Pflegestellen-Besteuerung für Hunde

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Pflegestellen-Besteuerung für Hunde
29. Juni 2015

Mönchengladbach fordert, ab Aufnahmetag eines Pflegehundes, Hundesteuer ein. Der Tierschutzverein »Notpfote Animal Rescue e.V.« ist empört.

Hunde aus dem Tierschutz dauerhaft zu vermitteln, ist schon schwierig genug. Handelt es sich um Hunde mit Handicap oder um alte Hunde, ist es noch beschwerlicher, einen passenden Abnehmer zu finden. Doch die Bemühungen lohnen sich, findet der TSV Notpfote Animal Rescue e.V.

Seit einiger Zeit bemüht sich der Verein, der im gesamten deutschen Raum tätig ist, in Mönchengladbach die Behörden dazu zu bewegen, auf die Hundesteuer für Pflegehunde zu verzichten. Auslöser für die Diskrepanzen ist »Old Boy«, ein 13-jähriger blinder und tauber Rüde. Alexandra Terveer nahm ihn bei sich auf, wodurch ihre Hundegruppe nun aus drei Vierbeinern besteht. Der dritte Hund kostet in Mönchengladbach stolze 270 Euro Hundesteuer. Und das, obwohl Alexandra T. vom zuständigen Veterinäramt eine Genehmigung als Pflegestelle besitzt.

»Wir sind eine Tierheim ähnliche Einrichtung. Dort sind übrigens alle Hunde für zwölf Monate steuerbefreit«, erklärt Babette Terveer, die erste Vorsitzende des Vereins. In keiner anderen Stadt wird eine Hundesteuer für Pflegehunde verlangt.

Der Verein möchte keinen Streit mit den Behörden. Doch ihre Projekte sind durch zusätzliche Zahlungen gefährdet. Denn, wie viele Tierschutzorganisationen, finanzieren auch sie sich durch Spenden und Schutzgebühren bei Übernahme von Hunden.

Ein Projekt, was den ehrenamtlichen Mitgliedern besonders am Herzen liegt, nennt sich »Alte Hunde für alte Menschen«. Bei diesem Gnadenplatz-Projekt bemüht sich der Verein ein passenden Hund für ältere Bürger, die keinen Welpen oder Junghund mehr aufnehmen wollen, zu finden. Zu diesem Projekt gehört auch »Old Boy«, der sich potentiellen Besitzern in häuslicher Umgebung präsentieren kann, was seine Vermittlungschancen deutlich erhöht.

Babette Terveer sagt, wenn es bei der Haltung der Stadt bleibe, würde kein Vereinsmitglied mehr Pflegehunde aufnehmen können und auch keine weiteren Pflegestellen finden. Allein »Old Boy« habe schon 800 Euro Tierarztkosten verursacht. Sie geben das Geld gerne aus, doch wenn nun noch die Hundesteuer dazukäme, wäre das für den Verein nicht mehr finanzierbar.

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