Die Suizid-Brücke von Schottland
17. Juli 2015

Der Overtoun Bridge in Schottland, nahe der Ortschaft Dumbarton, eilt ein böser Ruf voraus. Angeblich veranlasst diese Brücke Hunde dazu, Selbstmord zu begehen.

Seit 1895 überbrückt die aus Granitsteinen erbaute, 15 Meter hohe Overtoun Bridge den Bach Overtoun Burn. Und seit etwa 1950 stürzen sich jedes Jahr Hunde von ihr in den Tod. Über 50 Vierbeiner sollen bereits von der Brücke gesprungen sein. Grund genug für die schottische Society for the Prevention of Cruelty to Animals, die Vorfälle genauer untersuchen zu lassen.

Ist es möglich, dass eine Brücke den Verlust des angeborenen Selbstschutzinstinkts außer Kraft setzt? Um einen klassischen Selbstmord kann es sich in keinem Falle handeln. Dafür müsste der Hund davon ausgehen, dass seine Zukunft nicht erstrebenswert ist.

Bei Recherchen in 2005 fanden der Psychologe Dr. David Sands und der Tierarzt David Sexton heraus, dass unter der Brücke ein beliebter Platz für Nerze liegt. Die marderartigen kleinen Pelztiere sondern einen durchdringenden Eigengeruch ab, der bei Hunden vermutlich den Jagdinstinkt freisetzt. Dieser Geruch scheint die Hunde derart zu animieren, dass sie auf direktem Weg zur Quelle wollen und über die Brüstung springen.

Klingt nicht plausibel? Nun ja, auffällig ist zumindest, dass viele Hunde tatsächlich zweimal in die Tiefe sprangen, denn nicht jeder Hund verstarb beim ersten Sprung. Hinzu kommt, dass es sich meist um Jagdhundrassen handelte oder zumindest um Hunde mit langen Schnauzen wie Collies, Retriever und Labradore.

Doch was wäre Schottland ohne seine Mystik und Mythen? Demnach könnte die Ursache ebenso eine Störung im Magnetfeld oder ein böser Geist sein. Gleichgültig der Gründe sollten Hunde lieber angeleint die Brücke überqueren.

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