Kastration beim Hund | Rat Hund Tat
Kastration beim Hund

Kastration beim Hund

Bei einer Hierarchieverschiebung in einem Familienverband von Mensch und Hund ist eine Kastration keine Problemlösung.

Über das Thema Kastration von Hunden gibt es unterschiedliche Meinungen. Während die Einen mit: »Da wird in die Natur eingegriffen«, oder dem Tierschutzgesetz § 6 Abs. 1 dagegen argumentieren, äußern sich die anderen für eine Kastration, da es zum Wohle des Tieres sei. Ob der Hundebesitzer dafür oder dagegen ist, kann er nur für sich selbst entscheiden.

Kastration bedeutet bei beiden Geschlechtern die Entnahme der Keimdrüsen, damit eine Fortpflanzung unmöglich wird. Bei Hündinnen sind es die Eierstöcke, bei Rüden die Hoden. Durch die Entfernung der Drüsen wird die Produktion der Geschlechtshormone verhindert.
Bei einer Sterilisation werden die zu- oder abführenden Verbindungen zu den Keimdrüsen durchtrennt. Bei den Hündinnen sind es die Eileiter, beim Rüden die Samenstränge. So wird eine Befruchtung verhindert, die Produktion der Sexualhormone bleibt jedoch erhalten.

Jeder Hundebesitzer wird über kurz oder lang mit dem Thema Kastration konfrontiert.

Sei es durch den eigenen Hund, den Besuch einer Hundeschule oder einer Hundeveranstaltung, in Vorträgen und Seminaren oder bei Begegnungen mit fremden Hunden. Stellt ein Hundehalter sich die Frage, ob eine Kastration für seinen Hund von Vorteil wäre, sollte er sich niemals die Vorstellung anderer, auch nicht die seines Hundetrainers, aufdrängeln lassen.
Können triftige Gründe die eine Kastration befürworten angeführt werden, sollte ein Hundehalter seine Beziehung zu seinem Hund genauestens betrachten, bevor er sich entscheidet.

Die Sexualität eines Hundes steht in Verbindung zum Sozialstatus des Hundes.

Anhand von Hundegruppe ist eindeutig zu erkennen, dass nur die ranghohen Tiere sich innerhalb eines Familienverbandes verpaaren.

Ein ranghoher Rüde lässt seine untergeordneten Geschlechtsgenossen nicht zum Zuge kommen.

Das Sexualverhalten von Hunden kann zwar nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden, jedoch aber der soziale Status.

Sozialstatus zweier Hunde

Sozialstatus zweier Hunde

Das bedeutet, dass wenn ein Hundehalter seinem Hund bereits in der entsprechenden Entwicklungsphase offeriert den Familienverband anzuführen, wird sich dieser Hund zu einem sehr erwachsenen Hund entwickeln. Das wiederum erlaubt ihm, sich mit z. B. dem Nachbarhund verpaaren zu dürfen.

Hundehalter können / dürfen / sollten ihre paarungswilligen Hunde nicht eigenständig schalten und walten lassen.

Bei Hunden sorgt die Einschränkung ihrer Sexualbedürfnisse zu Frustration, was wiederum zu Intoleranz gegenüber Artgenossen, Depressionen und Aggressionen führen kann. Leiden Hunde unter ihren Hormonen, können sie medikamentös behandelt werden. Dazu stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. Bei Rüden wird vorab ein Hormonpräparat gegeben, was den Anstieg der Sexualhormone verhindert. Bei Hündinnen wird, insbesondere nach der Läufigkeit, ein Hormon gegeben, was beispielsweise eine Scheinträchtigkeit abklingen lässt. In beiden Fällen wird in die Natur eingegriffen. Ein Eingriff in die Natur des Hundes findet immer dann statt, wenn der Mensch sein Leben reglementiert.

Laut Tierschutzgesetz § 6 Abs. 1 Nr. 1 a) und Nr. 5 darf ein Tierarzt, bei Indikation, ein gesundes Tier unfruchtbar machen. Zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung, sowie zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres, heißt es in den Textpassagen. Es ist also nicht zwingend verboten, einem Hund die Keimdrüsen zur Fortpflanzung zu entnehmen. Es muss nur eine Indikation vorhanden sein.

Territorialverhalten mit Aggression

Territorialverhalten mit Aggression

Definitiv keine Indikation ist ein Aggressions- oder Territorialverhalten eines Hundes.

Bevor demzufolge kastriert wird, sollte eindeutig sichergestellt sein, woher der Habitus des Hundes rührt. Aggressionsverhalten kann vielerlei Ursachen haben. Sollte es aufgrund sexueller Frustration entstanden sein, kann eine Kastration zwar den Frust nehmen, jedoch könnte sich ein aggressiver Habitus bereits etabliert haben. Es ist also notwendig, dass dem Hund alternative Verhaltensweisen aufgezeigt werden, damit eine Kastration eine Veränderung bringt.

Das Territorialverhalten und die damit einhergehende Intoleranz gegenüber Fremden sind genetisch bedingt.

Hündinnen zeigen während und nach ihrer Läufigkeit und wenn sie Welpen führen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Ihre Instinkte verlangen das quasi, um sich und ihre Welpen zu schützen und zu sichern.

Sexuell frustrierten Hunden hilft keine Sterilisation, denn es werden weiterhin Sexualhormone produziert.

Auch wenn Hunde kein Nachwuchs zeugen oder gebären können, wird ihnen bestimmt nicht die Möglichkeit gegeben, regelmäßig sexuell aktiv zu sein. Für Hündinnen wäre das zudem fatal. Denn sie wissen nicht, dass sie keine Welpen bekommen können. Sie würden hormonell und mental eine komplette Trächtigkeit (Scheinträchtigkeit) durchlaufen. Schlimmstenfalls bis hin zur Geburt und Einschuss von Milch. Dabei kommen nur leider keine Welpen zum Vorschein, was für enorme Trauer und der Suche nach den Welpen führen kann. Bei Rüden ist eine Sterilisation nur dann sinnvoll, wenn sie ihrem Sexualverhalten nachkommen dürfen. Ob sie dabei tatsächlich Welpen zeugen, spielt für sie meist keine Rolle, wenn sie nicht mit der Hündin zusammenleben.

Bevor ein Hundehalter eines Rüden sich für eine endgültige Entnahme der Hoden entscheidet, kann er eine Verhaltensänderung seines Hundes mittels einer chemischen Kastration überprüfen.

Dazu wird dem Rüden ein Hormonchip implantiert, der die Produktion der Sexualhormone unterdrückt, bzw. gänzlich verhindert. Die Chip Implantat Variante für Hündinnen scheint noch nicht so verbreitet zu sein. Jedoch ist offenbar auch bei Hündinnen diese chemische Kastration möglich. Allerdings muss, um der Hündin nicht zu schaden, zuvor eine eingehende Untersuchung stattfinden, denn das Implantat muss zum richtigen Zykluszeitpunkt gesetzt werden.

Hinweis:

Die medizinisch begründete Kastration eines Hundes muss sich nicht auf körperlich erkennbare Erkrankungen stützen. Das Seelenheil eines Hundes sollte den Menschen ebenso am Herzen liegen. Leiden Hunde durch ihre Sexualhormone, sind sie nun einmal nicht glücklich. Dennoch brauchen Hunde die Hormone, um geistig und körperlich auszureifen. Eine zu frühe Kastration verlangsamt den Prozeß und kann im Alter körperliche Erkrankungen zum Vorschein bringen.

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