Lebensgefährliche Köder für Hunde

Lebensgefährliche Köder für Hunde

Die Verteilung der Giftköder bleibt brisant. Im 2. Quartal 2015 gaben die Polizeidienststellen vier Fundorte bekannt. Von den Tätern weiterhin keine Spur.

In Münster meldeten zwei Personen bei der Polizei in Hiltrup den Fund von rohen Hackfleischröllchen in der Grünanlage am Ehrenmal an der Westfalenstraße.

In Lemgo, im Bereich des Wilmersiek - Matthias-Claudius-Weges fand eine Person Hühnerknochen mit roter Paste beschmiert. Sie zeigte den Fund der Polizeidienststelle Lippe an.

In Mainz fraß ein Hund mit Rattengift präparierte Fleischwurst in Mainz-Marienborn, in der Nähe der »Am Sonnigen Hang« Straße. Der Hund überlebte, da die Besitzerin ihm direkt vom Tierarzt den Magen auspumpen lies. Die Hundehalterin melde den Fund der Polizeidienststelle Mainz.

In Korbach meldete ein Hundehalter der Polizei ein mit Reißzwecken bestücktes Wurststück in der Nähe der Freilichtbühne. Es ist in diesem Jahr bereits der dritte Fund an dieser Stelle.

Die Polizeidienststellen suchen weiterhin nach Zeugen, um den Tätern auf die Spur kommen. Bislang gibt es keinerlei Hinweise auf die Hundehasser.

Hundehalter werden weiterhin darum gebeten, auf ihre Vierbeiner zu achten und sie nicht von der Leine zu lassen. Für jeden Hundehalter ein verdrießlicher Zustand, bei dem kein Ende in Sicht ist. Die Täter bleiben verborgen und äußern sich nicht einmal über den Grund ihres Handelns. Die Polizei kann nur zusehen. Ohne Zeugen ist keine Strafverfolgung möglich.

Selbst leinenpflichtige Gebiete werden zu Fundorten, so dass der Freilauf von Hunden als Tätergrund ausgeschlossen werden kann.

Doch beruhen Straftaten dieser Art nicht immer auf einem Begehren der Täter? Was bezwecken diese Menschen mit der Verteilung von lebensbedrohlichen Ködern? Sitzen sie im Verborgenen und beobachten, wie ein Hund sich darüber hermacht?

Dank modernster Untersuchungsmethoden und Profiling können Behörden, selbst bei zunächst unlösbaren Fällen, einen erfolgreichen Abschluss erzielen. Seit dem Jahr 2012 breiten sich in Europa die niederträchtigsten Tötungsversuche an Vierbeinern aus. Es sind bereits Kinder zu Schaden gekommen und viele Hunde qualvoll verstorben.

Es wäre längst an der Zeit, dass die Behörden die Aufklärung der tierquälerischen Praktiken mit Todesfolgen endliche professionell, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln angehen.

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