Theoriekonstrukt der Wolfsgegner

Theoriekonstrukt der Wolfsgegner
26. Oktober 2015

Schweizer Wolfsgegner publizieren die Theorie, einheimische Wölfe seien Hybriden und damit zum Abschuss bereit.

Wölfe – entweder werden sie gehasst oder geliebt. Ein Zwischending ist kaum möglich. Im Kreise der Schweizer Almbauern überwiegt Ersteres. Die Gruppe »Lebensraum Schweiz ohne Großraubtiere« verbreitet zurzeit die Theorie, hiesig lebende Wölfe seien Kreuzungen aus Hunden und Wölfen.

Georges Schnydrig behauptet, dass die Wölfe weniger Scheu vor Menschen zeigen und die Verluste an Nutzherden erheblich zugenommen habe. Außerdem seien in Italien immerhin 78 Prozent der Wölfe Hybriden aus Haushund und Wolf. Seinen Kontrollen zur Folge sei es in der Schweiz ebenso. Daher dürften die schweizer Wölfe, laut Artikel 8 der Jagdverordnung, legal geschossen werden.

David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz hält das für Unsinn. Das seien Theoriekonstrukte der Wolfsgegner, um eine Abschußberechtigung zu erwirken. Die DNA-Analysen ergeben eindeutig, dass die Schweizer Wölfe keine Hybriden seien.

Im Gegensatz zu Italien gibt es in der Schweiz kaum streunende Hunde und damit auch keine Möglichkeit, sich mit einem Wolf zu verpaaren.

Doch Schnydrig, der den Expertenrat eines finnischen Tierpräparators einholte, behauptet weiterhin, dass die Fotos eindeutig ergaben, dass es sich um Hybriden handele. Beispielsweise seien die Ohren zu spitz, die Schnauzen zu kurz und die Ruten zu lang. So sehen keine Wölfe aus.

Das Bundesamt für Umwelt lässt sich nicht beirren. Sprecherin Caroline Nienhuis erklärt: »Wir zweifeln die Ergebnisse der DNA-Analysen keinesfalls an. Im Erbgut jedes freilebenden Alpensteinbocks lassen sich zum Beispiel Gene der Hausziege nachweisen. Aber deshalb würde keiner auf die Idee kommen, alle Steinböcke als Hybride zu bezeichnen und abzuschießen.«

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