Laborbeagle brauchen fachkundige Hilfe

Laborbeagle brauchen fachkundige Hilfe
19. Mai 2014

Marion Weigel engagiert sich intensiv bei Laborbeaglehilfe e.V. Der Verein betreut Versuchshunde, die nicht mehr für Forschungszwecke genutzt werden.

Frau Weigel ist 44 Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer Teenager Tochter Victoria in Nordhessen. Die Eingebung, Laborbeaglen zu helfen, begann 2009 mit dem Wunsch der Tochter nach einem neuen Hund. Victorias Wunschbeagle ist zwar vom Züchter, aber bereits nach einigen Wochen zog der nächste, diesmal ein Laborbeagle im Hause Weigel ein.

Nunmehr als aktives Mitglied des Vereins Laborbeaglehilfe e.V. verhilft Frau Weigel den ausgesonderten Tieren zu einer zweiten Chance. Das Leben mit einem Laborhund gestaltet sich äußerst anspruchsvoll. Eine Großzahl der Hunde kennt keine Sonne, Regen, Wiese, Haushaltsgeräusche, Klappern, Stoffe oder was sonst noch zum täglichen Leben gehört. Sie werden in badähnlichen Räumen gehalten und menschlichen Kontakt bekommen sie nur, wenn weitere Versuche anstehen.

Wächst ein Hund so auf, verhält er sich angstgepeitscht, frisst und trinkt nicht, schläft nicht, bewegt sich kaum. Die Rund 200 Hunde, die der Verein jährlich übernimmt, werden nur in kontrollierte befähigte Hände abgegeben. »Nur der Wunsch, ein Tier zu retten, reicht leider nicht«, erklärt Marion Weigel. Speziell Laborbeagle benötigen Zeit, Verständnis und Geduld, für die Anpassung an ein neues Umfeld.

Die zu vermittelnden Hunde stammen aus unterschiedlichen Laboren, dessen Standorte nur auserwählten Vereinsmitgliedern bekannt sind. Als Polizistin ist Frau Weigel eine davon. Sie erklärt das delikate Verhältnis zwischen Verein und Laboren damit, dass Tierversuche in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben sind. Der Verein verurteilt dieses Treiben zwar zutiefst, bekommt jedoch nur bei intensiver Zusammenarbeit die Hunde ausgehändigt.

Die Labore möchten keine Publicity und übergeben die Hunde oft, kurzfristig angekündigt, im Geheimen. »Die Labore wollen keine schlechte Presse und wir wollen, dass sie uns weiter die Hunde geben«, sagt Marion Weigel.

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