Ärztliches Gutachten belegt Tatbestand

Ärztliches Gutachten belegt Tatbestand
04. Mai 2017

Einem angeklagten Hundehalter nimmt das Gutachten des Gegners vor Gericht den Wind aus den Segeln.

Im vergangenen November soll der Hund eines 69 Jahre alten Mannes einen 71-Jährigen gebissen haben. Es kommt zu einer Anzeige, der 69-Jährige erhält einen Strafbefehl über 600 Euro.

Letzte Woche trafen sich die gegnerischen Parteien vor dem Amtsgericht Köln, da der Hundehalter Widerspruch eingelegt hat. Um den Vorfall zügig zu bereinigen schlägt der Richter eine Zahlung von 300 Euro in die Staatskasse vor.

Doch, statt damit auf die Einstellung des Verfahrens einzugehen, akzeptiert der Hundehalter den richterlichen Vorschlag nicht.

Sein Hund, so erklärt der Angeklagte, habe noch nie jemanden gebissen. Er laufe regelmäßig ohne Leine in dem Park und sollte er zubeißen, würde die Verletzung sicher anders aussehen, als sein Kontrahent hier angebe. Um seine Behauptung zu untermauern, legte der Hundehalter dem Richter ein Foto vom Gebiss seines Hundes vor.

Als Erklärung, wie sich der Verhandlungsgegner verletzt haben könnte, sagt der Mann, dass sich der 71-Jährige vermutlich an einer frisch geschnittenen Hecke geschrammt habe.

Das Opfer der Hundeattacke nimmt dem Angeklagten direkt den Wind aus den Segeln.

Der 71-jährige Mann legt dem Richter ein ärztliches Gutachten vor, das die Verletzung eindeutig als Hundebiss belegt. Dem Richter teilt er mit, er habe die Anzeige nicht nur wegen der Körperverletzung geschaltet. Vielmehr ging es ihm um die Sicherheit anderer Menschen in dem Park. Vor allem um die vielen Kinder, die dort regelmäßig spielen.

Der Hundehalter lenkt ein und akzeptiert, wenn auch unwillig, die Zahlung von 300 Euro in die Staatskasse.

Damit ist der Angeklagte glimpflich davongekommen. Als Wirtschaftsprüfer verfügt er über einen Monatsverdienst von ca. 8000 Euro. Wäre er zu einer Geldstrafe verurteilt worden, hätte sich die Schadensersatzhöhe an seinem Einkommen orientiert.

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