Vorbereitung der Steadiness | Rat Hund Tat
Vorbereitung der Steadiness

Vorbereitung der Steadiness

Steadiness Übungen können in die Welpenerziehung einbezogen werden. Zu beachten ist die mentale Entwicklung des Hundes, um eine Überforderung zu vermeiden.

Übermäßige Strenge ist unangebracht, denn der Hund sollte zunächst erkennen können, warum er beispielsweise seine Platzierung einhalten soll.

Die meisten Welpen zeigen ein überaus hohes Lerntempo. Erkennen sie dazu noch einen profitablen Grund der Vorgehensweise, werden sie sich freudig an den Übungen beteiligen. Folglich fällt es ihnen schwer, abzuwarten, sprich Steadiness zu entwickeln. Doch dürfen die ersten Schritte in die Richtung Abwarten hier bereits gegangen werden, unter der Voraussetzung, keine Wunder zu erwarten. Dem Menschen sollte klar sein, dass der Hund neugierig auf seine Umwelt ist. Er reagiert direkt auf etwaige Reize, vor allem auf Bewegungsreize. Das ist normal und gehört zu einer natürlichen Entwicklung.

Für Welpen mit Tendenzen zur Hyperaktivität sind Abwarte-Übungen nur schwer zu bewältigen.

Allerdings sollte bei ihnen frühzeitig mit Steadiness begonnen werden, um Ruhe und Klarheit in ihrem Geist zu kreieren. Die jeweiligen Signale Sitz, Down, Decke, etc. können nur wenige Sekunden eingehalten werden. Es ist also wichtig, dass der Mensch sie schnell wieder aufgelöst, um einen positiven Abschluss der Übung zu bekommen.

Mit Gelassenheit, Geduld und Zeit wird ein Hänschen lernen, was ein Hans später braucht. So sollten die Übungen eher als Vorbereitung für die Zukunft betrachtet werden.

Zielsetzung

Das wesentliche Ziel sollte die gemeinsame Beschäftigung mit Schwerpunkt Erziehung sein. Erfolgreiche und beständige Ergebnisse sind utopisch, möchte man den Welpen nicht überfordern. Es ist vielmehr der Weg, auf dem sich Mensch und Hund ausprobieren, intensiver kennenlernen, miteinander interagieren und kommunizieren, und ein wenig debattieren.

Hinweise

  • Strenge ist bei Steadiness Übungen unangebracht. Der Welpe sollte spielerisch lernen dürfen. Entscheident für die Übungen ist die mentale Entwicklung des Hundes.
  • Welpen zeigen ein natürliches Folgeverhalten. Bewegt sich sein Mensch von ihm weg, läuft er wie selbstverständlich hinterher, was zunächst wünschenswert ist. Generalisiert der Welpe dieses Verhalten, kann das zukünftig lästig werden, denn er folgte seinem Menschen wie ein Schatten. Kontrolliert der Mensch das Folgeverhalten nicht, könnten sich daraus Verlustängste entwickeln, wenn der Welpe alleine bleiben soll.
  • Bei der folgenden Übung wird von einem normal entwickelten Hund ab der 10. Lebenswoche ausgegangen, der ohne nennenswerte Vorgeschichte (Auffang- oder Tötungsstation, mehrfache Vorbesitzer, Hinterhof-Welpen-Vermehrung oder Ähnlichem) aufgewachsen ist.
  • Die Übungen zur Steadiness beziehen sich auf die Basissignale Sitz, Bei / Hier / Fuß, Down / Platz und einer Platzierung wie Decke / Körbchen. Einem jungen Hund fällt es häufig hier schon schwer, das angewiesene Signal für wenige Sekunden einzuhalten.
  • Für die beschriebenen Übungen wählen wir die Wortsignale Sit, Down und Decke, evtl. Apport, die dem Welpen bereits bekannt sind.
  • Zur besseren Erkennung der Wortsignale sollten sich die Wörter eindeutig voneinander unterscheiden. Sitz und Platz liegen in der Intonation dicht beieinander. Verständlicher wären Sitz und Down, oder Sit und Platz. Ein eindeutiges Handsignal zu den einzelnen Signalen kann hierbei bereits konditioniert werden.
  • Um Fehlkonditionierungen vorzubeugen, ist ein stimmiges Timing bei der lobenden Bestätigung geboten. Das Lob erfolgt direkt bei Ausführung des Signals.
  • Ist eine verbale Korrektur notwendig, wird dem Hund sofort eine alternative Handlungsmöglichkeit angeboten. Weiteres dazu im Übungsablauf.
  • Das Übungsgelände sollte möglichst kaum Aussenreize bieten, damit der Hund keine Ablenkung bekommt.
  • Das Signal Down ist bei kurzläufigen Hunden (Dackel, Jack Russel, Chihuahua, etc.) vereinzelt schwer zu erreichen. Sie sind bereits bodennah und erkennen keinen Grund, sich abzulegen. Bevor aus einer spielerischen Übung eine erzwungene Handlung entsteht, sollte dem Menschen zunächst ein zuverlässiges Sitz genügen.

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