Schlechter Fresser | Rat Hund Tat
Schlechter Fresser

Schlechter Fresser

Sofern der Hund gesund ist, besteht zunächst kein Grund zur Sorge. Hunde können einige Tage ohne Nahrung auskommen, wenn sie über ausreichend Wasser verfügen.

Die Fütterung von Hunden beinhaltet weit mehr als ihnen eine gefüllte Futterschüssel hinzustellen. Durch das Fressverhalten kommunizieren Hunde beispielsweise ihren Status in der Familie. Für Hunde ist klar, dass die Nahrung entsprechend der Hierarchie zugeteilt wird. Auch wenn die Domestikation einen großen Teil der Kommunikation über Futter reduzierte, wissen einige Hundealter sicherlich, dass ihr Hund zu Futter-Aggressionen neigt, wenn man seiner Futterschüssel zu nahe kommt. Sollten Hunde ihre Besitzer anknurren, wenn sie sich der Futterschüssel nähern, muss nicht zwingend eine  Hierarchieverschiebung vorliegen, denn in einem gut funktionierenden Hunderudel sind Streitigkeiten um Nahrung von rangniedrig zu ranghoch durchaus legitim. Inwieweit der Hundebesitzer das ignorieren kann oder sollte, ist vom der Mensch-Hund-Beziehung abhängig.

Das Fressverhalten von Hunden ist zu einem gewissen Teil rassentypisch.

Viele Labradore neigen dazu, alles schnell in sich hineinzuschlingen, während ein Border Collie oft nur in einem sehr sicheren Umfeld frisst und dann auch genüsslich. Ein Herdenschutzhund frisst wiederum nur, wenn es wirklich notwendig ist, da für ihn sein Futter einen Besitz darstellt. Was aufgefressen ist, kann Hund nicht mehr besitzen. Hunde die dazu neigen Besitz (Ressourcen) anzuhäufen, vergraben z. B. Kauartikel in ihren Körbchen oder im Garten.

Hunde fressen bevorzugt nach der größten Anstrengung des Tages.

Das Jagdverhalten von Hunden ist instinktiv, daran hat auch die Domestikation nichts geändert.

Ein sicheres Zeichen dafür ist das unerwünschte Jagdverhalten vieler Hunde.

Obwohl die Hunde wissen, dass nach jedem Spaziergang eine gefüllte Futterschüssel für sie bereitsteht, jagen sie flüchtigem Wild hinterher oder nutzen jede Gelegenheit fressbares aufzunehmen.

Da das Wild nicht jeden Tag um die gleiche Uhrzeit vorbeiläuft, beschäftigen sich Hunde die überwiegende Zeit mit der Beutesuche.

Jagdhund mit Beute

Jagdhund mit Beute

In freier Wildbahn lebend würden Hunde verhungern, wenn ihre Leistung sofort Defizite aufweist, sobald die Nahrungsaufnahme einen Tag ausbleibt. Zeigt der Hund weder unerwünschtes Jagdverhalten noch nimmt er alles Fressbare vom Boden auf und gehört dennoch zu den schlechten Fressern, könnte Frustration der Grund sein.

Hin und wieder provoziert der Hundebesitzer das Verhalten des Hundes, indem er die Nahrungsaufnahme thematisiert. Beispielsweise versucht er seinen Hund permanent zum Fressen zu animieren. Der Hund merkt sich dabei, dass er sehr viel Aufmerksamkeit von seinem Menschen bekommt, wenn er nicht frisst.

Warum ein Hund sich zu einem schlechten Fresser entwickelt, kann unterschiedliche Gründe haben.

  1. Variante - Gesundheit: Taucht das Problem der Futterverweigerung erstmalig auf, könnte der Hund Zahn- oder Magenschmerzen haben. Fühlt sich der Hund nicht wohl, kann er nicht fressen. Kontrollieren Sie den Gesundheitszustand durch einen Tierarzt. Sollte die Untersuchung ohne Befund bleiben, stehen weitere Optionen zur Auswahl.
  2. Variante - schmeckt nicht: Dem Hund schmeckt das Futter nicht oder nicht mehr. Haben Sie kürzlich die Futtersorte gewechselt oder füttern Sie seit Jahren die gleiche Sorte? Möglicherweise hat der Hersteller des Futters die Rezeptur geändert oder die neue Sorte hat einen geringeren Fleischanteil.
  3. Variante - Stress: Einige Hunde fressen lieber in Gesellschaft, andere Hunde bevorzugen die totale Stille. Damit Hunde ihr Futter genießen können, müssen sie sich sicher fühlen. Zu viel Hektik, Stress, Lärm oder eine plötzlich veränderte Lebenssituation kann bei Hunden zu einer Veränderung im Fressverhalten führen.
  4. Variante - Frust: Eine ganztägig gefüllte Futterschüssel bietet zudem, bezüglich der Instinkte des Hundes, keinen besonders großen Anreiz. Er kann sein natürliches Fressverhalten nicht befriedigen, das Futter wird zur Nebensache.
  5. Variante - kein Hunger: Der Hund ist schlichtweg satt, weil er sich seine Nahrung über Quellen besorgt, die dem Hundebesitzer unbekannt sind.
gefüllte Futterschüssel

gefüllte Futterschüssel

Lösungsansätze

Grundsätzlich sollte dem Hund seine Nahrung nicht frei zur Verfügung stehen. Üblich ist auch im menschlichen Leben, dass es Zeiten für die Nahrungsaufnahme gibt.

Lassen Sie die gefüllte Futterschüssel nicht ganztägig stehen.

Sobald der Hund die Futterschüssel dauerhaft verlässt, wird sie weggestellt. Möchte er nur kurz etwas trinken, bleibt sie natürlich stehen.

Vorteil hierbei:

  • Für den Hund gibt es keinen Grund sein Futter zu verteidigen, vorbeugend gegen Futter-Aggression.
  • Der Hund lernt, dass es eindeutige Fütterungszeiten gibt.
  • Der Hund versteht, dass sein Mensch die Nahrung zuteilt.

Damit der Hund eine Befriedigung durch Futter erfährt, lassen Sie ihn auf gemeinsamen Spaziergängen sein Futter erarbeiten.

Es gibt zahlreiche Futter Suchspiele, die in das natürliche Jagdrepertoire des Hundes gehören. Achten Sie darauf, dass bei den Futter Suchaufgaben keine fremden Hunde in der Nähe sind, damit es nicht zu Streitigkeiten kommt.

Vorteil hierbei:

  • Der Hund erhält während oder nach der größten Anstrengung des Tages seine Beute.
  • Der Hund wird nahezu mit einem artgerechten Nahrungserwerb ausgelastet.
  • Der Mensch beschäftigt sich eingehend mit seinem Hund, was die Mensch-Hund-Beziehung intensiviert.
  • Der Hund lernt, dass sein Mensch ein guter Jäger ist, da er immer weiß, wo es Beute gibt.
  • Das Jagdbedürfnis des Hundes wird befriedigt.
  • Die Spaziergänge werden zu einem besonderen Erlebnis für Mensch und Hund.
  • Der Mensch kann bei den Suchaufgaben alle Basissignale spielerisch einbauen.
  • Der Mensch steigt im Ansehen des Hundes, was ihn noch mehr zur Führungs- und Bezugsperson werden lässt.

Wird der Hund bereits mit all diesen Dingen beschäftigt und frisst dennoch schlecht, wechseln Sie die Futtersorte.

  • Kontrollieren Sie die Deklaration des Futters nach seinen Bestandteilen. Der Fleischanteil könnte zu niedrig sein.
  • Fragen Sie Familienmitglieder und Personen, die täglich mit Ihrem Hund zu tun haben, ob sie den Hund füttern. So schließen Sie aus, dass der Hund einfach nur satt ist.
  • Anstelle von Trockenfutter könnten Sie Trockenfleisch Brocken zur Futtersuche benutzen. Trockenfleisch Brocken bietet sich auch für die Hunde der artgerechten Rohfütterung an.
  • Erhöhen Sie den Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellung, um dem Hund mehr Anspruch zu bieten.
  • Nehmen Sie unterschiedliche Futterbrocken (gewürfelte Karotte, Äpfel, Trockenpansen, Nüsse, etc.) mit zur Futtersuche. So muss der Hund seine Nase bei jeder Suche auf einen neuen Geruch einstellen. Das fördert die Konzentrationsfähigkeit.

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