Und plötzlich biss er zu | Rat Hund Tat
Und plötzlich biss er zu

Und plötzlich biss er zu

Der Biss eines Hundes passiert äußerst selten plötzlich und unerwartet. Menschen erkennen nur häufig die Warnung des Hundes nicht.

Verhalten sich Hunde aggressiv, knurren, zeigen ihre Zähne, schnappen oder beißen sogar zu, verunsichert das selbst den Hundehalter. Wie müssen sich fremde Menschen erst fühlen, sollten sie das Opfer des Hundes sein? Passiert es dennoch, ist das Leid aller Beteiligten, einschließlich des Hundes, groß. Hat der Hund bereits mehrfach gebissen und kommt es zu einer Anzeige, durchläuft der Hundehalter die Prozedur von Wesenstest, evtl. Rauswurf aus der Tierhaftpflicht, Schmerzensgeldklagen und, wenn es hart auf hart kommt, muss er seinen Hund vielleicht einschläfern lassen.

Dass Hunde als letzte Möglichkeit der Warnung ihre Zähne zum Einsatz bringen, wissen die meisten Menschen zwar.

Doch zwischen Wissen und Erleben ist ein bedeutsamer Unterschied, der für eine emotionale Achterbahnfahrt beim Hundebesitzer sorgt. Zukünftig wird der Hundehalter mit innerer Anspannung und Unbehagen in ähnliche Situationen gehen. Diese Unsicherheit des Halters überträgt sich auf den Hund, der dadurch die Situation als »gefährlich« einstuft. Dass er für die fehlende Souveränität seines Besitzers erst gesorgt hat, weiß ein Hund nicht. Eine Gefühlsspirale, die kaum einen Ausweg findet, wenn man ihr nicht Einhalt gebietet.

Sicherheit geht immer vor, darüber sollten sich alle Hundehalter im Klaren sein.

Wenn ein Hund Grenzen überschreitet, liegt es in der Verantwortung des Hundehalters, dass sein Hund das zukünftig nicht mehr kann. Vor allem, wenn es um Beißereien mit Menschen geht. Dabei spielt es leider keine Rolle, ob der Hund der Schuldige ist. Denn vor Gericht liegt die Schuld fast immer beim Hund, wenn er einen Menschen verletzt hat.

Die Tragweite der Verletzung durch den Biss des Hundes ist entscheidend.

Grundsätzlich kann in Betracht gezogen werden, dass immer wenn ein Hund seine Zähne einsetzt, er auch mit Beißen beschäftigt ist. Legt er den Fang um ein Körperteil eines Menschen und übt nur leichten Druck aus, ist das bereits Beißen - ohne Verletzungsabsicht.

Von dieser Form aus steigert der Hund seine Zurechtweisung massiv nach oben. Erst über Scheinattacken, gefolgt von Attacken mit Zwicken / Schnappen, über Beißen mit Verletzungsabsicht.

Welpe beißt in Finger

Welpe beißt in Finger

Meint der Hund es gnadenlos ernst, richtet sich der Biss Richtung Kopf und Halsbereich eines Menschen.

Vergleichbar dazu ist der Nackenbiss, der eine Tötungsabsicht darstellt. Hunde kennen die sensiblen Bereiche eines Menschen sehr genau. Sind Hunde mit Verletzungs- oder Tötungsabsichten beschäftigt, wählen sie den Genitalbereich oder bei Tötungsabsichten Kopf, Hals und Nacken des Menschen als Angriffspunkte.

Doch auch wenn es nur ein blauer Fleck oder ein zerrissenes Kleidungsstück ist, hat der Hund die Grenze der Benimmregeln überschritten. Hinzu kommt, dass der Mensch aus Reflex bei einer Attacke des Hundes zurückzucken wird, was der Hund als Bestätigung seines Handelns verinnerlicht. Ohne Sicherheitsvorkehrungen ist der Hundehalter vorerst nicht davor gefeit, dass sein Hund es erneut tut.

Das »plötzliche« Zubeißen eines Hundes bahnt sich in den meisten Fällen vorhersehbar an.

Der Hundehalter bemerkt es nur nicht. In Bezug auf Kinder warnen Hunde die kleinen Menschen eindeutig und frühzeitig, sich nicht wild und unkontrolliert zu bewegen. Durch Blicke, Kopfbewegungen oder sie gehen eng um die Kinder herum, um sie zu begrenzen. Oder sie liegen auf ihren Decken und fixieren die Kinder. All diese Signale eines erwachsenen Hundes würde ein Welpe verstehen. Menschenkinder und leider auch viele Erwachsene bemerken die Warnsignale des Hundes nicht.

Hund beißt in die Leine

Hund beißt in die Leine

Das muss der Hund ertragen, da muss er durch.

Doch was, wenn der Hund die Unruhe nicht aushalten kann?

Kaum sind die Hunde mit den Kindern allein, übernimmt der Hund die Erziehung des menschlichen Nachwuchses. Sie korrigieren die tobenden Kinder, was zu Verletzungen führen kann. Das Fehlverhalten des Erwachsenen hat Konsequenten für den Hund.

Werden Kinder in der eigenen Familie gebissen, wird der Hund abgegeben.

Aus menschlicher Sicht verständlich, denn keine Familie möchte einen Hund ihr Eigen nennen, der Familienmitglieder beißt.

Für den Hund oftmals ein Urteil was lange Strafhaft im Tierheim nach sich zieht. Sollte der Hund erneut vermittelt werden, geben viele Tierheime oft nicht preis, dass der Hund gebissen hat. Zum einen erzählen die Erstbesitzer das gar nicht, zum anderen hätte der Hund eine viel geringere Vermittlungschance. Und zum dritten zeigen sich Hunde im Tierheim mitunter sehr viel ruhiger, als später in ihrem neuen Zuhause. 

Um Unfällen vorzubeugen, sollten Kinder niemals mit Hunden alleingelassen werden – auch nicht für einen Moment. Denn gerade die kurzen Momente provozieren schmerzhafte Unfälle. Familien mit Kindern sollten sich sehr genau überlegen, ob und wenn Ja, was für einen Hund sie sich zulegen möchten. Für Kinder kann es das absolut Größte sein, mit einem Hund aufzuwachsen. Doch der Hund ist ein sensibles Individuum, was in der heutigen Gesellschaft schnell überfordert ist. Außerdem hat er ein Recht darauf, Hund sein zu dürfen, mit all seinen Bedürfnissen

Empfehlenswert ist es, sich von Beginn an in professionelle Hilfe zu begeben, wenn man Kind und Hund zum Familienglück zählen möchte. Die Erziehung eines Hundes und die Integration in eine menschliche Familie sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Hundeerziehung, ebenso wie Kindererziehung, ist keine Hauruck Aktion. Sie braucht vor allem Zeit, Wissen und Geduld.

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