5 Tipps für BARF-Anfänger

5 Tipps für BARF-Anfänger

Wer für einen Hund sorgt, übernimmt damit Verantwortung. Neben der Hundeerziehung, passenden Wohnungseinrichtung und artgerechten Beschäftigung, ist gesunde Ernährung ein wichtiges Thema.

Um einen Hund gesund zu Ernähren empfehlen wir die Roh-Fütterung. Damit ihr Hund keine Mängel entwickelt, haben wir für Sie eine Anleitung zusammenstellt. Bevor wir uns mit den BARF-Tipps beschäftigen, geben wir für BARF-Anfänger eine kurze Einführung in die Thematik, um die Vorteile dieser Fütterungsart hervorheben.

Im deutschsprachigen Raum steht BARF für biologisch artgerechte roh Fütterung, bei der alle Zutaten im Rohzustand gefüttert werden.

Der größte Anteil sind Fleisch und Knochen, gefolgt von Gemüse und Obst, sowie Kräutern, Fette und Öle. Durch die eigene Zusammenstellung der Mahlzeit weiß der Hundebesitzer exakt, was sein Hund frisst.

Das Barfen ist an die natürliche Ernährung von Hunden in freier Wildbahn angelehnt. Auf industriell hergestelltes Fertigfutter aus dem Handel wird verzichtet, denn dieses enthält oft getreidelastige Kohlenhydrate, künstliche Zusatzstoffe, Konservierungsmittel und andere schwer verdauliche Dinge, die bei vielen Hunden Unverträglichkeiten, Durchfall oder Allergien rufen hervor.

Bei richtiger Zusammensetzung der Mahlzeiten ermöglicht die BARF-Ernährung eine individuelle Anpassung auf die Bedürfnisse ihres Hundes.

Tipp 1: Fleisch als Hauptbestandteil

Bei der Fleischauswahl ist auf gute Qualität zu achten. Zur Auswahl stehen vor allem Rind, Geflügel, Schaf, Ziege, Fisch und einheimisches Wild. Etwas extravagantere Sorten sind Pferd, Strauß und sogar Känguru.

Schwein und Wildschwein Fleisch darf niemals roh gefüttert werden, da diese Tiere Überträger des Aujeszky-Virus sein können, der für Hunde tödlich ist. Durch starkes Erhitzen des Fleisches wird der Erreger zwar getötet, doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Bei einer Infektion mit der aujeszky’schen Krankheit zeigt der Hund binnen kurzer Zeit eine extreme Verhaltensänderung. Für weitere Informationen folgen Sie bitte dem Link.

Fleisch als Hauptbestandteil

Fleisch als Hauptbestandteil

Welche Menge benötigt mein Hund?

Allgemein gilt als Faustregel: Welpen benötigen ca. 4% des Körpergewichts als Futtermenge, erwachsene Hunde ca. 2%. Die Futtermenge und die Futterzusammenstellung richtet sich nach dem Alter, dem Gewicht, der gesundheitlichen Verfassung und das Aktivitätslevel des Hundes.

Die richtige Zusammenstellung einer BARF-Mahlzeit, um den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, beträgt ca. 80% Fleisch (Muskelfleisch, Innereien, Knochen) und 20% pflanzliche Inhaltsstoffe. Für eine genauere Berechnung der BARF-Menge empfehlen wir die Verwendung unseres BARF-Rechners.

Zum besseren Verständnis ein kleines Beispiel: Bringt der Hund 10 Kilogramm auf die Waage, hat er ein übermäßig aktives Wesen und ist vollständig ausgewachsen, bedeutet das für die Futtermenge folgendes:

Barf-Rechner der Futter-Fundgrube

Barf-Rechner der Futter-Fundgrube

Lagerung und Verarbeitung von Fleisch

Der Gefrierschrank garantiert die längste Frischhaltung von Fleisch. Bei der Vorbereitung der bevorstehenden Mahlzeit wird die benötigte Menge an Fleisch herausgenommen und schonend aufgetaut. Idealerweise ist das Fleisch in entsprechenden Mengen einzeln verpackt, das erleichtert die spätere Verwendung. Die Verarbeitung von Fleisch erfordert Hygiene. Alle Behältnisse und Utensilien, mit denen das Fleisch in Berührung kommt, müssen unbedingt sauber sein.

Was ist bei der Knochenfütterung zu beachten?

Um die Gefahr von Knochensplittern zu vermeiden, ist von der Fütterung erhitzter Knochen – etwa vom Grill – abzuraten.
Bei einer Ernährungsumstellung ist speziell am Anfang darauf zu achten, wie der Hund die Knochenfütterung annimmt. Bekommt der Hunde erstmalig Knochen, kann es sein, dass er sie nicht anständig zerkaut. Zudem lernt sein Organismus wie Knochen verdaut werden, um Knochenkot zu vermeiden. Daher bieten sich weiche Knochen zur Eingewöhnung an. Dazu gehören Geflügelknochen wie Hühnerhälse und -flügel, Entenkarkasse oder Kalbsrippen. Doch auch bei den weichen Knochen ist die Menge zu beachten. Sollte es einmal zu Knochenkot (trocken, bröselig, der Hund muss sich sehr anstrengen, Kot abzusetzen) kommen, hilft die Fütterung von Leber (sie macht den Kot weich) oder der Öl-Anteil wird erhöht.

Verschlingt der Hund die Knochen regelrecht, ist Knorpel oder gewolfter Knochen eine passende Alternative.

Obst, Gemüse und Öle zur Vollendung

Obst, Gemüse und Öle zur Vollendung

Tipp 2: Obst, Gemüse und Öle zur Vollendung

Grundsätzlich sind Obst und Gemüse reif, entkernt und püriert zu füttern. Dem Stoffwechsel des Hundes ist es nicht möglich, Zellulose (Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände) zu spalten. Püriert und roh ähnelt der OG-Brei dem Mageninhalt der pflanzenfressenden Beute Rind oder Wild. Zur Vermeidung von Pestiziden sollte Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Der Hauptanteil (bis zu 50%) des OG-Breis besteht aus grünem Blattgemüse wie Salat, Mangold, Spinat und Pak Choi. Grünes Blattgemüse reguliert den Säuren-Basen-Haushalt, der durch den hohen Fleischanteil eher auf der sauren Seite liegt. Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinake, aber auch Kürbis und Fenchel bereichern den Speiseplan.

 

Welche Obstsorten vertragen Hunde?

Zu den verträglichen Obstsorten gehören die säurearmen Sorten. Verschiedene Beeren, Äpfel, Birnen und Bananen. Äpfel und Birnen haben einen hohen Vitaminanteil und beinhalten den wertvollen Ballaststoff Pektin, der die Verdauung unterstützt, indem er Giftstoffe bindet und den Darm reinigt. Bananen stecken ebenso voll wichtiger Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium und Zink, haben im reifen Zustand aber einen hohen Zuckergehalt. Exotische Früchte wie Ananas, Papaya und Kiwi bringen neben ihren Mineralien und Vitaminen ein besonders Plus mit – das Enzym Bromelain in Ananas und Papaya, Actinidin in Kiwis, dass bei der Eiweißspaltung hilft und damit die Verdauung stärkt.
Übrigens: Ananas, Papaya und Karotten haben den zusätzlichen Bonus einer Wurmprophylaxe.

Hier findet sich darüber hinaus eine Liste von Lebensmitteln, die es unbedingt zu vermeiden gilt.

Welche Öle brauchen Hunde und warum?

Hunde benötigen z.B. die Fettsäuren: Arachidonsäure, Linolsäure und Alpha- und Gamma-Linolensäure als Energielieferant und für die Spaltung von Vitaminen z.B. der Karotte.
Für die Menge und Mischung relevant ist die Klassifizierung in Omega-3- oder Omega-6-Fettsäure. Dabei sollten die beiden mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu gleichen Teilen im Futter enthalten sein, da sie eine gegensätzliche Wirkung im Körper haben und sich quasi ausgleichen.
Das Rohfutter beinhaltet bereits eine Menge Omega-6-Fettsäuren. Der Fokus liegt daher auf den Omega-3-Fettsäuren, die in Fischölen, Leinöl, Walnussöl, Hanföl und Rapsöl enthalten sind. Öle wirken Hautproblemen entgegen, helfen im Körper bei der Verarbeitung von Nährstoffen und begünstigen ein glänzendes, dichtes Fell.

Achten Sie darauf, dass Sie kaltgepresste Öle verwenden, um einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu bekommen.

Mit Fleisch, Obst, Gemüse und Ölen haben wir die wichtigsten Grundnahrungsmittel für eine gesunde BARF Ernährung abgedeckt.

Tipp 3: Ergänzungsmittel und Zusätze

Kerne, Samen und Nüsse, Kräuter, Milchprodukte und Getreide sind ein Kann in der BARF-Ernährung.

  • Kerne, Samen und Nüsse:

Sie sind gut verträglich, stecken voller gesunder Fette, Vital- und Mineralstoffen, aber auch voller Kalorien. Es ist daher abzuwägen, welche Sorte und wie viel dem Hund gefüttert wird. Zudem finden einige von ihnen Anwendung in der Naturheilkunde, deshalb ist weniger oft mehr.
Gute Sorten sind: Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Sesam und Leinsamen (bitte gekocht, da Leinsamen Blausäure enthält) und Haselnüsse, Süßmandeln und Kokosnuss (ist wurmwidrig).

Kokosnuss als Zusatz beim Barfen

Kokosnuss als Zusatz beim Barfen

  • Kräuter

Kräuter und Wildkräuterpflanzen gehören zu den Heilpflanzen und finden ihre Verwendung in der Naturheilkunde. Deshalb ist von unsachgemäßer Fütterung abzuraten. Gleichwohl helfen z.B. Kümmel bei Blähungen, Thymian bei Atemwegsproblemen, Kamille gilt als schmerzlindernd und Brennnessel und Borretsch sind harntreibend. Anhand der Beispiele bedenken Sie bitte: Weniger ist oft mehr.
Kräuter-Mixe können als Kuren verabreicht werden, bitte in Absprache mit einem Tierarzt oder Naturheilpraktiker. Grundsätzlich gilt auch für Kräuter: gründlich waschen und pürieren, bzw. hacken.
Hinweis:
Trächtige Hündinnen dürfen kein Basilikum, Dill, Petersilie und Salbei bekommen; es besteht die Gefahr eines Aborts. Rosmarin und Salbei können bei Epilepsie disponierten Hunden Schübe auslösen.

  • Milchprodukte

Sofern der Hund Laktose verträgt, können Joghurt und Quark hin und wieder gefüttert werden. Laktose armer Hüttenkäse wird von den meisten Hunden vertragen und hilft bei einer Darmsanierung vor der Umstellung von Trockenfutter auf BARF.

  • Getreide

Getreideprodukte gehören nicht zu einer natürlichen Hundeernährung, was das Gebiss und der Magen-Darm-Trakt zeigen und Allergien, Fettleibigkeit und Verdauungsstörungen belegen. 

Glutenfreie Pseudogetreide hingegen können hin und wieder gefüttert werden, aber nur in aufgeschlossener Form. Zu ihnen gehören: Amaranth, Mais, Buchweizen, Hirse, Quinoa und Reis. Pseudogetreide füllen hauptsächlich den Magen des Hundes, ihr Nährwert ist kaum von Bedeutung. Lediglich von Buchweizen und Hirse kann der Verdauungstrakt eines Hunde profitieren.

BARF-Anfänger sollten zunächst in Gänze auf Getreide verzichten, allein schon, um ihrem Hund die Umstellung zu erleichtern.

Tipp 4: Umstellung auf Barfen

Wie reibungslos die Umstellung von Trockenfutter auf BARF verläuft, ist vom alter des Hundes, der Dauer der Trockenfuttergabe und der allgemeinen Gesundheit des Hundes abhängig.

Um das Verdauungssystem des Hundes nicht zu überfordert, raten wir von einem Mix aus Trockenfutter und BARF ab, da sie unterschiedliche Verdauungszeiten haben.

Einen Hund an BARF zu gewöhnen bedeutet, zunächst mit einer Fleischsorte und wenigen Obst-Gemüse Sorten zu beginnen, beispielsweise: Rind + Salat + Apfel + Möhre + Öl. Nimmt er Hund das gut an und verträgt es, kommen weitere Fleisch, Obst und Gemüse Sorten dazu.
Verträgt ihr Hund das nicht, wechseln Sie die Fleischsorte auf z.B. Fisch, der OG-Brei bleibt unverändert. Geben Sie sich und ihrem Hund Zeit für die Umstellung. Durchfall kann ein reiner Entgiftungsprozess sein. Es bedeutet nicht, dass der Hund die Ernährung nicht verträgt.

Für die Zusammenstellung der ersten Mahlzeiten hilft ihnen unseren BARF-Rechner.

Ob die Umstellung aufs Barfen seine ersehnte Wirkung zeigt, wird anhand der ersten Kote sichtbar.

Durch die höhere Verdaulichkeit nimmt die Menge des Kotes ab. D.h. die Häufchen sind kleiner und statt 3-mal am Tag muss ihr Hund jetzt nur ein mal am Tag koten. Erschrecken Sie nicht, wenn der Kot schleimig überzogen ist. Das ist ein gutes Zeichen, der Hund entgiftet, der Darm reinigt sich. Ebenso kann die Farbe des Kots variieren, beeinflusst durch das Gemüse und die Fleischsorten. 

Tipp 5: Unverträglichkeiten und geschmackliche Differenzen

Anzunehmen, dass der Hund das frisches Rohfleisch sofort verschlingt, wäre unklug, denn jeder Hund reagiert anders.

  • Hund mag/verträgt kein rohes Fleisch

Rohes Fleisch hat im kalten Zustand kaum bis kein Aroma – ausgenommen Pansen und Blättermagen. Es enthält keine künstliche Geschmacksstoffe und wirkt deshalb für den an Fertigfutter gewohnten Hund langweilig. Bei der „BARF light“ Option wird das Fleisch kurz erhitzt, damit es Aroma entwickelt. Nach und nach wird die Kochdauer reduziert, bis der Hund sich an das rohe Fleisch gewöhnt hat.

  • Hund mag keine Innereien

Leichtes erhitzen kann das Problem lösen. Leber z.B. wird dadurch fester und verliert Bitterstoffe. Stört den Hund der Geruch / Geschmack, können Innereien püriert und mit Pansen / Blättermagen vermengt werden.

  • Hund mag kein Obst und Gemüse

Wenn der Hund sich plötzlich mit püriertem Obst- und Gemüsebrei konfrontiert sieht, passiert es nicht selten, dass er das neue Futter abweist. Reichern Sie den Brei mit Blut, Fleischsaft oder ein wenig Brühe an. Alternativ können Sie den Brei unter die Fleischportion mischen.

  • Hund bekommt plötzlich Durchfall und/oder Erbrechen

Bei einer Ernährungsumstellung kann es durchaus zu Nebenwirkungen kommen, die nach wenigen Mahlzeiten überstanden sein sollten. Der Hundekörper stellt sich auf die neue Nahrung ein, entgiftet und entschlackt. Zur Sicherstellung, ob es an der Rohfütterung liegt, empfehlen wir, zunächst Leckerchen und Ähnliches einzusparen.

Sollten Durchfall und Erbrechen anhalten, raten wir, einen Tierarzt aufzusuchen, denn in nur seltenen Fällen liegt der Grund im Barfen.

  • Hund wird immer dünner/dicker

Jeder Hund hat seinen Grundumsatz. Dieser ist abhängig von dessen Aktivitätslevel, Gewicht, Alter, Rasse sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand. Bekommt der Hund über die Nahrung zu wenig Energiezufuhr, nimmt er ab. Frisst er zu viel, nimmt er zu. Genau deshalb ist es wichtig, die Zusammensetzung und Menge der Nahrung auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Bei plötzlicher Gewichtszu- oder abnahme sollte ein Tierarzt herangezogen werden. Denn dahinter könnten sich ebenso diverse Krankheiten wie etwa eine Schilddrüsenunter- oder überfunktion verstecken.

biologisch artgerechte roh Fütterung

biologisch artgerechte roh Fütterung

Wir Danken der Futter-Fundgrube für ihren Gastbeitrag.

Hinweis:
Die Informationen des Gastbeitrags wurden sorgfältig von der Futter-Fundgrube zusammengestellt.

Rat-Hund-Tat kann dennoch keine Garantie für die Richtigkeit übernehmen.

Die von uns hier verlinkte Seite führt Sie u.a. zu dem online Shop der Futter-Fundgrube, gleichwohl profitiert Rat-Hund-Tat nicht von einem getätigten Einkauf.

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