Magendrehung

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Magendrehung

Die Kernsymptome sind ein geblähter Magen und erfolglose Versuche sich zu erbrechen.

Bei einem arttypischen Fressverhalten jagt der Hund, je nach Nahrungsangebot, einmal am Tag und frisst entsprechend dem Jagderfolg. Bei in Freiheit lebenden Kaniden sind Magendrehungen nicht bekannt. Das mag an der fehlenden gezielten Selektion liegen, aber auch daran, dass diese Hundeartigen nur das fressen, was sie benötigen. Sie ernähren sich sozusagen gesund.

Der domestizierte Hund erhält diese Variante der Fütterung nur selten bis gar nicht.

Aufgrund menschlicher Selektion in der Zucht steigen die Risikofaktoren für eine Magendrehung. So könnten Bindegewebsschwächen die Ursache sein. Bei großen bis sehr großen Hunderassen wie beispielsweise den Doggen liegt die Wahrscheinlichkeit einer Magendrehung bei über 40 Prozent. Kleinere Rassen sind deutlich weniger bis kaum davon betroffen.

Weitere betroffene Rassen sind:

  • Deutscher Schäferhund
  • Dobermann
  • Boxer
  • Bernhardiner
  • Irish Wolfhound
  • Deerhound
  • Königspudel
  • Molosser Rassen
  • und Setter

Dennoch sollte sich keine Hundehalter gänzlich vor einer Magendrehung sicher fühlen, nur weil sein Hund nicht zu diesen Rassen gehört.

Allgemein bekannte Tipps, um eine Magendrehung vorzubeugen, werden nahezu täglich widerlegt. 

  • Bewegung nach der Fütterung scheint definitiv keine Ursache zu sein. Denn bei der größeren Zahl der Hunde entsteht die Magendrehung in der Ruhephase, der Nacht oder den Abendstunden.
  • Der Stressfaktor ist kein eindeutiges Merkmal, da die meisten betroffenen Hundetypen eher aus dem phlegmatischen Segment kommen.
  • Eine erhöhte Futterschüssel, damit der Hund nicht so viel Luft schluckt, ist wiederum eher zu vermeiden, da genau diese Fütterungsvarianten viel eher zu einer Magendrehung führt.
  • Die Fütterung von kleinen Portion mehrmals am Tag kann ebenfalls ausgeklammert werden, da auch schon Hunde mit leerem Magen auf dem Operationstisch lagen. Allerdings sollten sehr große Rassen ihre Hauptmahlzeit tatsächlich auf zwei bis drei Portionen verteilt erhalten. Ansonsten leiert über kurz oder lang das Magengewebe aus, was wiederum die Magendrehung fördert.
  • Eine Ursache kann eine plötzliche Futterumstellung sein. Bei Hunde, die lange Zeit mit einer Futtersorte gefüttert wurden und plötzlich etwas ungewohntes erhalten, reagiert der Verdauungstrakt irritiert. 

Betrachtet man die allgemeinen Tipps zur Vorbeugung einer Magendrehungen, sehen wir, dass in Freiheit lebenden Hundeartige damit gar nicht konfrontiert werden.

Fakt ist jedoch, dass eine Magendrehung lebensbedrohlich ist.

Sobald erste Anzeichen auftreten, muss der Hundehalter seinen Hund sofort zum Tierarzt, besser in eine Tierklinik bringen. Eine Operation ist unumgänglich, um dem Hund das Leben zu retten. Denn bei einer Magendrehung dreht sich der Magenbeutel einmal über seine Längsachse. Damit werden Zu- und Ablauf der Nahrung blockiert und der Speisebrei bleibt im Magen. Es entstehen Gase, die den Magenbeutel aufblähen, was bereits hinter den Rippen zu sehen ist. Zudem wird die Blutzufuhr für das Gewebe abgeschnürt, was schnell zu Nekrosen (Gewebstod) führen kann.

Der Hund ist bereits auf leichteste Berührungen extrem schmerzempfindlich.

Betroffene Hunde speicheln, sind unruhig, hecheln, versuchen erfolglos zu erbrechen, leiden unter Atemnot und stehen wie ein Sägebock. Die Hunde sind nicht in der Lage und gewillt auch noch einen Schritt weiter zu gehen. Ohne Auto stehen Hundebesitzer, sofern sie ihre Hunde nicht tragen können oder sich der Hund nicht tragen lässt, vor einem echten Problem. Die Bundesweite Leitstelle für Tierrettung kann hier helfen.

Weitere Informationen zur Magendrehung finden Sie auf der Seite von Tierarzt Ralph Rückert.

 

 

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