Geldstrafe für spazieren gehende Hundehalter

Geldstrafe für spazieren gehende Hundehalter
10. Februar 2015

Konservative Abgeordnete fordern eine Geldstrafe von ca. 3.000 Euro und 74 Peitschenhiebe für gassigehende Hundebesitzer.

Ali Sani ist der erste und einzige Tierheimleiter im Iran. In der islamischen Republik sind Hunde nicht die besten Freunde des Menschen, während Katzen hoch im Kurs stehen. Herr Sani kämpft seit 2004 für das Recht der Hunde. »In unserer Gesellschaft sind Hunde die verletzlichsten Tiere«, sagt er.

Das Tierheim Wafa, das er leitet, ist das einzige im Iran, dass eine Lizenz besitzt. In seinem Heim sitzen bis zu 500 Tiere, die ansonsten auf offener Straße erschossen würden. Obwohl die Iraner grundsätzlich tierlieb sind, sind für die Mehrzahl der Muslime Hunde lästig und werden als überdimensionierte Ratten mit wedelnden Schwänzen bezeichnet.

Die Wiege des Streits zum Thema Hund findet sich in der Revolution von 1979. Den damals gestürzten Schah, der als Befürworter der westlichen Welt galt, ersetzten konservative Politiker und Geistliche. Sie lehnen alle gefährlichen westlichen Einflüsse wie Mode, Musik und Hunde in der Öffentlichkeit ab. Und so kam der Gesetzesentwurf zustande, bei dem Hundehalter mit einer Geldstrafe von umgerechnet 3.000 Euro rechnen müssen, wenn sie öffentlich mit ihren Hunden spazieren gehen. Die geforderten Peitschenhiebe konnten sie nicht durchsetzen.

Solange Hunde auf abgeschlossenen, nicht einsehbaren Privatgrundstücken gehalten werden, begehen die Menschen keine Straftat, räumt ein Unterzeichner des Gesetzes ein. Ali Sanis Kampf gestaltet sich schwierig. Denn nicht nur das Gassigehen ist verboten. Hunde dürfen nicht einmal ihre Köpfe aus privaten PKWs stecken. Doch Sani scharrt immer mehr idealistische Hundefreunde um sich. Seine Hoffnungen stützen sich auf den jüngst gewählten Präsidenten Hassan Ruhani, dem die Hundehalterdemografie kein Dorn im Auge zu sein scheint.

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