Hund alleine zuhause lassen | Rat Hund Tat
Hund alleine zuhause lassen

Hund alleine zuhause lassen

Den Hund allein daheim zu lassen, ist für viele Hundebesitzer ein Problem. Bereits nach wenigen Minuten bellt und jault der Hund die Nachbarschaft zusammen, zerstört das Inventar oder zeigt anderes unerwünschtes Verhalten.

Um es vorwegzunehmen: Es ist nicht der Hundehalter, der das Problem hat. Sein Hund hat ein Problem, das er durch unerwünschtes Verhalten äußert. Alleinbleiben will gelernt und geübt werden.

Doch bevor es an die Übungen geht, sollte der Hundebesitzer den Beweggrund für die Probleme seines Hundes herausfinden. Gelingt es nicht, die Ursache zu erkennen wäre die Hilfe eines Hunde Erziehungsberaters oder -trainers erforderlich.

Probleme können nur aufgearbeitet werden, wenn der Auslöser bekannt ist. 

In etwa können drei Beweggründe des Hundes unterschieden werden bzw. in Kombination auftreten, warum ein Hund nicht allein zuhause bleiben kann. Einige Hunde ertragen den sogenannten Kontrollverlust nicht, wenn ihre Menschen aus dem Haus gehen. Andere leiden unter Verlustängsten, was oftmals bei Welpen und unsicheren Hunden zu sehen ist. Doch den meisten Hunden fehlt lediglich eine räumliche Begrenzung im Haus, wenn sie alleinbleiben müssen.

Die folgenden Übungsschritte können mit Hunden in jedem Alter geübt werden. Im günstigsten Fall beginnt der Mensch bereits im Welpenalter das Alleinbleiben mit dem Hund zu üben. Denn ob und wie lange ein Hund die Ruhe des Hauses ohne seine Menschen als angenehm empfindet, ist nicht zuletzt von seinem Sicherheitsgefühl, der Erziehung und dem Vertrauen zu seiner Bezugsperson abhängig.

Lösungsansatz bei Kontrollverlust

Eine ranghohe Positionierung des Hundes innerhalb eines Sozialverbands löst bei Hunden einen Kontrollverlust aus, wenn ihre Menschen ihn alleinlassen. Sie glauben, dass es ihre Aufgabe ist, die Gruppe zu führen, zu sichern und zu kontrollieren. Fehlen Familienmitglieder entwickelt die Hunde Stress, weil sie ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden können.

Die Reaktionen der Hunde sind vielfältig. Von Zerstörung des Mobiliars, pausenloses Gebell bis in die Wohnung urinieren oder koten ist fast alles schon vorgekommen.

Überschwängliche Hunde Begrüßung

Überschwängliche Hunde Begrüßung

Kehren die Menschen ins Hausen zurück, begrüßen die Hunde sie oftmals mit heftigem Anspringen.

Dabei springen sie mit den Pfoten gegen ihre Menschen oder rempelt gegen die Beine. Dieses taktile Verhalten ist nicht zu verwechseln mit dem Hochklettern. Einige Hunde steigen vor ihren Menschen und versuchen, meist vorsichtig, zum Hals zu gelangen. Dabei züngeln sie. Geht der Mensch in die Hocke bzw. erreichen die Hunde den Hals- und Kinnbereich des Menschen, beginnen sie zu schlecken. Vermutlich ist dieses Verhalten ein Überbleibsel aus der Welpenzeit, dass ein Betteln nach Nahrung vermuten lässt.

Bei Hunden, die unter Kontrollverlust leiden, ist eine Neupositionierung innerhalb der Gruppe notwendig.

Dem Hund muss klar werden, dass nicht er die Gruppe leitet, sondern sein Mensch. Damit der Hund seinem Menschen glauben schenken kann, sollte der Mensch Führungsqualitäten entwickeln. Es handelt sich dabei nicht um klassische Unterordnung, sondern um ein Regelwerk der Hausordnung, artgerechte Erziehung, kooperative Beschäftigung und eine gemeinsame Sprache.

Genießt ein Hund uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und stehen ihm Nahrung oder andere Ressourcen stets zur Verfügung übergibt der Mensch seinem Hund die Verantwortung zur Sicherheit des genannten. Je mehr der Hund besitzt, auf das er aufzupassen hat, umso eher empfindet er sich als ranghoch, was einem Rudelführer oder einer Chefposition entspricht. Die wenigsten Hunde besitzen jedoch einen dafür notwendigen souveränen Charakter. Sie sind überfordert und äußern das durch dominantes Verhalten.

Meist helfen bereits gezielte kleine Veränderungen, um dem Hund zu helfen. Lassen Sie sich fachkundig von einem Hunde Erziehungsberater oder einem Hundetrainer beraten.

entspannt durch räumliche Begrenzung

entspannt durch räumliche Begrenzung

Lösungsansatz durch räumliche Begrenzung

Betrachten Sie einmal ihre Wohnräume aus den Augen Ihres Hundes. Gehen dazu auf alle viere und schauen sich die Räume aus der Perspektive Ihres Hundes an. Je kleiner und jünger ein Hund ist, umso beeindruckter ist er davon. Denn auf alles was er sieht, glaubt er, aufpassen zu müssen, wenn Sie ihn alleinlassen.

Welpen und unsicheren Hunden fehlt die dafür notwendige Lebenserfahrung.

Hunde, denen die räumliche Begrenzung fehlt, schlafen während des Alleinseins nicht oder nur wenig.

Sie laufen durch die Räume oder warten angespannt vor Türen. Der Mensch wird nach seiner Heimkehr aufgeregt begrüßt. Oftmals gehen die Hunde direkt nach der Begrüßung auf ihre Liegeplätze und fallen nahezu in einen Tiefschlaf. Hin und wieder passiert genau das Gegenteil, die Hunde drehen komplett auf und rennen wie doll und verrückt durch die Räume oder holen sich etwas zum herumtragen.

Um den Hund beim alleine bleiben zu entschleunigen, darf er sein eigenes Zimmer, eine Bench bekommen.

Besonders hilfreich sind dafür Zimmerkennel, die es in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Eine Bench soll für Hunde ein Rückzugsort sein, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Sie dient nicht dazu, den Hund wegzusperren, wenn er sich ungebührlich verhielt.

Damit der Hund sein eigenes Zimmer als Luxus betrachtet, bedarf es einen wohlwollenden Aufbau.

Lösungsansatz bei Verlustängsten

Die Verlustangst zeigt sich eher bei Welpen und unsicheren Hunden. Die Hunde sind auf den Schutz und die Sicherheit ihrer Bezugsperson angewiesen. Im täglichen Geschehen laufen sie ihren Menschen ständig hinterher. Werden sie alleingelassen entwickeln sie Stress, der sich auf vielerlei Art und Weise zeigen kann.

Einige Hunde lösen sich im Haus, andere Jammern und Winseln, wieder andere zerkauen (kauen baut Stress ab) Gegenstände und einige ziehen sich in eine Ecke zurück und verharren angespannt bis ihr Mensch zurück ist.

Entspannt allein bleiben

Entspannt allein bleiben

Kehrt der Mensch zurück wird er stürmisch begrüßt wobei einige Hunde direkt zu urinieren beginnen.

Die Hunde demonstrieren damit, dass sie noch unendlich klein sind, und möchten ein elterliches Pflegeverhalten bei ihren Menschen auslösen. Bei diesen Hunden sollte das Alleinbleiben systematisch aufgebaut werden. Laufen die Menschen durch die Wohnung oder das Haus, sollte sie beim Raum verlassen häufig die Tür hinter sich schließen. Der Hund bleibt für einen kurzen Moment allein in dem Raum. Noch bevor er zu jammern beginnt, betritt der Mensch kommentarlos das Zimmer. Der Hund wird weder angeschaut noch angesprochen. Der Mensch erledigt was er erledigen wollte und geht erneut aus dem Raum - schließt hinter sich die Tür und kehrt erneut zurück.

Bei dieser Praxis kann der Mensch, bevor er das Zimmer verlässt, die Signale Decke, Körbchen der Bench einbauen.

Der Hund erhält dadurch einen zugewiesenen Liegeplatz, alternativ zum Folgeverhalten. Kehrt der Mensch zurück und steht der Hund an der Tür, wird er direkt auf seinen Platz geschickt. Dort angekommen geht der Mensch wieder kurz aus dem Raum und kehrt zurück.

Der Abstand zwischen den Raum verlassen und erneut betreten ist zunächst nur die Tür hinter sich schließen. Im weiteren Verlauf geht der Mensch von der geschlossenen Tür in einen anderen Raum, in den Keller, das obere Stockwerk, zum Briefkasten, bringt den Müll hinaus, usw.

Aus zeitlicher Perspektive bleiben die Hunde zuerst nur einige Sekunden allein, bis daraus Minuten und später Stunden werden.

Bei jeder Rückkehr sollte der Mensch es als selbstverständlich erachten, dass er geht und zurückkommt. Der Hund wird ignoriert, sofern er keine erneute Platzzuweisung erhält.

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