird innerhalb einer Familie praktiziert. Und selbst hier unterliegen Streicheleinheiten Ritualen.

Ein Hund, der tief auf seiner Decke schläft, wird durch plötzliche Berührungen gestört, erschrickt und knurrt möglicherweise seine Menschen an.

Legitim, denn wer wird schon gerne im Schlaf gestört? Knurren ist Bestandteil der hündischen Kommunikation, womit sie ihr Missfallen zu verstehen geben. Wer seinem Hund hier das Knurren verbietet, zwingt ihn sukzessive zum Betrügen. Darf er nicht knurren, muss er sein Unbehagen auf andere Weise kundtun. Als Folge könnte er beim nächsten ungewünschten oder überraschenden Körperkontakt beißen.

Züngeln als Warnung vom Hund

Züngeln als Warnung vom Hund

Lässt ein Hund eine Warnsequenz aus seiner Sprache aus, weil der Mensch es ihm zuvor verbot, handelt es sich nicht um eine Verhaltensstörung.

Sich der Situation zu entziehen wäre zwar eine Alternative, jedoch liegt der Hund auf seinem zugewiesenen Platz, auf dem er strenggenommen zur Ruhe kommen soll.

Indes gibt es Hunde, die sich buchstäblich aufdrängen, um Streicheleinheiten zu bekommen. Da Körperberührungen eine intime Interaktion zwischen Sozialpartnern ist, müsste dieses Verhalten viel eher in die Kategorie Verhaltensstörung fallen. Doch ist es für Hundebesitzer deutlich entspannter, lässt sich sein Hund von jedermann streicheln, ohne dem Ausführenden Blessuren zu verpassen.

Das abverlangende Verhalten eines Hundes, der Streicheleinheiten durch Distanzlosigkeit einfordert, ist bei weitem kein Zeichen dafür, dass der Vierbeiner dieser Person zugetan ist.

Es könnte sich ebenso um eine Art von Benutzen oder Missbrauch dieses Menschen handeln. Doch wie auch immer – in der Gesellschaft genießen selbige Hunde und Halter deutlich mehr Ansehen. Was macht es da schon, dass der Hund zielgerichtet fremde Menschen manipuliert?

Berühren Hundehalter ihre Hunde, sollte die körperliche Zuneigung als soziale Interaktion verstanden werden.

Streicheleinheiten genießen die meisten Hunde, wenn sie von ihren eigenen Menschen, zum passenden Zeitpunkt, ausgeübt werden. Das über den Kopf streicheln ist für viele Hunde keine lobende Bestätigung nach erfolgreich absolvierter Übung. Im Gegenteil!

Bei der Mehrheit der Hunde sieht man, dass sie dabei den Kopf wegdrehen, sich der Berührung entziehen oder sich im Anschluss schütteln.

Denn gleichgültig ob die Geste vom eigenen oder fremden Menschen ausgeführt wird, sie bleibt eine Dominanzgeste. Solange Hunde sich in einer Übung befinden, sind sie konzentriert und aktiv. Schmusen aber gehört auch für Hunde in die Ruhe- und Erholungsphase. Nach Beendigung einer Übungseinheit ist für viele Hunde eine Streicheleinheit durchaus eine Belohnung.

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