Sind Hunde-Küsse gefährlich? | Rat Hund Tat
Sind Hunde-Küsse gefährlich?

Sind Hunde-Küsse gefährlich?

Schleckt der Hund seinem Menschen über den Mund oder das Gesicht, kann er dabei Krankheitserreger übertragen. Doch wie gefährlich ist das für den Menschen tatsächlich?

Wer seinen Hund liebt, der kommt ihm auch körperlich Nahe. Mensch und Hund kuscheln gemeinsam auf dem Sofa oder im Bett. Der Mensch streichelt sein Tier ausgiebig, der Hund bedankt sich dafür durch Ablecken der Hände oder auch mal den Hals oder das Gesicht, wenn er denn ran kommt. Ein für fast jeden Hundehalter ein normales Bild, das von Harmonie und Zuneigung begleitet wird, als von Gedanken darüber, ob das gesundheitsgefährdend sein könnte.

Die Medien berichten zur Zeit von lebensgefährlichen Keimen (Capnoxytophaga canimorsus und Pasteurella multocida Bakterien), die durch den Hunde-Kuss übertragen werden können. Als Grund nennen sie, dass Hunde ständig mit ihrer Schnauze und Nase herumschnüffeln, wodurch sie Keime und Bakterien aufnehmen.

Doch die meisten Bakterien sind für den Menschen nur äußerst selten lebensbedrohlich, vorausgesetzt, er hat ein gesundes Immunsystem.

Zudem werden sie eher über einen Biss, als über die Zunge des Tieres übertragen. Bei Kindern deren körpereigenes Abwehrsystem noch nicht voll entwickelt ist oder Menschen bei denen es geschwächt ist, sollte ein wenig mehr auf die Hygiene geachtet werden.

Bei dem Capnoxytophaga canimorsus handelt es sich um ein Bakterium, dass im Maul von Hunden und Katzen vorkommen kann. Erstmalig 1976 entdeckt infizierte sich gerade einmal ein Mensch pro einer Million Menschen an ihm. Dieses gram-negative Bakterium ist zudem ausgezeichnet mit Antibiotika behandelbar.

Bei dem Pasteurella multocida handelt es sich um ein sich rasch ausbreitendes anaerobes (ohne Sauerstoff lebendes) Bakterium. Kommt es an die Luft, wird es gehemmt, bzw. abgetötet. Es wird hauptsächlich durch Katzenbisse oder Kratzer übertragen. Gelegentlich erkranken Menschen daran, doch lebensbedrohend ist es nicht, da dieser Erreger mit Amoniopenicillinen therapierbar ist.

Ergo, darf sich ruhig jeder kerngesunde Mensch von seinem Hund mal über das Gesicht schlecken lassen. Es ist daher eher eine Frage der persönlichen Vorstellung von Hygiene, inwieweit ein Mensch einen Kuss seines Hundes als angenehm empfindet.

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