Der olfaktorische Jäger | Rat Hund Tat

Der olfaktorische Jäger

Genau genommen beginnt die Jagd des Hundes bereits beim Verlassen des Hauses.

Sobald der Hund in die Natur kommt, nimmt er sein Umfeld über sein Geruchsorgan, die Nase, wahr. Neben den Artgenossen, die sich durch seinen Lebensraum bewegen, wittert er potentielle Beuteobjekte. Bei denen muss es sich nicht zwingend um Wildtiere handeln. Ebenso gern gefressen wird von einigen Hunden Pferdeäpfel und anderer Kot, achtlos weggeworfene Lebensmittel oder, was zurzeit ein brisantes Thema ist, die Giftköder.

Die olfaktorisch jagenden Hunde zeigen unterschiedliche Arten der Nasenarbeit. Während die einen Wittern, sich den Geruch mit hohem Kopf aus der Luft holen, setzen andere ihre Nase tief am Boden ein. Sie sind mit der direkten Spurensuche beschäftigt.

Die hoch suchenden Hunde setzen ihre Nase tief, wenn sie einen definitiven Geruch aufgespürt haben.

Häufig ist dieses Verhalten beispielsweise beim Deutsch Kurzhaar oder Magyar Viszlar zu sehen. In ihren natürlichen Bewegungen zeigen diese Rassen typische Muster, die für das geschulte Auge bereit von weitem zu erkennen sind.

Sie praktizieren eine komfortable Suche, bei der sie von Kopf bis Rute fast waagerechte ausgerichtet sind. Die Nase richtet sich immer wieder partiell Richtung Boden, um sich zu vergewissern, noch auf der richtigen Spur zu sein.

Die Form der Suche ergibt durchaus einen Sinn, denn ihre Aufgabe bestand darin über große Wiesenflächen zu revieren, um Niederwild aufzuscheuchen.

Steht das Gras hoch, mussten die Hunde mit hohen Köpfen wittern, um sich zu orientieren.

Die Jagd der hoch suchenden Hunde, die für das Stöbern durch revieren eingesetzt werden, endet quasi bei Beutekontakt.

Sie sollen das Wild nur anzeigen, jedoch nicht reißen. Damit besteht ihre Jagd aus Wittern, Spurensuche, Aufstöbern bzw. Stellen der Beute.

Eine Tötungssequenz ist aus menschlicher Perspektive nicht vorgesehen.

©Noveczki Katalin CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Die tief suchenden Hunde, exemplarisch der Beagle, setzen ihre Nase direkt auf den Boden, wobei der Beagle nicht einmal eine konkrete Spur braucht.

Findet der Beagle eine Spur, ist er kaum noch zu bremsen. Mit tiefer Nase geht es im Galopp querfeldein. Den Kopf hebt er erst, wenn es nicht mehr weitergeht. Es gibt nur wenige Rassen, die deren Nasenleistung übertreffen. Ihr Arbeitsgebiet ist grenzüberschreitend. Laufen sie außer Sicht, finden sie den Weg zurück zum Menschen - natürlich - über ihre Nase. Sie folgen einfach ihrem Laufweg zurück. 

Bei den tief suchenden Hunden ist der Jagdablauf abhängig von ihren Aufgaben.

Die Jagdhunde der Nachsuche verfolgen die Spuren von verletztem Wild, bis sie es stellen können. Auch hier soll der Hund nicht reißen. Die Jagdhunde, die vor dem Schuss arbeiten, sollen zunächst Wild ausfindig machen und es gegebenenfalls in Richtung des Jägers hetzen.

Um die olfaktorisch orientierten Hunde auszulasten, kann der Mensch ihnen diverse Suchaufgaben stellen.

Von Mantrailing über klassische Fährtenarbeit, bei der mit unterschiedlichen Geruchsstoffen gearbeitet werden kann.

Ebenso viel Freude wird der Hund an der Verloren-Suche und Düfte selektieren zeigen.

Zusätzlich können hoch Suchern Aufgaben zur tiefen Suche gegeben werden.

Bei der hoch Suche sollte die Beinlänge der Hunde beachtet werden.

Für hochläufige Hunde ist eine tiefe Suche körperlich anstrengender als für kurzbeinige. Um ihre Ressourcen einzuteilen, werden sie immer wieder den Kopf anheben, zumal es ihrer Art entspricht.

Vom Menschen initiierte Jagdspiele sorgen für ein soziales Miteinander, bei dem der Hund seine Instinkte ausleben darf. Dadurch kann unerwünschtes Jagdverhalten in gewünschte Bahnen gelenkt werden.

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