Die optischen Jäger | Rat Hund Tat
Die optischen Jäger

Die optischen Jäger

Hunde die auf Bewegungsreize reagieren, haben alles im Blick.

Zu ihnen zählen hauptsächlich die Windhunde Rassen. Hunde, von schmaler, schlanker Gestalt, mit langen Beinen und einer nach oben gebogen Wirbelsäule. Das Gebäude der Hunde zeigt durch ihre Anatomie bereits die Sprungkraft für den Sprint. Der gebogene Rücken, vergleichbar mit dem Bogen für Pfeile, setzt Spannkraft in Beschleunigung um.

Die majestätische Haltung der Rassen, wenn sie mit erhobenen Kopf ihr Umfeld beobachten zeigt ihre bevorzugte Jagdsequenz. Sie reagieren auf Bewegungsreize, durch die sie eine Hetzjagd starten, sobald potentielle Beute in ihrem Sichtfeld erscheint. Sind sie erst in Bewegung jagen sie grenzübergreifend, bis zum Horizont. Aus dem Sprint heraus setzen sie den tödlichen Kehlbiss an und reißen ihre Beute zu Boden. Sie halten sie fest, bis jegliches Leben aus ihm gewichen ist.

Wer einmal in den Genuss gekommen ist, einen Windhund im Sprint über die Wiesen fliegen zu sehen, wird das Bild ewig in Erinnerung behalten. Laufen ist ihre Stärke, dennoch immer zielgerichtet. Würden sie das Laufen als reine Körperauslastung betrachten, wäre auf der Rennbahn kein Beuteobjekt als Reiz notwendig.

Ebenfalls optische Jäger sind die Hütehunde, die durch das Fixieren und Umkreisen ihre Beute in die Enge treiben.

Zum Zwecke der Nutzbarkeit wurde in der Selektion die Tötungssequenz der Jagd aus ihnen nahezu völlig herausgezüchtet, zumindest in früheren Zeiten. Denn für die Hirten war ein tötender Hund unhaltbar. Da die Hütehunde kaum noch im aktiven Dienst sind, verliert sich die fehlende Tötungssequenz immer mehr, so dass beispielsweise der »moderne« Border Collie wieder das Packen und Schütteln von Beuteobjekten zeigt.

Die Auslastung der Sichtjäger kann der Mensch mit Hilfe der Reizangel oder der Futterfrisbee perfekt erreichen.

Er sollte bei allen Übungen darauf achten, dass der Hund auf das Startsignal wartet, um eine Fehlkonditionierung zu vermeiden. Dazu werden die verwendeten Beuteobjekte in Bewegung gesetzt, doch erst auf das Signal Apport, Gooder Bring darf der Hund mit der Hetzjagd beginnen. Die eingeübte Steadiness beugt einer unkontrollierten Jagd auf flüchtiges Wild vor. Der Hund lernt, zunächst Blickkontakt zu seinem Menschen aufzunehmen, bevor er startet.
Zugegeben, ein abspringender Hase, direkt vor der Nase des Hundes, übt einen erheblich größeren Reiz auf den Hund aus, als dem zuvor Gelernten. Dennoch lassen sich auch diese Hundetypen einfacher aus der Hetze abrufen, wenn sie die Vorteile der gemeinsamen Jagd mit ihrem Menschen kennengelernt haben.

Für die Hüte- und Treibhunde bietet sich die Treibball Beschäftigung an.

Beobachtet man die Bewegungssequenzen der Hunde, ist zu erkennen, dass sie quasi ihre Beute vor sich hertreiben bzw. einkreisen, um sie an Position zu fixieren. Da sich nicht jeder Hundehalter Schafe leisten kann und möchte, sind große Gymnastikbälle ein effektiver Ersatz.

Wie Eingangs bereits erwähnt, werden Border Collie, Australien Shepard, Kelpie oder der Australien Kennel Dog, um nur einige zu nennen, kaum noch für die Arbeit an der Herde gezüchtet. Dadurch gibt es innerhalb dieser Rasse Hundetypen, die kein Interesse mehr an der Hütearbeit zeigen, zumindest nicht an Treibball interessiert sind. Erblicken sie jedoch flüchtiges Wild, starten sie direkt durch.

optischer Jäger ist der Border Collie

optischer Jäger ist der Border Collie

Durch genaue Beobachtung der Hunde bei Spaziergängen kann der Mensch herausfinden, welche Form der Jagd für den Hund geeignet ist.

Ist er bevorzugt olfaktorisch beschäftigt und trägt er Stöcke herum, können Fährten- und Apportierübungen den Hund in seinen Bedürfnissen befriedigen.

Insbesondere die Hütehunde sind selektiv auf eine enge kooperative Arbeit gezüchtet worden und führen pflichtbewusst die Anweisungen ihrer Menschen aus. Werden die Hunde sich selbst überlassen, kann das für sie Stress bedeuten, der sie schlichtweg überfordert. Teilweise neigen die Hunde, bei zu geringer geistiger Auslastung dazu, stereotypische Verhaltensmuster zu zeigen. Sie beginnen Lichtreflexe, ihre eigene Rute oder Staubpartikel die sich im Licht bewegen, zu jagen.

Die optisch orientierten Rassen zeigen während Spaziergängen eine auffällige Außenorientierung. Sie be(ob)achten ihre Menschen kaum. Warum auch, der ist immer in ihrer Nähe. Leinenfreiheit gibt es für die Windhunde nur selten, da sie, wenn sie mal in Bewegung sind, kaum noch abrufbar sind.

Übungen, bei denen sie aus der optischen in die olfaktorische Sinneswahrnehmung gebracht werden, können zu einem intensiveren Miteinander führen. Denn auch diese Hunde schätzen durchaus die Kooperation mit ihren Menschen.

 

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