Sozialsystem Hunderudel | Rat Hund Tat
Sozialsystem Hunderudel

Sozialsystem Hunderudel

Mit zirka der achten Lebenswoche beginnt die Sozialisierungsphase der Welpen. Von nun an beschäftigen sich die Hundeeltern intensiv mit der Erziehung ihrer Welpen.

Der Nachwuchs lernt durch vorbildhaftes Verhalten der Eltern Überlebensstrategien anhand gezielter Jagdsequenzen und die Feinheiten der Kommunikation mithilfe von Spielsequenzen mit den Geschwistern und Eltern.

Die Elterntiere geben ihrem Nachwuchs die Zeit, die sie benötigen, um zu lernen, was wichtig ist. Während der Lehrzeit sorgen sie weiterhin für die Sicherheit und den Schutz ihrer Welpen. Sie überlassen nichts dem Zufall und setzen ihre Welpen keinen Risiken aus.

Das Ziel der Welpenerziehung ist die Integration des Nachwuchses in das Rudel.

Ein starkes Rudel ergibt sich aus einer stabilen Hierarchie, in der es Regeln gibt, die einzuhalten sind und die eingehalten werden. Daraus ergibt sich eine harmonische Sozialgemeinschaft mit hierarchischer Struktur. Auch wenn es innerhalb dieser Hierarchie immer mal zu kleineren Streitigkeiten kommt, sorgt der hierarchische Aufbau für ein friedliches Zusammenleben. Denn jedes Rudelmitglied kennt seine Position und Aufgabe und akzeptiert diese. Die Hierarchiebildung eines Rudels, ganz gleich ob in einem Hunderudel oder in der menschlichen Familie, beginnt mit der Rangordnungsphase und endet mit der Rudelordnungsphase.

Hunde kommunizieren intensiv über Futter und zeigen damit ihre Stellung in der Gruppe.

Bei Hunden zeigen sich Uneinigkeiten oftmals in Bezug auf Futter. In einem Rudel sind Futterstreitigkeiten, die von rangniedrig zu ranghoch angezettelt werden, durchaus legitim.

Die Futterstreitigkeiten werden teils geräuschvoll und taktil ausgetragen, haben jedoch nichts mit einer Futteraggression zu tun. Es ist ein Bestandteil der hündischen Kommunikation innerhalb der Erziehung. Die Welpen lernen Respekt und Akzeptanz gegenüber einem ranghöheren Familienmitglied.

Kommunikation über Futter

Kommunikation über Futter

Hunde benutzen Nahrung nicht zur Strafe, Erpressung oder Belohnung.

Das bedeutet, dass wenn ein rangniedriger Hund sich an der Nahrung bedient, aber er noch nicht an der Reihe ist, wird ein ranghoher Hund dies durch ein Tabu korrigieren. Der niedrigere bekommt dennoch etwas zu fressen, nur eben nicht jetzt. Er soll lernen, mit Respekt abzuwarten, bis seine Zeit gekommen ist.

Eines der ersten Erziehungsziele der Hundeeltern ist die Einhaltung von Individualdistanzen.

Bis zirka zur achten Woche dürfen Welpen noch an den Eltern hochspringen, über sie drüberklettern, die Lefzen lecken, um nach Nahrung zu betteln. Mit Beginn der Erziehung werden hierbei eindeutige Drohsignale gezeigt. Damit beanspruchen sie ihre persönlichen Individualdistanzen und zeigen dem Welpe, auf welche Weise er später mit Artgenossen angemessen kommunizieren kann. Daraus lässt sich erkennen, dass Drohsignale der Informationsvermittlung dienen und nichts mit Aggression zu tun haben, auch wenn es danach aussieht oder sich so anhört.

Die Komplexität der hündischen Sprache kann immer nur in der Gesamtbetrachtung des Hundes erkannt werden.

Das Lefzenlecken wird auch später noch von Hund zu Hund praktiziert. Doch ist der Grund dann nicht mehr das Betteln nach Nahrung.

Die oben genannten distanzlosen Verhaltensweisen der Welpen werden ab der achten Woche durch Tabus eliminiert, wobei sie ausschließlich situativ korrigiert werden. Im Anschluss einer jeden Korrektur findet eine Kommunikation, beispielsweise durch elterliches Pflegeverhalten wie Fellknabbern statt. Auf diese Weise lernt der Welpen, dass nicht er persönlich sondern nur sein Verhalten unerwünscht ist.

kommunikative Drohgebärde

kommunikative Drohgebärde

Fehlverhalten der Welpen wird durch Kommunikation, die durchaus geräuschvoll und taktil sein kann, modifiziert.

Knurren, Bellen, Zwicken oder Stumpen (Nackenstoß o.ä.) Unterliegen nicht der Verletzungsabsicht. Ein Welpe wird niemals mit Nackenschütteln bestraft, denn das ist eine Aktion, die aus dem Beutefangverhalten kommt und eine Tötungssequenz darstellt. Hundeeltern zeigen zur Korrektur Drohgebärden. Sie ziehen die Lefzen hoch, blecken die Zähne bei krauser Nase, der Blick fixiert und es wird tief grollend geknurrt.

Dieses Drohfixieren reicht meist, um das angestrebte Ziel, den Welpen auf Distanz zu halten, zu erreichen. Sollte der Welpe das ignorieren, stoßen die Eltern kurz mit der Schnauze vor und Stumpen den Welpen an. Spätestens diese Ansage merkt sich der Nachwuchs für den Rest des Lebens.

Beschäftigen sich Hundeeltern mit Lernprozessen wie Beutefangspiele erhalten die Welpen, die das besonders gut machten, kein Futterlob.

Vielmehr ziehen Hundeeltern Schlüsse aus den Ergebnissen, wer im Rudel später für welche Aufgaben zuständig sein wird. Und auch wenn einer der Welpen ein unbegabter Jäger ist, dafür aber sozial kompetent, ist er ausgesprochen nützlich für die Gruppe. Seine zukünftige Aufgabe könnte in der Erziehung weiterer Welpen oder im Konfliktmanagement liegen.

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