Animal Hoarder brauchen Hilfe, keine Strafen

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Animal Hoarder brauchen Hilfe, keine Strafen
16. April 2014

Tierschutzaktivisten bemängeln ungenügende Kontrollen und zu geringe Strafen für Tier-Messies. Die Tiersammler beherbergen durchschnittlich 105 Tiere.

Animal Hoarding ist eine, dem Messie-Syndrom verwandte, psychische Erkrankung. Während ein Messie unter Desorganisationsstörungen leidet und Gegenstände sammelt, hortet ein Animal Hoarder Tiere. Die Menschen leben in dem Glauben, den Tieren etwas Gutes zu tun, sind jedoch schnell mit der Verantwortung überfordert.

Die betroffenen Menschen wissen oftmals nicht, wie viele Tiere sich in ihrer Obhut befinden. Tina Sperlin schrieb bereits 2012 in ihrer Dissertation an der TiHo Hannover, dass es durchschnittlich 105 Tiere seien, die auf einem viel zu engen Raum leben müssten. Rund 65 Prozent der Sammler sind weiblich, knapp 75 Prozent über 45 Jahre alt. Die Hälfte der Haustiere seien Katzen und es käme fast immer vor, dass sowohl lebende als auch tote Tiere im Bestand sind.

Pressesprecherin des Tierschutzverein Berlins, Evamarie König, und die Leiterin des Vereins »Aktion Tier« aus Berlin fordern striktere Kontrollen und ein deutlich ausgesprochenes Haltungsverbot von Haustieren für die Tierhorter. Zudem müsse es ein Zentralregister zur Prävention gegen Wiederholungstäter geben. Sie sprechen sich jedoch gegen höhere Strafen aus, da den psychisch kranken Menschen damit nicht geholfen sei.

Vielmehr fordern sie, gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund eine intensivere ärztliche Betreuung der Betroffenen, um dauerhaft einen Rückfall zu vermeiden. Die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes veröffentlichte eine Broschüre zur Früherkennung von Animal Hoarding, die von der Internetseite herunter geladen werden kann.

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