Verursacht Hundekot Kälbersterben?

Verursacht Hundekot Kälbersterben?
18. Juli 2014

Landwirte beklagen immer wieder die Rücksichtslosigkeit der Hundehalter. Angeblich soll Hundekot die Sterblichkeitsrate ungeborener Kälber erhöhen.

Dass es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, den Kot des eigenen Hundes auf einer Futterwiese einzusammeln, steht außer Frage. Doch stimmt es, dass Hundekot verantwortlich für die Fehlgeburt eines Kalbes ist?

Laut bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bedarf es einigen Voraussetzungen, um bei einer Kuh eine Fehlgeburt durch gefressenen Hundekot einzuleiten. In einer publizierten Studie heißt es, dass nur Hunde, die mit dem Parasiten Neospora caninum infiziert sind, gefährlich für ungeborene Kälber werden. Das Amt geht davon aus, dass ehestens die Hofhunde der Landwirte oder Nachbarshunde infiziert sein könnten, denn um diesen Parasiten aufzunehmen, müssen die Hunde an die Infektionsquelle kommen. Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde sind die Hauptträger des Parasits. Übertragen wird der Erreger durch die Aufnahme der Eier, die sich vorrangig im Nachgeburtsmaterial befindet, zu dem der Hofhund Zugang hat. Eine weitere, jedoch sehr viel geringere Ansteckungsgefahr besteht durch die Fütterung von Rohfleisch.

Um von dem Hundekot zu einem Kreislauf der Abortfälle zu kommen, bedarf es einer immensen Hundepopulation auf den Weiden. Das Institut berechnete, dass mindestens 87 Hunde während der gesamten Saison auf der Weide sein müssten, um einen Abort auszulösen.

Mag sein, dass das Amt das Risiko ein wenig unterschätzt. Jedoch sollten Hundehalter – vorsorglich – auf ein Experiment verzichten und ihre Pflichten erfüllen. Entweder lassen sie ihre Hunde gar nicht erst auf die Wiesen koten oder sie sammeln den Kot pflichtbewusst ein.

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