Hunde in der Religion

Virgil Solis [Public domain], via Wikimedia Commons

Hunde in der Religion

Ist die Hundehaltung eine Frage der Religion? Die religiösen Schriften des Christentums und des Islams lassen Spielraum für eine persönliche Interpretation.

Die Schöpfungsgeschichte der Priesterschrift wurde ca. 550 v. Chr. verfasst. Hier heißt es: »Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.« Nach dieser Prämisse leben heute noch viele Religionen.

Im Dualismus von Mensch und Natur galt der Mensch durch seine Seele als unsterblich, die Natur als vergänglich und seelenlos.

Die Reformen des Christentums von Martin Luthers, Besitzer eines Hundes namens Tölpel, sollten an der Geisteshaltung der Gläubigen nichts ändern. Er ging mit der katholischen Kirche konform und stellte den Menschen weit über das Tier.

Hingegen war die Geisteshaltung des heiligen Franz von Assisi im 12. Jh. revolutionär.

Er lebte mit den Tieren und war der Meinung, die Religiösen haben die Schöpfungsgeschichte nicht richtig verstanden. Er interpretiert die Schöpfungsgeschichte nicht damit, dass Menschen die Tiere ausbeuten dürfen. Das Christentum erwachte aber erst in den letzten Jahrhunderten aus seinem Dämmerschlaf.

Auch heute noch betrachten viele Religionen den Hund als unrein oder Lebewesen einer niederen Gattung. Die katholische Kirche hat sich allerdings dahin geändert, dass ein Paradies ohne Tiere kein Paradies sein kann. Allein im Krippenspiel von Bethlehem dürfen die Tiere nicht fehlen. Radikale Christen sehen die Tiere als Geschöpfe Gottes, die einer Fürsorge bedürfen. Sie plädieren auf ein veganes Leben.

Im Christentum gelten oder galten nur die Straßenhunde als unrein, da sie sich von Unrat ernährten. Haushunde sollten gnädig behandelt werden, aber, als Lebewesen einer niederen Gattung, nicht im Haus leben dürfen.

Der Koran ist für die Gläubigen weitaus mehr, als eine Niederschrift ihrer Religion.

Er dient als Lehrbuch des Lebens, vergleichbar mit den Lontar-Schriften der Balineser.

Über die Unreinheit von Hunden gibt es im Islam unterschiedliche Lehrmeinungen.

Die am wenigsten vertretene Meinung betrifft die Reinheit des Hundes. Hierbei gilt der Grundsatz der Barmherzigkeit gegenüber Hunden und Tieren. Nur selten wird der Hund als gänzlich unrein angesehen.

von Autor: Pedanius DioscoridesKalligraf: Abdallah ibn al-Fadl [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3APedanius_Dioscorides_-_Folio_from_an_Arabic_translation_of_the_Materia_Medica_by_Dioscorides_-_Google_Art_Project.jpg">via Wikimedia Commons</a>

von Autor: Pedanius Dioscorides Kalligraf: Abdallah ibn al-Fadl [Public domain], via Wikimedia Commons

Die im Islam am häufigsten vertretene Meinung ist, dass nur der Speichel des Hundes unrein ist.

Berührt ein Hund etwas mit seiner Schnauze, Zunge oder dem Speichel, muss es sieben mal gewaschen werden, um erneut rein zu sein.

Wie in jeder Religion gibt es auch im Koran für jede Regel eine Ausnahme. Als Gebrauchshunde stehen Wach-, Hüte- und Schutzhunde im Dienst des Menschen, womit ihnen eine besondere Ehrung zu Teil wird.

Im Islam werden die Herdenschutzhunde besonders verehrt.

Die größte Ausnahme bildet die Gruppe der Jagdhunde in den religiösen Schriften des Islams. Sie gelten als absolut rein, schließlich apportieren sie ihrem Menschen die Beute. 

Die Hundehaltung ist bei allen Glaubensrichtungen des Islams gleich. Hunde gehören nicht in das Haus. Die Propheten des Islams sagen: »Die Engel betreten keine Wohnung, in der es einen Hund bzw. ein Bild und / oder eine Skulptur gibt.«

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