Qualität bei Hundefutter

Qualität bei Hundefutter

Die Suche nach dem passenden Hundefutter von guter Qualität ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dass wir unseren Hunden nur das Beste füttern möchten, versteht sich von selbst.

Dem unerfahrenen Konsumenten wird die Entscheidung durch die Unmengen an Hundefuttersorten erschwert. Das Angebot am Markt ist groß und unübersichtlich. Darüber, was die Qualität bei Hundefutter ausmacht, gehen die Meinungen auseinander.

Alleine schon, um dich für eine Fütterungsart zu entscheiden, musst du dich über deren Vor- und Nachteile informieren. Die Entscheidung für Trockenfutter, Nassfutter oder BARF ist sehr individuell und kann nur von dir selbst getroffen werden. Und selbst wenn du diese grundsätzliche Entscheidung getroffen hast, stehst du ratlos vor den Shopregalen und musst dich unter unzähligen Marken entscheiden. 

Ich möchte dir bei der Suche helfen. Dazu legen wir zunächst fest, welche Kriterien für Qualität bei Hundefutter relevant sind.

“Must-have” für Qualität bei Hundefutter

Bedarfsdeckung bei Hundefutter

Gutes Futter muss den Kalorien- und Nährstoffbedarf deines Hundes decken.
Das klingt zunächst selbstverständlich und nicht der Erwähnung wert. Aber genau an diesem Anspruch scheitern immer wieder verschiedenste Futtersorten. Ein “Zuviel” ist genauso schlecht wie ein “Zuwenig”, sowohl an Kalorien als auch an Nährstoffen. Langfristige Folgen sind gesundheitliche Probleme und Übergewicht.

Qualität der Zutaten bei Hundefutter

Hochwertiges Hundefutter aus minderwertigen Zutaten herzustellen, ist bis heute noch keinem Hersteller gelungen. Hochwertige Zutaten zeichnen sich durch einen hohen Nährstoffgehalt, Freiheit von Schadstoffen und nachhaltige Produktionsprozesse. Ein Beispiel dafür sind dem Futter zugesetzte Öle. Diese können hochwertige schadstoffgeprüfte Fischöle sein oder minderwertige Abfallöle aus der Nahrungsmittelindustrie.

Diese beiden Kriterien kannst du als Hundehalter sicherstellen.

Worauf du dabei achten musst, erkläre ich dir in meinem Blog Beitrag "Gutes Hundefutter – 21 Merkmale, auf die du achten solltest".


Die nächsten beiden Kriterien sind genauso wichtig. Das Problem ist nur, dass du sie nicht beeinflussen kannst. Alleine dein Hund entscheidet, ob sein Futter diesen Kriterien entspricht.

Qualität bei Hundefutter

Qualität bei Hundefutter

Geschmack bei Hundefutter

Deine beste Auswahl nach einer detaillierten Futteranalyse ist umsonst, wenn dein Hund deine Wahl nicht goutiert. Verschlingt dein Hund das Hundefutter gierig, hast du eine gute Wahl getroffen. Macht er missmutig vor dem Futternapf kehrt, kannst du versuchen, das Futter mit ein paar Tricks für ihn aufzupeppen. Wenn das nicht gelingt, heißt es für dich, die Suche nach dem passenden Hundefutter beginnt von vorn.

Verträglichkeit von Hundefutter

Nicht jeder Hund verträgt jedes Hundefutter. Sogar bei bedarfsdeckendem Hundefutter mit hochqualitativen Zutaten können Unverträglichkeiten vorkommen. Blähungen, Juckreiz, fahles und staubiges Fell sind ein Zeichen dafür, dass dein Hund auf das Futter oder einen Bestandteil darin reagiert. Auch wenn sich die Hinterlassenschaften deines Hundes in Menge, Konsistenz und Geruch verändern, kann das auf mangelnde Verträglichkeit hinweisen.

Das richtige Hundefutter finden

Wer nicht die Zeit oder Lust hat, sich intensiv mit dem Thema Hundeernährung zu beschäftigen, ist auf externe Informationen angewiesen, denen er Glauben schenken kann.

Ich meine damit nicht, dass jeder Hundebesitzer sich zeitgleich mit der Anschaffung eines Hundes zum Tierernährungsberater ausbilden lassen muss. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass am Markt angebotenes Tierfutter vorgeschriebene Kriterien erfüllt, die vom Gesetzgeber als Mindesterfordernisse definiert sind.

Das Wissen über diese Mindestqualitätsanforderungen, kombiniert mit eigenem Hausverstand und kritischem Hinterfragen blumiger Werbebotschaften ist der Schlüssel, deinen Hund mit allem zu versorgen, was er braucht. Ein Grundinteresse an gesunder Ernährung für Mensch und Tier ist natürlich von Vorteil. Menschen, die sich nicht für die Qualität der eigenen Nahrung interessieren, werden dieses Interesse auch für ihren Hund nicht entwickeln.

Trocken-, Nassfutter oder BARF?

Trocken-, Nassfutter oder BARF?

Hilfe – so viele unterschiedliche Meinungen über Hundeernährung!

Wer sich intensiver mit Hundeernährung beschäftigt, erkennt bald, dass wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben. Viele, teils widersprüchliche Meinungen, mehr oder weniger drastisch vertreten: „Oh Gott, nur kein Trockenfutter!“, „Was, du barfst nicht?“ Oder auch „Was, du barfst?“, verunsichern viele Hundehalter.

Darum gilt es, seriöse, objektive und verlässliche Informationsquellen zu finden, denen wir als Konsumenten vertrauen können.

Hunde Informationsportale oder Foren im Netz

Eine gute Wahl zur Entscheidungsfindung sind in erster Linie unabhängige Informationsportale im Netz. Die Betonung liegt auf „unabhängig“. Denn wenn derartige Portale mit Futterherstellern verbunden sind oder sogar von ihnen betrieben werden, ist es mit der Objektivität nicht mehr weit her. Oft sind es grade die Hersteller, die die notwendigen Ressourcen haben, solide Informationen zu recherchieren und publizieren. Am Ende des Tages dreht es sich dennoch darum, die Verkaufszahlen für die eigenen Produkte zu steigern.
Unabhängige Portale wie zum Beispiel “Rat-Hund-Tat” werden meist von Enthusiasten betrieben, die ihr Herzblut dem Thema “Hund” widmen und die in keinem Näheverhältnis zur Industrie stehen. Hier findet man am ehesten ehrliche und hilfreiche Infos.
Selbst Foren in sozialen Netzwerken sind eine sprudelnde Quelle für wertvolle Informationen. Die Threads gehen zwar oft sehr in die Tiefe und das geballte Expertenwissen wirkt auf den Neuling manchmal einschüchternd. Wer die Muße hat, dem Verlauf in den Foren zu folgen, die Suchfunktion zu nutzen weiß und wer mit widersprüchlichen Meinungen umgehen kann, der findet in Foren hilfreiche Tipps.

Züchter, Tierärzte und Tierernährungsberater

Für Hundebesitzer sind Spezialisten oft die erste Anlaufstelle für Informationen zur Hundeernährung. Seriöse Züchter kennen die rassespezifischen Besonderheiten und die Ernährungsbedürfnisse ihrer Welpen und Hündinnen. Tierärzte kennen die Wechselwirkung zwischen Gesundheit und Ernährung und können besonders bei gesundheitlichen Fragen Hilfestellung geben. Für beide gemeinsam gilt dennoch, dass sie nicht a priori Experten für Hundeernährung sind.
Dieser Expertenstatus trifft nur auf Tierernährungsberater zu, die sich ausschließlich auf dieses Thema spezialisiert haben und dank ihrer Ausbildung mit allen Aspekten der Hundeernährung vertraut sind. Insofern sind sie mit ihrer Expertise die erste Wahl.
Gleichwohl gilt auch hier: sobald Züchter, Tierärzte oder Tierernährungsberater im Zuge ihrer Tätigkeit Futtermarken verkaufen, sind sie nicht mehr unabhängig.

Angaben über die Qualität des Hundefutters vom Hersteller

Die größte Expertise zum Thema Hundeernährung findet man naturgemäß bei den Herstellern. Deshalb liegt es nahe, Informationen zur Futterwahl bei ihnen zu suchen. Wenn da nicht die Gesetze der Ökonomie, des Marktes und der Werbung dazwischen stehen würden.
Verständlicherweise versucht jeder Hersteller, seine Produkte bestmöglich zu bewerben und zu vermarkten. Objektive Informationen sind meist Mangelware.

Angaben auf Hundefutter

Angaben auf Hundefutter

Die Marketingabteilungen der Produzenten und Händler von Hundefutter sind erfinderisch.

Oberstes gesetzt im Marketing lautet: Der Kunde muss überzeugt werden! Wie das funktioniert, lehrt die Psychologie der Werbung. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Kunstgriffe des Marketings beim Hundefutter
    Zwar sind den Hundefutterproduzenten vom Gesetzgeber präzise Richtlinien zur Deklaration ihrer Produkte auferlegt worden. Diese Richtlinien lassen aber große Spielräume zu, die dann gerne und mitunter überaus kreativ genutzt werden. Ein paar dieser Kunstgriffe stelle ich euch hier vor.
  • Der Frischfleischtrick
    Der Begriff „Frischfleisch“ ist im Kontext mit Hundefutter bei uns Konsumenten extrem positiv besetzt. Dass Hunde als Nachfahren des Wolfes Fleisch brauchen, wird ohnehin als naturgemäß gesehen. Je mehr, desto besser! Wenn das Fleisch dann obendrein „frisch“ ist, entspricht das genau unserer Qualitätserwartung.

Ergo ködert man uns Konsumenten mit einem hohen Anteil an frischem Fleisch in Trockenfutter, gleich an erster prominenter Stelle in der Zutatenliste. Das liest sich dann z.B. wie folgt: „Mindestens 70 % Lammfleisch, ganze, frische Stücke“. Uns Konsumenten wird suggeriert, dass wir Trockenfutter kaufen, das aus mindestens 70% frischem Lammfleisch besteht.

Weit gefehlt! Hier ist der Grund: Der Gesetzgeber verlangt nur, dass die Zutaten nach ihrem Gewichtsanteil an der Frischmasse vor der weiteren Verarbeitung in absteigender Reihenfolge ausgewiesen werden. Damit liegt Fleisch meist weit vorne, da es einen natürlichen Wasseranteil von bis zu 70% hat. Die meisten anderen Zutaten haben einen weit geringeren Feuchtigkeitsanteil. Nach der Trocknung bleiben vom Frischfleisch in etwa 20% übrig. Damit wäre Fleisch von der ersten Stelle der Zutatenliste verdrängt. Da wirbt man schon lieber mit dem 70%-Anteil. Der Konsument freut sich, und es ist ja auch nicht ganz falsch…

  • Superfood und Power Ingrediens
    Dass wir Tierhalter dazu neigen, unsere Hunde und ihre Bedürfnisse zu vermenschlichen, hat sich die Werbeindustrie zu Nutzen gemacht. Seit Jahren schon werden im Jahresrhythmus neue Superfoods und Power Ingrediens entdeckt, die uns gesünder, leistungsfähiger und schöner machen sollen. Warum sollten wir diese Wundermittelchen unseren Hunden vorenthalten? Yucca-Extrakt, Goji-Beeren oder Chia-Samen finden Einzug in die Futternäpfe und stimmen uns Konsumenten kauffreudig. Der Mehrwert für unsere Hunde hält sich aber oftmals in Grenzen.
  • Gewolftes Filetsteak vom schottischen Hochlandrind
    … findest du sicher in keinem Hundefutter, denn das lag bereits auf den Teller von uns Menschen. Trotzdem wird uns in der Werbung suggeriert, dass Hundefutter nur die besten Gustostücke aus der Schlachtung enthält. In Wahrheit aber kommen nur jene Teile ins Futter, die für uns Menschen nicht mehr attraktiv genug sind.
  • Hypoallergenes Hundefutter
    Einige Trends in der Hundeernährung entstehen aus der Sorge, unsere Hunde falsch zu ernähren. Das Angebot an hypoallergenem, getreidefreiem oder glutenfreiem Futter ist inzwischen schon nahezu unüberschaubar. Nur einem kleinen Teil jener Hunde, an die es verfüttert wird, wird damit auch tatsächlich geholfen. In getreidefreiem Futter finden sich dafür umso häufiger Kartoffeln oder Soja. Hypoallergenes Futter mag in bestimmten Fällen sehr hilfreich sein, wenn man auf eine einzige tierische Proteinquelle angewiesen ist. Leider enthält dieses Futter aber oft viele pflanzliche Proteine. Und die Angst vor einer Glutenunverträglichkeit bei Hunden ist in den meisten Fällen völlig unbegründet.
  • Hundefutter ohne künstliche Zusatzstoffe?
    Zusatzstoffe haben bei der Ernährung von Menschen und Tieren kein gutes Image. Sofort denkt man an Chemie, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Lockstoffe etc.
    Wenn wir auf der Verpackung lesen „Ohne künstliche Zusatzstoffe“, ist das gleich ein gewichtiges Kaufargument. Aber nicht alle Zusatzstoffe sind verwerflich, ganz im Gegenteil. Tatsache ist zum Beispiel, dass kein bedarfsdeckendes Nassfutter ohne „künstliche“ Zusatzstoffe auskommt, obwohl mancher Hersteller das behauptet. Wichtige Nährstoffe, wie z.B. Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink und Mangan müssen – abhängig von der konkreten Rezeptur – künstlich zugesetzt werden, um deinen Hund mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen. Erst damit darf ein Hundefutter als „Alleinfuttermittel“ deklariert werden.
schottisches Hochlandrind

schottisches Hochlandrind

Kein Tier soll geschlachtet werden, nur um es zu Hundefutter zu verarbeiten.

Um einer ethischen Diskussion vorzubeugen: Der Fleischkonsum des Menschen steht hier bitte nicht zur Debatte. Faktisch rangiert der Mensch in der Futterhierarchie über dem Hund. Ob das gut oder schlecht ist, kann nur jeder Leser für sich selbst entscheiden.

Im Hundefutter wird definitiv nur das Fleisch verarbeitet, was nicht in den menschlichen Handel geht, auch wenn „Lebensmittelqualität“ auf der Hundefutter Verpackung (z.B. bei Frostfleisch) steht.

Fazit

Für deine Suche nach Hundefutter von Qualität kann ich dir 3 wichtige Tipps mitgeben:

  • Glaub nicht alles, was dir die Werbung verspricht!
    Denn: Werbung möchte verkaufen und nicht unabhängig beraten.
  • Lies dich selbst ins Thema ein!
    Denn: Wer nichts weiß, muss alles glauben.
  • Such dir Experten deines Vertrauens!
    Denn: Die Unterstützung eines guten Tierarztes oder Tierernährungsberaters ist Gold wert.

Wenn du diese 3 Ratschläge beherzigst, wirst du das richtige Hundefutter für deinen Hund finden. Dein Hund wird es dir mit Lebensfreude, Agilität und Gesundheit danken.

Hinweis:

Ich danke Martin Pletzer, Gründer und Herausgeber von hundefutterchecker24.de für seinen Gastbeitrag und freuen mich über die Kooperation. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für seine Seite. 

Wir weisen darauf hin, dass die Informationen des Beitrags sorgfältig zusammengestellt wurden, Rat-Hund-Tat dennoch keine Garantie für die Richtigkeit übernehmen kann.

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