Lukrativer als Drogenhandel
28. November 2014

In den USA floriert das Geschäft mit blutigen Hundekämpfen. Für die ermittelnden Beamten eine Sisyphusarbeit dank fehlender Gesetzte.

Nur weil er bereits 70 Jahre alt ist und keine Vorstrafen hat, bleibt der Hundezüchter Willie Coleman auf freiem Fuß. Er ist in Florida einer der bekanntesten Pitbullzüchter der Szene. Seine Hunde gelten als extrem blutrünstig, wie es in Fachkreisen heißt. Sein Champion »Bulletproof Sam« lebt eingepfercht in einer Holzbox, es fehlt ihm die halbe Schnauze, die Zähne liegen blank.

Ein verdeckter Ermittler filmte 2012 mit versteckter Kamera nicht nur Sam, sondern auch den Deal, den er mit Coleman einging.

Seit 2007, als sich Footballstar Michael Vick als Investor eines Hundekampfrings schuldig machte und dazu bekannte, kämpfen Ermittlungsbeamte gegen die Kampfhund-Szene in den USA. Die Verurteilung Vicks gab den Beamten die nötige Hoffnung.

Es ist eine Sisyphusarbeit. Denn mit den blutigen Hundekämpfen lässt sich leichter Geld verdienen als mit dem Drogenhandel.

Außerdem gibt es zwar Gesetze dagegen, doch die Strafen werden auf Bewährung ausgesetzt. M. Vick verbüßte eine 18-monatige Haftstrafe für sein Schuldbekenntnis. W. Coleman, der eindeutig überführt wurde in 17 Fällen strafrechtlich gehandelt zu haben, bleibt auf freiem Fuß.

In allen 50 Staaten der USA sind Hundekämpfe verboten. Von 2009 bis 2013 wurden über 15 Verdächtige festgenommen, 367 Hunde konfisziert und über fünfhunderttausend Dollar, Waffen und Drogen beschlagnahmt. Diese Säuberungsaktion ging als »Fall 367« in die Geschichte ein, sagen die Ermittler.

Doch sauber recherchierte Aktionen, Undercovereinsätze und die Beweismittel halten vor Gericht nicht stand. Denn die Staatsanwaltschaft kämpft mit veralteten Gesetzten, in denen keine Mindeststrafe gegen eine perfekt organisierte Unterwelt vorgesehen ist.

In beinahe allen Staaten der USA führt das Quälen von Nutzvieh zu einer Haftstrafe. Hunde sind jedoch von dem Gesetz bisher ausgeschlossen.

Zig Razzien, Festnahmen, Verurteilungen, die bis dato zur Bewährung ausgesetzt werden, veränderten das Tierschutzgesetz bis heute nicht. Tim Rickey von ASPCA, einem amerikanischen Tierschutzverein, sagt: »Beteiligt waren Richter, ein Arzt, Anwälte, Krankenschwestern und Feuerwehrleute…« Ein Staatsanwalt aus Florida kommentiert traurig: «Unsere Opfer haben keine Stimme. Sie können nicht aussagen und erzählen, was ihnen passiert ist.«

Hundenachrichten

Das könnte sie auch interessieren.

Rat und Tat

  • Jack Russell Terrier

    Jack Russell Terrier

    Klein, quirlig und absolut entzückend präsentiert sich diese niedrige Hunderasse. Als Welpe füllen s…

    mehr

  • Welpenschule

    Welpenschule

    Hundebesitzer übernehmen ihre Welpen ca. in der 8. Lebenswoche, zu Beginn der Sozialisierungsphase. …

    mehr

  • Qualität bei Hundefutter

    Qualität bei Hundefutter

    Die Suche nach dem passenden Hundefutter von guter Qualität ist wie die Suche nach der Nadel im Heuh…

    mehr

  • Auf den Hund gekommen

    Auf den Hund gekommen

    In einer schnelllebigen Zeit, in der sich das Leben von einer Sekunde auf die nächste verändern kann…

    mehr

  • Dackel

    Dackel

    Teckel, Dachshund oder auch einfach Dackel. Er ist, und bleibt vermutlich auch, eine der beliebteste…

    mehr

  • Australian Shepherd

    Australian Shepherd

    Der kraftvolle Bauernhund aus den USA erfreut sich großer Beliebtheit. Er gehört in die Kategorie Hü…

    mehr

  • Labrador Retriever

    Labrador Retriever

    Der Labrador Retriever erfreut sich ähnlicher Beliebtheit wie der Golden und die anderen Retriever R…

    mehr

  • Ethik der Hundehaltung

    Ethik der Hundehaltung

    Hunde sind dem Menschen näher als jedes andere Haustier, was Sätze wie Hunde sind die besseren Mensc…

    mehr

Besuchen Sie uns auf

  • facebook

    facebook
  • google+

    google+
  • twitter

    twitter
  • youtube

    youtube