Skelett des Hundes

Skelett des Hundes

Bei der bloßen Betrachtung eines Hundes ist kaum davon auszugehen, dass die Anatomie von Menschen und Hundes vergleichbar ähnlich strukturiert ist.

Trotz der unterschiedlichen Körperhaltung von Mensch und Hund haben beide annähernd dieselbe Anzahl an Knochen. Je nach Zählart hat der Mensch ca. 214 Knochen, der Hund ca. 300. Die höhere Knochenzahl beim Hund liegt vor allem bei den Schwanzwurzelknochen.

Einen Unterschied in der Skelettstruktur von Mensch und Hund zeigt die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule teilt sich auf in Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS), Lendenwirbelsäule (LWS), Kreuzbeinwirbel und Schanzwirbel. Die Kreuzbeinwirbel sind bei beiden zusammengewachsen, wodurch sich ein keilförmiger Knochen gebildet hat.

HWS Wirbel: Mensch 7 - Hund 7

BWS Wirbel: Mensch 12 - Hund 13

LWS Wirbel: Mensch 7 - Hund 5

Kreuzbein Wirbel: Mensch 5 - Hund 3

Schwanzwirbel: je nach Rasse bis zu 20

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist bei Hunden eher in der seitlichen und nach vorn gerichteten Krümmung zu erkennen. Eine Rückwärtsbeuge, so wie es der Mensch kann, schafft der Hund maximal im Bereich der HWS. Durch die 13 BW hat der Hund logisch auch 13 Rippenpaare.

Das Schulterblatt liegt im vorderen Brustkorbbereich seitlich an.

Unterhalb des Schulterblatts (3) setzt der Oberarmknochen (9) an. Danach folgen Elle und Speiche, die Vorder- und Mittelfußknochen bis zu den Zehen (10).

Am Ende der Wirbelsäule liegt das Kreuzbein (6), woran sich das Becken (8) anschließt, bestehend aus den Beckenschaufeln (Darmbeinen), den Sitzbeinen und den Schambeinen. Das Becken bildet die Hüftgelenke, an denen die Oberschenkel (9)ansetzen, dann die Unterschenkel, inkl. Wadenbeinen, die hinteren Fußwurzelknochen bis zu den Zehen (10).

Skelett des Hundes von TBjornstad by Wikimedia CC-BY-SA-3.0

Skelett des Hundes von TBjornstad by Wikimedia CC-BY-SA-3.0

Die Hundezucht nimmt eindeutig Einfluss auf den Skelettaufbau.

Demzufolge auch auf die Länge, Dicke und Dichte der Knochen, was sich in der Größe der Hunde und speziell in der Schädelform bemerkbar macht. Die kurznasigen Hunde wie Mops, einige Bulldoggen oder auch der Boxer zählen zu den Qualzüchtungen. Durch die verkürzte Schädelform (Brachycephalie) sind die Atemwegsorgane so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Hunde nicht nur unter Atemnot leiden. Die sind zudem besonders anfällig für einen Hitzeschlag, da sie eine gestörte Thermoregulation, die durch das Atmen und Hecheln gesteuert wird, haben.

Der Schädel schützt das Gehirn des Hundes, die Augen und den Gehörkanal. Bei den Hunderassen Chihuahua und Yorkshire Terrier sollten Hundehalter prüfen lassen, ob sich nach Wachstumsende die Knochen der Schädeldecke (Fontanelle) geschlossen haben. Bei einer offenen Fontanelle besteht, bei Schlägen auf den Kopf, Lebensgefahr.

Funktion der Rute

Funktion der Rute

Die Rute des Hundes übernimmt wichtige Funktionen, weshalb sie nicht kupiert werden sollte.

Neben dem Ausdrucksverhalten in der hündischen Sprache übernimmt die Rute des Hundes eine Steuerfunktion bei Wendemanövern und stabilisiert, so nimmt die Wissenschaft an, das Gleichgewicht.

Die eingeschränkte Kommunikation durch eine fehlende oder missgebildete Rute kann gelegentlich zu Problemen in Hunde Begegnungen führen.

Insbesondere bei der Anzahl der Schwanzwirbel sind rassebedingte Unterschiede zu erkennen.

Es gibt Hunderassen die eine angeborene Stummelrute (Brachyurie) haben. Eine Fehlbildung, die bei einigen Rassen tatsächlich als standartgerecht angesehen wird. Zu diesen Rassen gehören u. a. der Australien Shepard, Entlebucher Sennenhund, die englische Bulldogge, der Mops und Bobtail, um nur einige zu nennen.

Bei der Brachyurie oder auch Anurie ist eine Fehlbildung der Wirbelsäule zu erkennen, wodurch die Entwicklung des Rückenmarks beeinträchtig sein kann. Durch das Rückenmark laufen sämtliche Nervenstränge, die den gesamten Körper des Hundes versorgen. Bei einer gestörten Entwicklung sind neurologische Störungen bei den Hunden nicht auszuschließen.

Gelegentlich kommt es aber auch vor, dass langrutige Hunde Welpen mit kurzen Ruten gebären. Hier wäre es interessant festzustellen, inwieweit sich die Rutenlänge auf die Beweglichkeitsentwicklung der Welpen auswirkt. Prof. Dr. M. Fischer schreibt in seinem Buch »Hunde in Bewegung«, dass ein Züchter beobachtet hat, dass seine langschwänzigen Welpen 1 – 2 Tage früher gestanden haben, als die kurzschwänzigen Welpen. 

Die Gelenke im Skelettaufbau des Hundes sind vergleichbar zu denen der Menschen.

Lediglich die Funktion des Schultergelenks ist bei Hunde eingeschränkter als beim Menschen, obwohl das Schlüsselbein des Hundes kein Knochen, sondern ein Sehnenstrang ist. Dafür sind die Hüftgelenke weitaus beweglicher.

An die Lebensweise der Hunde, die Jagd nach Beute betreffend, sind der Skelettaufbau und die Muskulatur perfekt aufeinander abgestimmt. Der Schultergürtel federt mit seinen kräftigen Muskeln eine Ladung auf den Vorderbeinen so ab, dass die Knochen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Das gilt allerdings nur für ausgewachsene gesunde Hunde.

Interessantes zum Thema Hunde in Bewegung von Prof. Dr. M. Fischer und Team finden Sie auf unserer Literaturseite unter Anatomie und Rassen.

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