Der Blindenführhund feiert 100. Geburtstag

By Antonio Cruz/Abr (Agência Brasil [1]) [CC BY 3.0 br], via Wikimedia Commons

Der Blindenführhund feiert 100. Geburtstag

Jean Bungartz hat die Welt für Menschen mit Hund wesentlich beeinflusst. Er gründete unter anderem den Deutschen Verein für Sanitätshunde.

Anlässlich des 100. Geburtstags der Blindenführhund Ausbildung muss der Name Jean Bungartz (*06.05.1854; †15.09.1934) erwähnt werden. Als Tiermaler brachte er nicht nur Abbildungen von Feder- und Kleinvieh, Hunden, Katzen und Fischen zu Papier. Er schrieb auch Bücher und Artikel über die Tiere.

Seinen ersten Verein gründete Bungartz 1880 den Hamburger Verein zur Förderung reiner Hunderassen. Das Thema Hund scheint ihn lebenslang begleitet zu haben. Sein vermutlich größter Erfolg hat bis heute Bestand.

1893 gründete er seinen zweiten Verein, den Deutschen Verein für Sanitätshunde.

Er gilt als der Gründervater für die Ausbildung von Rettungs- und Servicehunden. In seiner Dressur- und Zuchtanstalt bildete er Hunde für das Rote Kreuz aus, die im Einsatz verwundete Soldaten auf dem Schlachtfeld aufspüren sollten.

Die Ausbildung für Blindenführhunde wurde während des 1. Weltkriegs voran getrieben. Vom Kampf zurück gekehrte Soldaten, die ihr Augenlicht verloren hatten, brauchten Unterstützung im Alltagsleben. Der Deutsche Verein für Sanitätshunde, damals war Heinrich Stalling 1. Vorsitzender, übernahm die Ausbildung der Hunde.

Der erste Blindenführhund wurde im Oktober 1916 an einen Soldaten übergeben.

Um die Nachfrage an Führhunden decken zu können, in nur drei Jahren waren über 500 Hunde ausgebildet, musste die Ausbildungszeit der Tiere verkürzt werden. Die Ausbilder versuchten, den Hunden das Wissen »einzuprügeln«. Zu diesem Zeitpunkt konnten Bürger zwar melden, dass Tiere gequält und geschunden werden. Doch war es eher die Geräuschkulisse der Tiere, die zur Anzeige wegen Ruhestörung gebracht wurde. Das erste deutsche Tierschutzgesetz wurde erst im November 1933 verabschiedet.

By Honza Groh (Jagro) (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

By Honza Groh (Jagro) (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das Ergebnis der brutalen Ausbildungspraxis waren Hunde, die völlig verängstigt im Dienst als Blindenführhunde versagten.

1923 eröffnete der Deutsche Schäferhundverein in Potsdam eine weitere Blindenführhund Schule auf einem ehemaligen Bauerhof. Man wollte lebensechte Situationen schaffen, um die Hunde auf die realen Anforderungen vorzubereiten. Damit aber noch nicht genug, wurde das Ausbildungskonzept revolutioniert.

Mit einer gewaltfreien Ausbildung schafften es die Trainer, innerhalb von zehn Jahren über 1000 Führhunde an bedürftige Menschen zu übergeben.

Die Ausbildungsmethode der Potsdamer hat sich bewährt. Noch heute haben viele Elemente der Praxis ihre Berechtigung in der Ausbildung von Blindenführhunden.

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