Kommunikationsformen

Kommunikationsformen

Hunde führen ihre Gespräche mit dem gesamten Körper, Lauten, Bewegungen und einer Positionierung ihrer selbst.

Die körpereigene Positionierung bedeutet, dass der Punkt, wo sich Hunde hinstellen, -legen oder -setzen, bereits als eine Information angesehen werden darf. Für eine stimmige Interpretation der Mitteilung ist der Hund immer als Gesamtbild zu betrachten. 

Die Kopfhaltung und Ohrenstellung, die Blickrichtung, Augengröße, Schnauzenhaltung, Lefzen und Mundwinkel sind wesentliche Elemente der Kommunikationsformen beim Hund.

Zu den körperlichen Elementen kommen die Handlungen, die Aktionen des Hundes. Durch Schnüffeln und Schnuppern, Bewegungssequenzen und Lautäußerungen teilen Hunde etwas mit. Ebenso durch die Art und Weise wie und wo sich ein Hund löst. 

Für eine fehlerfreie Deutung der Kommunikationsformen des Hundes ist es obligatorisch, dass der Mensch die hündische Sprache kennt.

Möchte der Hundebesitzer die hündische Sprache erlernen, sollte er sie als eine Art Fremdsprache ansehen. Die hündische Kommunikation ist komplex. Es braucht Übung und ein gutes Auge, um alle Kommunikationsformen des Hundes gleichzeitig zu erfassen. In der Anfangsphase sollte sich der Mensch auf das Offensichtliche konzentrieren.

Bei den folgenden Kommunikationsformen gehe ich davon aus, dass sie dem Hund nicht beigebracht wurden, wie z.B. das Anspringen durch ein „komm hopp“ mit klopfen gegen den Oberkörper. Und ich beschreibe die Formen in Bezug zum Menschen, wenngleich sie ebenso zwischen Hunden, sprich innerartlich vorkommen. 

Die T-Stellung

In der T-Stellung steht der Hund quer vor oder zu einem Hund oder Menschen.

Damit schützt er denjenigen vor dem, was auf sie zukommt oder er begrenzt ihn, damit er sich nicht frei bewegt.

Beide Varianten werden von ranghohen Hunden praktiziert, denn nur die haben die Aufgabe zu schützen, bzw. das Recht zu begrenzen.

Auf dem Foto beißt der Hund zusätzlich in die Leine, was ebenfalls als Kommunikationsform zu verstehen ist.

T-Stellung zum Kind

T-Stellung zum Kind

Anspringen ist Kommunikation

Anspringen ist Kommunikation

Das Anspringen

Beim Anspringen gibt es zwei Formen, die unterschiedliche Bedeutungen haben.

Springt ihr Hund gegen ihren Oberkörper, wenn er Sie begrüßt?

Hierbei handelt es sich um eine Korrektur, die eher von erwachseneren Hunden ausgeführt wird. Damit sagt er ihnen, dass er mit dem, was eben passiert ist, z.B. Sie haben ohne ihn das Haus verlassen, nicht einverstanden ist.

Diese Kommunikationsform sieht man oft bei Hunden, wenn sie nach einem Agility-Parcours wieder bei ihrem Menschen ankommen.

Springt ihr Hund vor ihnen hoch und berührt Sie dabei leicht mit den Vorderpfoten am Oberkörper?

Dieses Begrüßungsritual wird meist von jungen Hunden gezeigt. Es ist ein Überbleibsel aus der Welpenzeit. Als Welpe sprang der Hund seiner Hundemutter an der Schnauze hoch, um nach Futter zu betteln. 

Das Zick-Zack-Laufen

Der Hund wechselt beim Spaziergang vor ihnen ständig die Wegseite von rechts nach links.

Eine Kommunikationsform meist erwachsener Hunde, die durch das Vorauslaufen ihrem Menschen den Weg sichern, den sie beschreiten. Vergleichbar dazu ist ein Blindenstock, mit dem der Mensch seinen Weg sondiert, um gefahrlos voranzukommen.

Das Löseverhalten

Über das Löseverhalten von Hunden gibt es einen ausführlichen Text, der Link führt Sie dahin.

Bei einem langen Spaziergang mit dem Hund kommt es vor, dass auch einen Menschen das Erleichterungsbedürfnis ereilt. Einige Hunde reagieren auf die Pipistelle ihres Menschen, indem sie genau darüber pinkeln, den Blick dabei umherstreifen lassen. Diese Kommunikationsform sagt ihnen, dass ihr Hund Sie als Schutzbefohlenen sieht. Er sorgt dafür, dass sie geruchlich nicht erkennbar sind.

Pinkelt er darüber und sieht ihnen direkt ins Gesicht, sagt er ihnen, dass Sie keinen Anspruch auf dieses Revier zu stellen haben. Schnüffelt er zunächst und pinkelt etwas entfernt von ihnen selbst, den Blick leicht in ihre Richtung geneigt, sagt er ihnen, dass Sie ein Heranwachsender sind, bislang in der Lernphase.

Das Löseverhalten betreffend gibt es zahlreiche Kommunikationsformen, bei denen der Hund in seiner Gesamtheit betrachtet werden muss.

Wie bewegt er sich, wenn er auf ihre Pipistelle reagiert? Steifbeinig, langsam, lässig, wirkt es wie zufällig, wo schaut er genau hin und wie agiert er mit ihnen, nachdem er gepinkelt hat. Streift er ihr Bein, geht er in die T-Stellung oder einfach seines Weges? Es ist nicht möglich, jedes kleinste Detail zu beschreiben, dafür sind die Mensch-Hund-Beziehungen zu individuell. Kommen ihnen dazu Fragen auf, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail.

Die körpereigene Positionierung

Hunde haben einen Grund, warum sie sich wo platzieren. Es spielt kaum eine Rolle, ob das in den eignen vier Wänden ist oder in freier Umgebung. Die Aussage, die damit getroffen wird, ist dieselbe. 

  • Liegt ihr Hund gerne vor der Haustür, im Flur oder zumindest so, dass er Eingangsbereich sehen kann? 
  • Liegt ihr Hund gerne erhöht, z. B. auf dem Sofa oder der Fensterbank, um aus dem Fenster zu schauen?
  • Folgt ihr Hund ihnen wie ihr Schatten durch die Wohnung?
Hund am Fenster

Hund am Fenster

Die 3 genannten Beispiele deuten darauf hin, dass ihr Hund mit ihrer Sicherheit beschäftigt ist. 

  • Ein Liegeplatz, von dem der Hund den Eingangsbereich sieht, ist die absolute Chefposition, um den „Höhleneingang“ zu kontrollieren.
  • Erhöhte Liegeplätze erlauben dem Hund einen weitschweifenden Rund-um-Blick.
  • Verfolgungsverhalten ist bei Welpen als natürliches Folgeverhalten zu sehen, bei erwachsenen Hunden ist es ein Kontrollverhalten.

Im Haus sind die meisten Hunde etwas großzügiger und erlauben ihren Menschen deutlich mehr Handlungsspielraum. Beispielsweise dürfen Sie durch die Wohnung rennen, aber in freier Umgebung bremst ihr Hund Sie aus. An der Haustür dürfen Sie Besuchern die Hand reichen, in freier Umgebung hält ihr Hund andere Menschen von ihnen fern.

Kontrolliert ihr Hund Sie im Haus, wird er es Erstrecht in freier Umgebung tun, denn dort lauern die Gefahren.

Zeigt ihr Hund eine oder mehrere der beschriebenen Verhaltensweisen?

Bevor Sie Schritte unternehmen, das Verhalten ihres Hundes zu korrigieren, lernen Sie von ihm, wie man es hündisch richtig macht.

Beobachten Sie zunächst sich selbst und ihren Hund über einen längeren Zeitraum. Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie ihren Hund anschauen, ansprechen oder anfassen, ohne tatsächlich mit ihm aktiv zu werden. Mit jedem Anschauen, Ansprechen oder Anfassen kommunizieren Sie ihrem Hund, wie wichtig er ist. 

Je wichtiger der Hund von seinem Menschen gemacht wurde, umso schwieriger kann eine Verhaltensmodifikation sein.

Die meisten Hundetypen wären froh, würde ihr Mensch sie ihrer anstrengenden Position entheben, aber es gibt auch die anderen, die sich nicht einfach vom Thron schupsen lassen. Bevor Sie mit ihrem Hund in einer Endlosdiskussion enden, bedenken Sie, das Sie niemals nicht kommunizieren können.

Ihr Handeln, ihre Aktionen zeigen ihrem Hund, welche Begabung Sie als Rudelführer haben. 

 

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