Weniger ist häufig doch mehr

Weniger ist häufig doch mehr
07. Juli 2014

Der permanente Einsatz von Antibiotika bei Hunden zeigt Konsequenzen. Tierärzte der Universität Lissabon veröffentlichen dazu ihre Forschungsergebnisse.

Die stetige Gabe von Antibiotika in Tierarztpraxen rutschte bereits vor Jahren in die Kritik der Wissenschaftler. In einer vor kurzem in der Fachzeitschrift »Veterinary Record« veröffentlichen Studie teilten Tierärzte der Universität Lissabon ihre Untersuchungsergebnisse mit. Jeder gesunde Hund kann grundsätzlich ESBL-Keime im Darm beherbergen. Bei der Forschungsarbeit wiesen Hunde, die zuvor innerhalb der letzten drei Jahre Antibiotika erhielten, vermehrt antibiotikaresistente ESBL-Coli-Bakterien im Darm auf. Besonders auffällig sind Zucht- und Tierheimhunde, bei denen das Risiko einer ESBL-Quelle dreifach erhöht ist.

ESBL (Extended Spektrum Beta Laktamase) sind Enterobakterien, die sich überwiegend im Darm ansiedeln. Einige zählen zur gesunden Darmflora, andere gelten als Krankheitserreger. Manche dieser Bakterien können durch genetische Veränderungen Enzyme erzeugen, die eine Antibiotikaresistenz verursachen. Aus diesen resistenten Bakterien entsteht der gefürchtete Krankenhauskeim.

Hunde können die Keime durch Speichel oder Kot auf den Menschen übertragen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Charakteristisch für eine Erkrankung sind Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen, Wundinfektionen bis hin zur Sepsis an offenen Wunden. Bei Säuglingen kann eine Erkrankung sogar zum Tode führen.

Die Wissenschaftler raten zu wohl überlegtem Einsatz antibiotischer Medikamente, um weitere Resistenzbildungen der Enterobakterien zu vermeiden.

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