Promille und Hormone - eine brisante Mischung

Promille und Hormone - eine brisante Mischung
19. November 2014

Vor einigen Tag verurteilte das Bayreuther Amtsgericht eine 23-Jährige zu neun Monaten Haftstrafe auf Bewährung und 200 Stunden Sozialarbeit.

Im vergangenen Frühjahr, in den Abendstunden, animierte die nun vor Gericht stehende Frau gleich zweimal ihren Hund, Passanten zu beißen. Die 23-Jährige war mit ihrem Freund und dem Retrievermischling der Mutter unterwegs. Der Hund der Mutter war den Behörden bereits bekannt. Er hatte als Auflage einen Maulkorb, eine maximale Leinenlänge von einem Meter und ein fest anliegendes Halsband zu tragen.

In der besagten Nacht hetzte die junge Frau den Hund auf zwei Passanten. Den ersten biss das Tier, nachdem der Mann zunächst beschimpft und, als er flüchtete, verfolgt wurde, in den Bauch. Der zweite Fußgänger wurde unerwartet im Vorbeigehen in den Arm gebissen. Beiden Opfern schenkte das Paar keine weitere Aufmerksamkeit. Sie ließen die Männer mit ihren Verletzungen im Dunkeln zurück.

Vor Gericht sagte das erste Opfer aus, die Frau habe ihren Hund mit »Beiß« animiert und dabei hochgezerrt. Der andere Geschädigte erzählte, die Frau habe nach dem Biss lediglich gesagt, dass es ein Polizeihund sei, bevor sie davon ging. Er habe sofort die Polizei gerufen. Die Einsatzpolizisten stellten das Paar samt Hund noch in der gleichen Nacht. Bei der Festnahme beschimpfte die Frau die Beamten und stachelte ihren Hund erneut an. Da der Einsatz von Pfefferspray keine Konsequenzen hatte, drohten die Polizisten, den Hund zu erschießen, wenn die Frau ihn nicht sofort festbinden würde.

Während der Verhandlung hielt sich die Angeklagte bedeckt. Ihr Freund hingegen sagte aus, seine Freundin sei betrunken gewesen. Außerdem seien es wohl die Schwangerschaftshormone gewesen, die sie zu ihrer Tat veranlasste. Gehetzt habe sie den Hund nicht, denn der sei eh aggressiv und springe jeden an.

Die Staatsanwaltschaft ließ diese Erklärung nicht strafmildernd gelten. Auch nicht, dass die junge Frau mit 1,49 Promille aufgegriffen wurde. Sie forderte eine Bewährungsstrafe von neun Monaten und 200 Sozialstunden wegen gefährlicher und fahrlässiger Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung.

Der Richter verurteilte die Frau nach Forderung der Staatsanwaltschaft und sagte: „Sie haben gewusst, dass der Hund aggressiv ist. Das wäre alles vermeidbar gewesen.“

Hundenachrichten

Das könnte sie auch interessieren.

Rat und Tat

  • Secondhand Hunde

    Secondhand Hunde

    Für Menschen, die einem Hund ein neues Zuhause bieten möchten, könnte ein Hund aus zweiter Hand idea…

    mehr

  • Schmecken

    Schmecken

    Während die Hunde über einen extrem spezialisierten Geruchssinn verfügen, ist ihr Geschmackssinn nur…

    mehr

  • Irrtümer über Hunde

    Irrtümer über Hunde

    Mit seinem Hund in Einklang und Harmonie zusammen leben zu können erreicht der Menschen durch eine g…

    mehr

  • Welpen Spielstunde

    Welpen Spielstunde

    Der Kontakt mit Artgenossen soll die soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit bei Welpen förder…

    mehr

  • Dominanter Hund

    Dominanter Hund

    Im Verhaltensrepertoire der Hunde ist Dominanz durchaus vorhanden, ebenso wie Submissivität. Jedoch …

    mehr

  • Freunde fürs Leben

    Freunde fürs Leben

    Aus Wissenschaft und Forschung ist längst bekannt, dass ein Zusammenleben oder die bloße Gesellschaf…

    mehr

  • Leinenführung

    Leinenführung

    Das wohl wichtigste Hilfsmittel im Leben von Menschen mit Hund sind Halsband und Leine.

    Einige Hunde…

    mehr

  • Lingua Canini

    Hunde-Erziehungsberatung

    Individuelle Beratung rund um den Hund durch Erziehung, Training, Kurse, Einzel- und Gruppenstunden, Workshops, Seminare, Themenabende.

    www.linguacanina.com

Besuchen Sie uns auf

  • facebook

    facebook
  • google+

    google+
  • twitter

    twitter
  • youtube

    youtube