Klauen von Nahrungsmitteln | Rat Hund Tat
Klauen von Nahrungsmitteln

Klauen von Nahrungsmitteln

Die Beschaffung von Nahrung liegt in der Natur des Hundes. Selbst dann, wenn Essen im Überfluss vorhanden und frei verfügbar ist. 

Die Beute Beschaffung ist ein elementarer Punkt im Leben des Hundes. Dadurch generieren sich Verhaltensweisen wie das Jagen, Futter Streitigkeiten oder das Verstecken von Nahrung.

In einem funktionierenden Hunderudel unterliegt der Zugang zur Nahrung einer Hierarchie. Dabei überwacht der Ranghöchste die Zuteilung. Sein Privileg ist es, als Erster zu fressen oder den rangniedrigeren Rudelmitgliedern den Vortritt zu lassen. Auch wenn es hierbei hin und wieder zu Futter Streitigkeiten, insbesondere von rangniedrig zu ranghoch kommen kann, wird seine Entscheidung letztendlich akzeptiert.

Futter und Besitz sind Ressourcen und dienen der Kommunikation zu erzieherischen Zwecken.

Hunde lernen schon im Welpenalter, die Nahrung ihrer Eltern zu respektieren und erst zu essen, wenn ihnen die Nahrung überlassen wird. Hundeeltern übergeben ihren Jüngsten die Nahrung nicht, sondern geben sie frei, indem sie sich von ihr abwenden.

Das Privileg Nahrung zu verteilen ist auf Mensch und Hund übertragbar.

Die freie Zuteilung der Nahrung versteht ein Hund nur in seinem Sinne und nicht wie ein Mensch. Sie symbolisierst den Status des Hundes innerhalb seiner Sozialgemeinschaft – ganz wie er es von seiner Mutter bereits lernte. Genau hier kommt es zu Missverständnissen zwischen Mensch und Hund.

Futter sollte nicht jederzeit frei verfügbar sein. Kann sich ein Hund selbstständig am Essen bedienen, erlangt der Hund Privilegien, die nur einem ranghohen Mitglied zuteil sind.

Beutegreifer Hund

Beutegreifer Hund

Dreht der Mensch seinem Essen den Rücken zu erlaubt er seinem Hund, sich an der Nahrung zu bedienen.

Das Füttern aus der Hand des Menschen sollte nur aus therapeutischen Zwecken getan werden. Die Ressourcen Verteidigung ist bei Hunden existenziell. Menschen, die Nahrung leichtfertig herausgeben, sind nicht in der Lage, sie zu verteidigen und damit ungefährlich. Dieser Ansatz kann in der Therapie bei Hunden, die extreme Angst vor Menschen haben, genutzt werden.

Klauen Hunde also Essen vom Tisch, ist das nicht wirklich ein Klauen.

Vielmehr geht er davon aus, dass sein Mensch die Nahrung für ihn dort abstellte und seine Position es erlaubt, sich daran zu bedienen. Nicht jeder Hund, der sich sein Futter selbst einteilen kann, macht von seinem Status gebrauch. Doch kommt es zwischen Mensch und Hund zu Futter Streitigkeiten, könnte es genau daran liegen.

Um die Status Frage gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollten dem Hund Futter und Kauartikel vom Menschen eingeteilt werden. 

Ungeachtet der Gründe, warum Hunde ihren Menschen das Essen klauen. Zuverlässig verhindern kann der Mensch es nur, wenn der Hund keine Option dazu bekommt. Denn Gelegenheit macht Diebe.

zugeteilte Nahrung

zugeteilte Nahrung

Lösungsansätze

  • Der Mensch beugt dem Klauen vor, indem er kein Essen unbeaufsichtigt, in Reichweite des Hundes, stehen lässt.
  • Der Hund sollte lernen, dass die Fütterungszeit begrenzt ist. 
    • Entfernt er sich dauerhaft von der noch nicht geleerten Schüssel, wird sie weggestellt. Das beugt u. a. einem »schlechten Fresser« vor.
    • Zudem wird der Hund dadurch nicht genötigt, sein übrig gebliebenes Futter gegen Familienmitglieder oder Besucher »verteidigen« zu müssen.

Der Hund erhält kein Essen vom Tisch oder aus der Hand.

  • Das beugt einem bettelnden Hund vor und vermittelt ihm zusätzlich, dass sein Mensch statusgemäß für die Sicherheit der Nahrungsressource sorgt.
  • Nach Freigabe der Nahrung sollte der Hund solange fressen dürfen, bis er fertig ist.
    • Der Mensch nimmt ihm die Schüssel zwischendurch nicht wegnehmen. Das beugt Futter Streitigkeiten vor.
  • Findet ein Hund fressbares beim Spaziergang, ist ein massives Verbot oftmals kontraproduktiv zu dem, was der Mensch erreichen möchte.
    • Das Ziel ist, dass der Hund nichts vom Boden aufnimmt. Erreicht wird jedoch eher, dass der Hund es zügig hinunter schlingt, bevor ein Verbot kommt.
    • Besser, der Hund lernt, dem Menschen zu zeigen, was er gefunden hat. Der Mensch kontrolliert das Fundstück und gibt es frei (Reh- oder Hasenköttel) oder macht dem Hund ein Ersatzangebot (Futterbrocken suchen lassen, Futterbeutel apportieren lassen).

Hinweis:

Das Training mit Futter in der offenen Hand (ja, du darfst es nehmen) und geschlossenen Hand (nein, du darfst es nicht nehmen) ist aus hündischer Sicht unverständlich. Es ähnelt der Praxis, einem fressenden Hund die Schüssel kurz wegzunehmen. Das angestrebte Ziel, dem Hund jederzeit alles abnehmen zu können, und im Respekt des Hundes zu steigen, kann damit nicht erreicht werden.

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