Rückkehr der Herdenschutzhunde

Rückkehr der Herdenschutzhunde
26. November 2014

Die Wolfspopulation in Deutschland nimmt rascher zu als ursprünglich vermutet. Zum Schutz von Nutztieren kehren die Herdenschutzhunde zurück.

Pyrenäen-Berghund, Maremmano, Kangal und kaukasischer Owtscharka sind die bekanntesten Rassen aus der Linie der Herdenschutzhunde. Doch es sind keine Rassen für jedermann. Es sind Arbeitshunde, die eine große Verantwortung tragen. Entsprechend ihrer Aufgaben sind es ernstzunehmende Hunde mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein und Territorialverhalten.

Das wissen auch die beiden Schäfer Holger Benning aus dem Landkreis Rotenburg und Nicole Hanf aus Lüchow-Dannenberg. Bennig setzt bei dem Schutz seiner Herden auf den Kangal und den Pyrenäen-Berghund. Schäferin Hanf bevorzugt die Kaukasen und den Maremmano. Doch beide sagen einstimmig, dass die Hunde aus einer überprüfbaren Zucht kommen müssen. Die Elterntiere sind entscheidend für den späteren Gebrauch.

Die Ausbildung der Hunde kostet die Schäfer täglich mehrere Stunden Zeit. Vom Welpenalter an leben die Hunde in ihrer Herde. Doch tatsächlich einsatzfähig sind die Tiere erst mit dem zweiten bis dritten Lebensjahr. Spaziergänger und unter Kontrolle gehaltene Hunde hätten nichts zu befürchten. Die Herdenschützer reagieren unduldsam auf Wölfe, streunende Hunde und Langfinger.

"Bis zu einem gewissen Maß ist jeder Tierhalter in der Pflicht und selber gefordert, sein Hab und Gut zu schützen, das gilt auch für den Wolfsschutz", sagt Benning. Schön wäre es, sagen Benning und Hanf, wenn sich die rückständige Politik mehr in der Pflicht sehen würde.

Beide Schäfer umzäunen weiterhin ihre Herden und hängen Hinweisschilder auf, um Passanten von den Herden fernzuhalten. Sie wissen, dass im Ernstfall mit ihren Hunden nicht zu spaßen ist. Doch zur Prävention vor Verlusten und im Einklang mit einer ökologischen Nutztierhaltung gibt es für beide bis dato keine bessere Alternative.

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