Hundeschulen in Corona-Zeiten

Hundeschulen in Corona-Zeiten
18. Januar 2021

In Zeiten von Corona haben es (fast) alle schwer, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Besonders kleine Unternehmen leiden unter den Verboten.

Die Corona Pandemie hat die Welt weiterhin im Griff. Für einige Menschen sind die Maßnahmen der Bundesregierung verständlich, andere bezeichnen sie als unverhältnismäßig oder gar Irrsinn. Dennoch muss die Regierung irgendwie reagieren und so ist es derzeit Fakt, dass wir alle wohl oder übel lernen müssen, mit Corona zu leben.

Der wiederkehrende lockdown oder eine Verlängerung dessen zwingt dabei zu viele Gewerbetreibende, voranging Kleinunternehmer, in die Knie.

Und obwohl es für Hundetrainer und Hundeschulen die Möglichkeit gibt sich an alle Bestimmungen wie Hygienevorschriften, wenige Teilnehmer, keinen (Körper)Kontakt und große Abstände zu halten, und diese auch umgesetzt werden, verweigern einige Bundesländer den Betreibern die Erlaubnis, weiterarbeiten zu können.

Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein, das Saarland und Thüringen untersagen die Dienstleistung der HundetrainerInnen in Gänze, alle anderen Bundesländer erlauben zum Teil kleine Gruppen in freier Natur oder auch nur Einzelunterricht. Hamburg und Brandenburg sind dabei großzügiger; sie erlauben auch Gruppentrainings, wenn jeder Teilnehmer »auf seinem Platz bleibt« oder »in geschlossenen Räumen bis max. 5 Personen«. Selbstverständlich weisen alle Bundesländer auf die Einhaltung aller Vorschriften, so auch auf die Ausgangssperre und die 15 km Regel hin.

Für die HundetrainerInnen in Bundesländern, wo Unterricht erlaubt ist, liest sich das zunächst prima, doch Leben können die Trainer davon vermutlich nicht.

Das Fortbestehen einer Hundeschule ist u.a. von der Menge der Schüler sprich Hundehalter abhängig. Die wiederum sind in den meisten Fällen ebenfalls von betrieblichen Einschränkungen betroffen und verdienen unter Umständen nicht mehr so viel, wie vor Corona. Ergo können sie das Geld für Einzelstunden gar nicht ausgeben. Des Weiteren brauchen einige Hunde sogar das Üben und Lernen mit anderen Hunden, je nach Entwicklungsstand von Hund und Halter. Sogenannte Leinenpöbler, Hunde mit Menschenproblemen, Spielverhalten unter Hunden, Konzentrationsübungen mit Ablenkung, Sozialisierung von ängstlichen Hunde, sind nur einige Beispiele, die ein kontinuierliches Training erfordern. All das kann nicht im Einzelunterricht geübt werden.

Wer jetzt denkt: »Die sollen froh sein, überhaupt arbeiten zu dürfen« lehnt sich etwas weit aus dem Fenster. Eine kleine Erinnerung an das Zulassungsverfahren nach §11 des Tierschutz Gesetzes, bei dem nur gewerbliche HundetrainerInnen antreten müssen. Damit wird den HundetrainerInnen das Leben weiterhin schwergemacht, die ungerechte Verfahrensweise ist immer noch aktuell, auch wenn niemand mehr darüber spricht. Eine Hundeschule ist ein Unternehmen, das Zeit und Investitionen verlangt. Von karitativer Arbeit kann niemand existieren. 

Weitere Auskünfte zum Thema Hundeschulen in Zeiten von Corona können Sie bei dem Berufsverband professioneller Hundetrainer ProHunde erhalten.

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