Änderung des Hundegesetzes

Änderung des Hundegesetzes
16. März 2016

Seit dem 01. März besteht in Sachsen-Anhalt ein Zucht- und Handelsverbot für bestimmte Hunderassen.

In Sachsen-Anhalt ist am 1. März eine Gesetzesänderung des Hundegesetzes in Kraft getreten. Demnach dürfen die Rassen Pitbull, American Stafford, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier weder gezüchtet, noch ge- oder verkauft werden. Wer es dennoch tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Haltung der Hunde ist allerdings weiterhin erlaubt.

Eine erfreuliche Änderung betrifft die Gefährlichkeitsregelung der »Listen-Hunde«.

Ab sofort gelten Hunde nicht einfach als risikobehaftet, bloß weil sie einer konkreten Rasse angehören. Sie werden erst dann als kritisch eingestuft, wenn es zu einem Beißvorfall kommt. Doch auch dabei haben die Kommunen mehr Spielraum. Denn es kommt darauf an, warum und wie heftig ein Hund zugebissen hat. Bei kleineren Blessuren oder aus der Verteidigung heraus, wird dem Hund nicht generell eine Gefährlichkeit zugeschrieben.

Initiator der Gesetzesänderung war die Stadt Magdeburg. Holger Harnisch, Fachdienstleiter des Ordnungsamtes Magdeburg, sagt: »Bisher reichte die Tatsache, dass ein Hund gebissen hat, um ihn als gefährlich zu erklären. Jetzt fragen wir nach. Wer war Angreifer, wer war Verteidiger? Hat sich der Hund tatsächlich als aggressiv erwiesen? …«

Beißvorfälle werden nun genauestens recherchiert und das artgerechte Verhalten eines Hundes, sich zu verteidigen, das Verhalten der Menschen, ob sie bedrohlich wirkten, ihren Teil dazu beitrugen, dass der Hund beißt.

Jeder Beißvorfall wird durch die genau Aufklärung des Sachverhalts zum Einzelfall.

Harnisch räumt ein, auch wenn sein Amt vor einem erheblichen Maß an Ermittlungsaufwand stehe, begrüße er diese Änderung. Die vorher strenge und größtenteils ungerechte Rechtsprechung habe einen Hund bereits als »gefährlich« deklariert, wenn er aus Reflex zuschnappte. Und dieses Prädikat wurden Hund und Halter nicht mehr los.

Kritik besteht hingegen an dem Zucht- und Handelsverbot von vier Rassen. Josef Falls von der Tierschutzallianz meint, der Passus sei nachbesserungswürdig. Denn in anderen Bundesländern dürfen die Rassen verkauft werden, womit eine »Einfuhr« nach Sachsen-Anhalt nicht ausgeschlossen werden könne. Außerdem sollen Mischlinge dieser Rassen anhand ihres Phänotyps erkannt werden. Für ihn eine unzuverlässige Methode. Harnisch entgegnet, dass im Zweifelsfall ein Gutachter zu Rate gezogen würde.

Trotz allem atmen Hundehalter der genannten Rassen zunächst auf. Denn mit der Änderung sinkt auch die Besteuerung der Hunde.

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