Das Aus für Hundefleisch in Südkorea

Das Aus für Hundefleisch in Südkorea
18. April 2017

Seit Februar schließen die Behörden die Stände der Hundefleischer auf dem Maron-Markt, dem größten Hundefleischmarkt in Südkorea.

Seit Jahren schon kämpfen Tierschützer und Tierschutzverbände in Südkorea und anderen asiatischen Ländern dafür, den Verzehr von Hundefleisch gesetzlich zu verbieten. Das Denken über Hunde habe sich längst dahingehend verändert, dass Hunde Haustiere und Familienmitglieder seien, begründen die Tierschützer ihre Forderungen.

Während in den meisten asiatischen Ländern eher die streunenden Hunde für die Fleischwirtschaft benutzt werden, gibt es in Südkorea Hundefarmen. Dort werden Hunde, so wie in der westlichen Welt Rinder, Schweine und Hühner explizit für den Fleischmarkt gezüchtet. Rund ⅓ der Hunde werden über den Maron-Markt an die Verbraucher verkauft.

Die südkoreanische Regierung steht derzeit unter extremen Zugzwang, da im Februar 2018 die Olympischen Winterspiele in Land stattfinden sollen.

Nicht zuletzt ist es der Touristenverband, der um Einbußen fürchtet, sofern weiterhin diese »barbarische Praxis« der Hundeschlachtungen existiert.

»Die Größe einer Nation wird danach beurteilt, wie sie ihre Tiere behandeln«, sagt der Bürgermeister von Seongnam. Er unterstützt die Forderung, die 22 Marktstände der Hundefleisch Händler bis Ende Mai zu schließen. Die Hundefleisch Händler fürchten sich vor der Schließung ihrer Unternehmen. Doch dafür besteht kein Grund, denn die Behörden boten bereits Ausgleichszahlungen an. Die Stände sollen renoviert und mit anderer Handelsware wiedereröffnet werden.

Die Tierschutzaktivistin Lee Jae-Hong befürchtet, dass diese Maßnahme nur während der Olympischen Winterspiele bestand hat.

»Die Tradition des Hundefleischverzehrs hält sich in Südkorea sehr hartnäckig«, gibt sie zu bedenken. Es wäre nicht das erste Mal, dass aufgrund von öffentlichem Druck Hundefleischereien erst geschlossen, später aber wieder geöffnet würden.

Für viele Tierschützer ist die Schließung des Maron-Markts zumindest ein Teilerfolg.

Sie ziehen die Olympischen Sommerspiele 2008 in China als Beispiel heran. In Peking habe man damals alle Hundefleischrestaurants geschlossen. Nach den Spielen wurde das Verbot zwar gelockert, doch viele der Restaurants blieben geschlossen.

Die wenigen Speiselokale, die noch Hundefleisch anbieten, importieren ihre Ware allerdings aus Südkorea.

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