Angeklagte Züchterin ist geständig

Angeklagte Züchterin ist geständig
14. Dezember 2016

Ein Welpe wird verkauft und stirbt nach wenigen Tagen. Die Käuferin verklagt die Züchterin. Die Züchterin legt ein Geständnis ab.

Eine 47 Jahre alte Frau aus Frankfurt züchtet den »Chinesischen Zopfhund« in ihrer 80 qm großen Wohnung, die sie mit ihrem Teenager Sohn bewohnt. In diesem begrenzten Raum lebten zusätzlich 47 Hunde in Zimmerkenneln.

Aus dieser Zucht erwarb eine Frau einen sieben Woche alten Welpen namens »Lola«, den die Züchterin für 250 Euro zum Kauf angeboten hatte.

Der übliche Kaufpreis für einen Zopfhund mit Papieren beträgt um die 1000 Euro.

Die Käuferin witterte ein gutes Geschäft und kaufte Lola, obwohl die kleine Hündin erst sieben Wochen alt und total hager war. Die Käuferin erhielt die Papiere und den Impfpass bei der Übergabe. Bereits nach wenigen Tagen war Lola Tod. Sie starb an einem Keim, den sie bereits beim Kauf in sich trug. Die Käuferin erstatte Anzeige wegen Betrugs.

Bei den Ermittlungen der Polizei stellte sich heraus, dass Lolas Impfpass gefälscht war. Es war der Pass eines anderen Welpen aus dem Wurf, den die Züchterin der Käuferin übergab.

Die Sache landete vor dem Amtsgericht.

Die Züchterin war sofort geständig. Sie gab den Betrug zu, erstatte der Käuferin den Kaufpreis und wurde vom Amtsgericht zu einer Strafe von 1600 Euro verdonnert. Aufgrund ihres Geständnisses muss die Käuferin nicht als Zeugin aussagen.

Staatsanwalt Kai Lindgens gibt der Käuferin eine Teilschuld an dieser Miesere. Jeder weiß, dass ein Rassehund viel Geld kostet. Wer für einen Rassehund nur kleines Geld zahlt, kann sich an drei Fingern abzählen, dass es sich dabei um ein unseriöses Geschäft handelt. Zudem fördern diese Käufer diese tierschutzwidrige Praxis.

Das Amtsgericht vermutet, dass die Züchterin geständig war, weil sie weitere Ermittlungen über ihre Zucht umgehen wollte. Doch die Polizei ermittelt auch in diese Richtung.

Vor dem Verwaltungsgericht ging es bereits weiter für die Züchterin. Hier wurde ihr aufgetragen, nur noch maximal zwei Welpen pro Jahr zu verkaufen, statt der bisher 83 Welpen.

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